Adobe steckt weiter in einer heiklen Phase. Nicht nur die allgemeine Skepsis gegenüber Softwarewerten belastet, sondern vor allem ein Rivale, der gerade viel Rückenwind bekommt: Figma. Dessen starke Prognose und ein neues Bezahlmodell für KI-Funktionen rücken die Frage in den Mittelpunkt: Wie gut ist Adobe im KI-Zeitalter gegen neue Angreifer aufgestellt?
Figma setzt Adobe unter Zugzwang
Der unmittelbare Auslöser für die jüngste Nervosität kam diese Woche von Figma. Das Unternehmen stellte für 2026 einen Umsatz von 1,36 bis 1,37 Milliarden Dollar in Aussicht und lag damit laut Reuters/LSEG deutlich über den Erwartungen. Gleichzeitig kündigte Figma ein neues Monetarisierungsmodell für KI an: Ab März 2026 sollen „AI Credits“ eingeführt werden.
Das ist für Adobe deshalb unangenehm, weil es direkt auf die gleiche Kundengruppe zielt: Designer und Kreativ-Teams, die zunehmend KI-gestützte Tools in ihren Alltag integrieren. Der Kontrast fiel Anlegern offenbar sofort ins Auge: Während Figma nach den Neuigkeiten kräftig zulegte, blieb Adobe unter Druck.
Software-Sektor dreht vorsichtiger
Hinzu kommt ein breiterer Trend im Markt. In der vergangenen Woche gerieten viele Software- und Servicewerte unter Abgabedruck. Hintergrund sind Sorgen, dass generative KI bestimmte Aufgaben „billiger“ macht – und damit genau jene Funktionen entwertet, für die Unternehmen bislang hohe Softwarepreise bezahlen.
Laut einer TIKR-Auswertung haben institutionelle Investoren ihre Software-Gewichtung zudem auf den niedrigsten Stand seit 2021 reduziert. Das verstärkt die Bewegung: Wenn große Adressen einen Sektor meiden, reicht oft schon eine negative Nachricht, um den Druck weiter zu erhöhen.
Abstufungen und gespaltene Investoren
Mehrere Investmenthäuser haben ihren Blick auf Adobe zuletzt eingetrübt. Goldman Sachs stufte im Januar auf „Sell“ ab und setzte ein Kursziel von 290 Dollar. HSBC senkte das Kursziel von 388 auf 302 Dollar, blieb aber bei „Hold“. Piper Sandler ging Anfang Februar auf „Neutral“ zurück (Kursziel 330 Dollar), UBS reduzierte das Ziel auf 340 Dollar (von 375) und bestätigte „Neutral“.
Auch auf Investorenseite ist das Bild nicht einheitlich: Coatue Management stockte den Anteil zum Jahresende 2025 deutlich auf, während Mubadala seine Position im selben Zeitraum fast halbierte. Solche gegensätzlichen Bewegungen passen zu einem Markt, der sich bei der Bewertung und der KI-Perspektive noch nicht festgelegt hat.
Beim Kurs zeigt sich das ebenfalls: Der Schlusskurs am Freitag lag bei 219,40 Euro, damit notiert die Aktie rund 49% unter dem 52‑Wochen‑Hoch.
Am 12. März legt Adobe die nächsten Quartalszahlen vor – und genau dieser Termin wird zum Lackmustest, ob die KI-Strategie (rund um Firefly und Partnerschaften im Enterprise-Bereich) das Vertrauen stabilisieren kann oder ob der Konkurrenzdruck durch Figma und die KI-Umwälzung im Softwaremarkt noch länger nachwirkt.
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