Gerresheimer Aktie: Unglückliche Entwicklungen!

Der Verpackungsspezialist Gerresheimer verschiebt seine Bilanz erneut und korrigiert die Zahlen um 35 Millionen Euro, was zu einem Kursverlust von über 30 Prozent führte.

Kurz zusammengefasst:
  • Bilanzkorrekturen von rund 35 Millionen Euro nötig
  • Kurseinbruch von über 30 Prozent auf Tiefststand
  • EBITDA-Marge für 2025 deutlich gesenkt
  • Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro

Heute brach die Gerresheimer-Aktie um mehr als 30 Prozent ein und fiel auf den tiefsten Stand seit 2009. Der Spezialverpackungshersteller verschiebt erneut die Veröffentlichung seiner Geschäftszahlen – diesmal wegen massiver Bilanzierungsprobleme, die das Vertrauen der Investoren endgültig erschüttert haben.

Verstoß gegen Bilanzregeln aufgedeckt

Nach internen Hinweisen hat Gerresheimer in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, die Erfassung von Umsatzerlösen und die Bilanzierung in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 zu untersuchen. Das Ergebnis: Einzelne Mitarbeitende haben gegen interne Richtlinien und IFRS-Regelungen verstoßen. Die daraus resultierenden Korrekturen betreffen hauptsächlich die Umsatzerfassung sowie die Bilanzierung und Bewertung von Vorräten.

Gerresheimer

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Das Unternehmen hat bereits erste personelle und organisatorische Konsequenzen gezogen, während die Untersuchungen noch andauern. Ein neuer Termin für den Jahres- und Konzernabschluss 2025 steht noch nicht fest.

Korrekturen summieren sich auf 35 Millionen Euro

Für das Geschäftsjahr 2024 rechnet Gerresheimer mit einem zusätzlichen Korrekturbedarf von rund 17 Millionen Euro bei den Umsatzerlösen und etwa 19 Millionen Euro beim bereinigten EBITDA. Inklusive der bereits angekündigten Korrekturen aus problematischen Bill-and-Hold-Vereinbarungen ergibt sich damit ein Gesamtkorrekturbedarf von voraussichtlich rund 35 Millionen Euro beim Umsatz und 24 Millionen Euro beim bereinigten EBITDA.

Die Auswirkungen auf 2025 sind dramatisch: Die bereinigte EBITDA-Marge wird voraussichtlich nur noch zwischen 16,5 und 17,5 Prozent liegen – zuvor hatte das Management 18,5 bis 19,0 Prozent in Aussicht gestellt. Der bereinigte Gewinn je Aktie könnte sogar negativ werden, nachdem zunächst nur ein Rückgang im mittleren zweistelligen Prozentbereich erwartet worden war.

Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro

Zusätzlich belastet Gerresheimer nicht-zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von 220 bis 240 Millionen Euro im Konzernabschluss 2025. Im Wesentlichen handelt es sich um Abschreibungen auf Technologie- und Entwicklungsprojekte der Tochter Sensile Medical sowie auf Vermögenswerte des Moulded-Glass-Werks in Chicago. Das Werk in Chicago Heights wird als Teil der Transformationsinitiative Ende 2026 geschlossen.

Zur Optimierung der Kapital- und Finanzierungsstruktur plant der Konzern den Verkauf der 100-prozentigen Tochter Centor Inc. noch in diesem Jahr. Die Separierung des Moulded-Glass-Geschäfts wird zwar fortgesetzt, der geplante Verkaufsprozess aber nicht mehr 2026, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt eingeleitet.

Marktkapitalisierung fällt auf 650 Millionen Euro

Der Kurseinbruch von heute hat die Marktkapitalisierung auf gerade einmal 650 Millionen Euro schrumpfen lassen. Bei 18,67 Euro schloss die Aktie mit einem Minus von 31,36 Prozent. JPMorgan-Analyst David Adlington beschrieb den Weg des Unternehmens als „von schlecht über schlimmer zu noch schlimmer“. Die DZ Bank warnte, die erneuten Bilanzprobleme würden das Vertrauen in die Bilanzqualität „aufs Neue erheblich“ belasten.

Besonders bitter: Erst im Januar hatte Gerresheimer von einer wahrscheinlichen Fehlbuchung im niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Bereich berichtet. Viele Anleger hofften, das Thema sei damit abgehakt. Stattdessen hat sich die Situation massiv verschärft – auch unter der hohen Schuldenlast, mit der das Unternehmen zu kämpfen hat.

Für 2026 peilt das Management Umsatzerlöse von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro an, eine bereinigte EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent sowie einen moderat positiven Free Cashflow. Ob Investoren diese Prognosen noch Glauben schenken, bleibt abzuwarten.

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