Adobe steckt in einem unangenehmen Spannungsfeld: Während das Unternehmen mit KI-Funktionen und Zukäufen nach vorne drängt, kippt die Stimmung im Software-Sektor. Anleger sorgen sich, dass KI „klassische“ Abo-Software schneller entwertet, als viele Anbieter sich anpassen können. Genau in diesem Umfeld muss Adobe jetzt liefern.
Software-Sektor rutscht ab
Auslöser für den jüngsten Gegenwind war eine breite Verkaufswelle bei US-Softwarewerten Ende Januar. Laut Reuters rutschte der S&P-500-Index für Software und Services dabei auf ein Neun-Monats-Tief. Adobe geriet im Sog der Branche unter Druck.
Der Markt bekam gleich von mehreren Seiten Futter für Zweifel: SAP enttäuschte mit einem verhaltenen Cloud-Ausblick. ServiceNow fiel nach Zahlen. Das verstärkte die Sorge, dass traditionelle Software-Anbieter von „KI-nativen“ Wettbewerbern überholt werden könnten.
J.P.-Morgan-Analysten beschrieben laut Reuters eine anhaltend trübe Stimmung – und zugleich einen widersprüchlichen Effekt: Niedrigere Bewertungen, aber weiter hohe Erwartungen der Investoren. Das ist eine Kombination, die wenig Fehler verzeiht.
Warum KI das Abo-Modell angreift
Im Kern geht es um eine einfache Frage: Wenn KI Code und ganze Anwendungen schneller und günstiger erstellen kann – wofür zahlen Kunden dann noch dauerhaft hohe Abogebühren?
Diese Entwicklung trifft nicht nur einzelne Firmen, sondern stellt das SaaS-Modell insgesamt auf die Probe. Entsprechend wurde die jüngste Schwäche bei Adobe weniger als unternehmensspezifisches Problem gehandelt, sondern als Teil eines größeren Umbruchs im Softwaremarkt.
Wichtiger Kontext aus dem Kursbild: Auf 30-Sicht liegt die Aktie rund 16% im Minus (Schlusskurs am Freitag: 292,69 US-Dollar).
Adobes Antwort: Semrush-Übernahme
Adobe setzt darauf, die KI-Welle nicht nur abzuwehren, sondern sie in die eigenen Produkte einzubauen – auch über Zukäufe. Laut Simply Wall St hat der Konzern vereinbart, Semrush Holdings zu übernehmen, um KI-Fähigkeiten in Kreativ- und Marketing-Tools auszubauen.
Strategisch zielt das darauf, Adobe tiefer in die Arbeitsabläufe von Marken zu ziehen: Planung, Erstellung und Erfolgsmessung digitaler Inhalte. Entscheidend wird dabei weniger die Ankündigung selbst sein, sondern die Umsetzung – also wie schnell Semrush in den Produkt-Stack integriert wird und ob sich daraus neue Cross-Selling-Chancen ergeben.
Nächster Prüfstein: Zahlen am 12. März
Der nächste konkrete Termin für Anleger ist der 12. März 2026: Dann legt Adobe die Zahlen für das Q1 des Geschäftsjahres 2026 vor (laut Investor-Relations-Seite). Im Fokus stehen Updates zur KI-Strategie und handfeste Hinweise, wie gut die Semrush-Integration vorankommt – genau das dürfte darüber entscheiden, ob Adobe im aktuellen Software-Gegenwind als Anpassungsgewinner wahrgenommen wird oder weiter mit dem Sektor schwankt.
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