Der US-Kongress nimmt Teslas umstrittene Türsysteme ins Visier. Die demokratische Abgeordnete Robin Kelly hat den „SAFE Exit Act“ eingebracht – ein Gesetz, das manuelle Notentriegelungen für alle Fahrzeuge mit elektrischen Türen vorschreiben würde. Für Tesla könnte das teuer werden, denn das Unternehmen steht bereits wegen seiner Türdesigns unter Druck.
Was der Gesetzentwurf vorsieht
Der am 7. Januar 2026 vorgestellte SAFE Exit Act würde die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA zwingen, innerhalb von zwei Jahren verbindliche Standards für elektrische Türsysteme zu etablieren. Kernforderungen:
- Mechanische Notentriegelung an jeder Tür, „intuitiv bedienbar und leicht zugänglich“
- Klare Kennzeichnung der manuellen Öffnungsmechanismen
- Zugriffsmöglichkeiten für Rettungskräfte bei Stromausfall
„Elon Musk und seine Tesla-Designs sind weder sicher noch effizient – und sie haben Menschen das Leben gekostet“, so Kelly in ihrer Begründung. „Wenn Fahrer und Passagiere nach Unfällen oder Stromausfall in ihren eigenen Autos gefangen sind, ist das kein Fortschritt, sondern ein Sicherheitsversagen.“
Am 13. Januar wird der Gesetzentwurf in einem Ausschuss des Repräsentantenhauses diskutiert. Consumer Reports unterstützt die Initiative und warnt vor „wachsenden Sicherheitsrisiken“ durch elektrische Türgriffe.
Behörden ermitteln bereits
Die NHTSA führt derzeit zwei Untersuchungen zu Teslas Türsystemen:
- Model Y: Ermittlungen seit September 2025, nachdem Bloomberg von mindestens 15 Todesfällen berichtete, die mit versagenden Türen nach Unfällen in Verbindung stehen
- Model 3: Prüfung seit Dezember 2025 wegen Beschwerden, dass Notentriegelungen „versteckt, nicht gekennzeichnet und in Notfällen schwer zu finden“ seien
Tesla hat kürzlich auf seiner Website ergänzt, dass nach schweren Unfällen die Warnblinkanlage aktiviert und „Türen automatisch für den Notfall entriegelt“ würden. Ein Firmenvertreter hatte im September angedeutet, an einem Neudesign der Türgriffe zu arbeiten. Auf Anfragen zum Gesetzentwurf reagierte das Unternehmen bislang nicht.
Timing könnte ungünstiger kaum sein
Die regulatorischen Turbulenzen treffen Tesla in einer ohnehin schwierigen Phase. Anfang Januar hatte der Konzern Auslieferungszahlen für Q4 2025 gemeldet, die unter den Erwartungen lagen: 418.227 Fahrzeuge statt der prognostizierten 422.850. Für das Gesamtjahr 2025 bedeutete das 1,636 Millionen ausgelieferte Einheiten – ein Rückgang von 8,5 Prozent gegenüber 2024 und der zweite Jahresrückgang in Folge. BYD hat Tesla inzwischen als weltgrößter Hersteller von Elektrofahrzeugen überholt.
Nicht alle regulatorischen Entwicklungen sind negativ: Derselbe Kongressausschuss prüft parallel Gesetzgebung zur Beschleunigung autonomer Fahrzeuge. Die könnte Teslas Robotaxi-Pläne begünstigen, indem die Obergrenze für Ausnahmegenehmigungen von derzeit 2.500 Fahrzeugen pro Hersteller angehoben wird.
Ausblick
Am 28. Januar 2026 legt Tesla seine Q4-Zahlen vor. Anleger werden genau auf Bruttomargen, den Zeitplan für die Cybercab-Produktion (Volumenproduktion ab April geplant) und die Fortschritte beim autonomen Fahren in Europa achten. Die Anhörung am 13. Januar wird zeigen, wie ernst es dem Kongress mit der Türsicherheit ist – und ob Tesla gezwungen sein wird, seine Fahrzeuge umzubauen.
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