Eli Lilly steht mit seinen Abnehm- und Diabetesmedikamenten seit Monaten im Rampenlicht. Jetzt rückt ein zweiter Wachstumsmotor in den Fokus: die Onkologie-Pipeline und neue Technologien rund um KI-gestützte Wirkstoffforschung. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen diese vielen Projekte gleichzeitig in nachhaltiges Gewinnwachstum übersetzen kann.
Durchbruchstatus für Krebsmedikament
Auslöser für den jüngsten Optimismus ist eine wichtige Meldung von der US-Gesundheitsbehörde FDA. Diese hat dem Wirkstoffkandidaten Sofetabart Mipitecan den Status einer Breakthrough Therapy verliehen. Die Substanz soll bei platina‑resistentem Eierstockkrebs eingesetzt werden – einer Form der Erkrankung, die als besonders schwer behandelbar gilt.
Diese Einstufung bedeutet ein beschleunigtes Zulassungsverfahren und engere Zusammenarbeit mit der FDA. Anleger werten das als deutliche Stärkung der Onkologie-Pipeline. Während Eli Lilly derzeit vor allem mit seinen Stoffwechselpräparaten (Adipositas, Diabetes) Umsätze und Schlagzeilen generiert, hilft der Fortschritt in der Krebsforschung, die Abhängigkeit von einzelnen Blockbustern zu verringern. Das stützt die hohe Bewertung und untermauert die Erwartung, dass das Wachstum auf mehreren Säulen stehen kann.
Analysten bleiben klar positiv
Parallel zur FDA-Nachricht haben mehrere Investmenthäuser ihre positiven Einschätzungen bekräftigt.
Bernstein sieht die Aktie mit einem Kursziel von 1.300 US‑Dollar weiter deutlich im Pluspotenzial und stuft den Wert mit „Outperform“ ein. Ausgehend vom jüngsten Kursniveau wäre damit aus Analystensicht noch ein zweistelliger Aufschlag möglich.
Guggenheim bleibt bei „Buy“, hat das Kursziel zwar leicht auf 1.161 US‑Dollar angepasst, liegt damit aber weiterhin klar über dem aktuellen Kurs. Beide Häuser verweisen auf die Fortschritte im operativen Geschäft und die starke Produktpipeline. Diese Einschätzungen kommen kurz vor der nächsten Quartalsvorlage und erhöhen den Druck, die hohen Erwartungen im Zahlenwerk zu bestätigen.
Pipeline: Mehr als nur Spritzen
Neben Sofetabart Mipitecan arbeitet Eli Lilly an der nächsten Generation seiner Abnehmtherapien. Im Mittelpunkt steht Orforglipron, ein oraler, nicht‑peptidischer GLP‑1‑Agonist. In der Phase‑3‑Studie ATTAIN‑1 wurde eine Gewichtsreduktion von 12,4 % (rund 27 Pfund) gezeigt.
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Der mögliche Sprung von injizierbaren Präparaten wie Zepbound hin zu Tabletten ist strategisch entscheidend. Oral einnehmbare Medikamente könnten eine deutlich größere Patientengruppe ansprechen und die Hürden für die Therapie senken. Gelingt diese Umstellung, würde Eli Lilly seine starke Position im Anti-Adipositas-Markt weiter ausbauen.
Zusätzlich versucht der Konzern, sich technologisch breiter aufzustellen. Gemeinsam mit Nvidia wurde ein KI‑Labor im Umfang von 1 Milliarde US‑Dollar gestartet. Ziel ist es, die Wirkstoffforschung mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz zu beschleunigen und Entwicklungsprozesse effizienter zu machen. Investoren sehen darin vor allem einen langfristigen Hebel für Produktivität und Pipeline-Breite.
Zahlen, Bewertung und der Blick auf Februar
An der Börse hat der Titel zuletzt einen Teil seiner Gewinne abgegeben und notiert mit rund 17 % Abstand unter dem 52‑Wochen‑Hoch, liegt aber weiterhin deutlich über dem 200‑Tage‑Durchschnitt. Der RSI von 28,5 signalisiert kurzfristig einen überverkauften Zustand – der starke, längerfristige Aufwärtstrend ist damit jedoch nicht automatisch in Frage gestellt.
Operativ liegt die Messlatte hoch. Im dritten Quartal 2025 hatte Eli Lilly den Gewinn je Aktie auf 6,21 US‑Dollar gesteigert – nach 1,07 US‑Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Erlöse sprangen um mehr als 53 % auf 17,60 Milliarden US‑Dollar. Auf dieser Basis hob das Management die Prognose für 2025 an und erwartet nun einen Umsatz zwischen 63,0 und 63,5 Milliarden US‑Dollar.
Die aktuelle Bewertung spiegelt diesen Wachstumskurs klar wider: Auf Basis der 2025er‑Schätzungen liegt das KGV bei rund 47. Das zeigt, welchen Aufschlag Investoren für die Kombination aus starker Metabolismus-Sparte, wachsender Onkologie-Pipeline und Technologie-Offensive zu zahlen bereit sind.
Am 4. Februar 2026 will Eli Lilly seine Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorlegen. Dann wird sich zeigen, ob Umsatz und Gewinn mit der im Herbst angehobenen Jahresprognose Schritt halten und ob es neue Signale aus Pipeline und KI‑Initiativen gibt – beides dürfte den kurzfristigen Kursverlauf maßgeblich bestimmen.
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