TUI Aktie: Rekord ohne Wirkung

TUI meldet starke Quartalszahlen, doch die Aktie leidet unter der Abhängigkeit von Boeing und schwächeren Sommerbuchungen. Analysten bleiben trotz Kursrückgangs optimistisch.

Andreas Sommer ·
TUI Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Starke Quartalsergebnisse mit Rekordauslastung
  • Aktie leidet unter Boeing-Abhängigkeit im Handelsstreit
  • Sommerbuchungen liegen unter Vorjahresniveau
  • Banken halten an Kaufempfehlungen fest

Starke Quartalszahlen, bestätigte Jahresprognose — und trotzdem notiert die TUI-Aktie rund 19 Prozent unter ihrem Jahresanfangsniveau. Der Grund: Eine strukturelle Abhängigkeit, die in ruhigen Zeiten als Stärke galt, entwickelt sich im laufenden Handelskonflikt zum Belastungsfaktor.

Boeing-Abhängigkeit als Achillesferse

TUIs Flotte besteht ausschließlich aus Boeing-Maschinen. Diese Standardisierung senkte jahrelang die Wartungskosten — ein klarer Wettbewerbsvorteil. Im aktuellen Umfeld möglicher US-EU-Zölle kehrt sich diese Logik jedoch um. Wartung und Flottenerneuerung könnten deutlich teurer werden, sollte es keine Ausnahmeregelung für Flugzeuge geben. Das Management arbeitet nach eigenen Angaben an einer solchen Ausnahme, ein Ergebnis steht aber noch aus.

Genau diese Unsicherheit erklärt, warum operative Rekorde den Kurs kaum stützen. Im ersten Quartal erzielte TUI einen Umsatz von 4,9 Milliarden Euro und ein EBIT von 77 Millionen Euro — getragen vom Kreuzfahrtsegment mit 98 Prozent Auslastung. Der Markt quittierte das mit wenig Begeisterung.

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Sommerbuchungen schwächeln, TUI reagiert

Der gebuchte Umsatz für den Sommer 2026 liegt zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau. Als Gegenmaßnahme testet TUI derzeit eine aggressive Kapazitätsstrategie mit 68 Extraflügen im Last-Minute-Segment. Die Nachfrage verschiebt sich dabei spürbar in Richtung europäischer Ziele — Spanien profitiert, der Nahe Osten verliert.

Barclays und Deutsche Bank halten beide an einem Kaufurteil fest und sehen das Kursziel bei 11 bzw. 12 Euro — deutlich über dem aktuellen Niveau von 7,26 Euro. Barclays passte sein Ziel zuletzt leicht nach unten an und begründete dies mit einer Neukalibrierung der Buchungsannahmen für den Sommer.

Halbjahresbericht als nächster Prüfstein

Die Jahresprognose steht: TUI erwartet ein Umsatzwachstum von zwei bis vier Prozent sowie eine EBIT-Steigerung von sieben bis zehn Prozent. Am 13. Mai folgt der Halbjahresbericht — dann muss das Unternehmen belegen, ob die Last-Minute-Strategie die schwächeren Vorabreservierungen tatsächlich kompensiert. Bis dahin bleiben die Entwicklungen im Handelsstreit und die geopolitische Lage im Nahen Osten die entscheidenden externen Variablen für den Kursverlauf.

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TUI Aktie

7,18 EUR

+ 0,03 EUR +0,42 %
KGV 0,00
Sektor Andere
Div.-Rendite 1,12 %
Marktkapitalisierung 2,48 Mrd. EUR
ISIN: DE000TUAG000 WKN: TUAG00

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