Petrobras setzt seinen Ausbau in Asien konsequent fort. Mit einem deutlich größeren Liefervertrag für Rohöl nach Indien und einem parallelen Einstieg in Biokraftstoffe für die Schifffahrt schärft der Konzern sein Profil zwischen klassischem Ölgeschäft und Energiewende. Entscheidend ist dabei: Die Brasilianer sichern sich planbare Absatzkanäle – sowohl für konventionelles Öl als auch für Produkte mit geringerem CO₂-Fußabdruck.
Größerer Rohölvertrag mit Indien
Petrobras und der staatliche indische Raffineriebetreiber Bharat Petroleum Corporation Limited (BPCL) wollen ihre Zusammenarbeit spürbar ausweiten. Laut Mitteilung vom Freitag wird das bestehende Termingeschäft deutlich aufgestockt: Für das Haushaltsjahr 2027 sind Lieferungen von 12 Millionen Barrel brasilianischen Rohöls im Volumen von rund 780 Millionen US-Dollar vorgesehen.
Damit verdoppelt sich die Menge im Vergleich zu einem einjährigen Vertrag, der im Februar des Vorjahres geschlossen wurde. Für Petrobras bedeutet das einen stabilen, großvolumigen Abnehmer in einem der wichtigsten Wachstumsmärkte für Ölimporte. Für Indien passt der Schritt in die Strategie, die Bezugsquellen für Rohöl breiter aufzustellen und die Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern zu reduzieren.
Die offizielle Unterzeichnung des Vertrags ist während der India Energy Week geplant, die vom 27. bis 30. Januar in Goa stattfindet. Das verleiht dem Deal zusätzlich politischen und strategischen Charakter.
Ergänzende Schiene: Marine-Biokraftstoff
Parallel zum Indien-Geschäft baut Petrobras ein zweites Standbein im Bereich alternativer Kraftstoffe aus. Bereits am 15. Januar kündigte der Konzern einen Liefervertrag mit der norwegischen Reederei Odfjell an. Vereinbart wurde die Belieferung mit bis zu 12.000 Tonnen VLS B24 im laufenden Jahr – einem Schiffskraftstoff, der zu 24 Prozent aus Biodiesel und zu 76 Prozent aus Mineralöl besteht.
Dieser Kraftstoff soll Reedereien helfen, strengere Emissionsvorgaben zu erfüllen, etwa durch Vorgaben wie die FuelEU-Maritime-Regeln der Europäischen Union. Für Petrobras ist das ein praktischer Einstieg in neue, regulierungsgetriebene Märkte, in denen Nachfrage nicht nur von der Wirtschaftslage, sondern zunehmend von Klimastandards bestimmt wird.
Duale Strategie: Volumen sichern, Wandel vorbereiten
Beide Vereinbarungen spiegeln eine zweigleisige Strategie wider. Auf der einen Seite nutzt Petrobras die eigene Stärke im Öl- und Gasgeschäft, um langfristige Abnahmeverträge mit verlässlichen Partnern zu schließen. Das sichert Auslastung und schafft Planungssicherheit im Kerngeschäft, insbesondere durch den höheren Absatz nach Indien.
Auf der anderen Seite investiert der Konzern in Produkte mit niedrigerem CO₂-Fußabdruck. Die Kooperation mit Odfjell ist ein konkreter Schritt, das Geschäft mit Biokraftstoffen und anderen „Low-Carbon“-Angeboten aufzubauen. Petrobras koppelt damit die hohen Cashflows aus der klassischen Förderung eng an den Ausbau neuer Ertragsquellen, die durch die globale Energiewende an Bedeutung gewinnen dürften.
Am Markt spiegelt sich zuletzt eine vorsichtig positive Tendenz wider: Die Aktie legte in den vergangenen 30 Tagen um gut 11 Prozent zu und notiert aktuell rund 7 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt, bleibt auf Jahressicht aber im Minus und deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch.
Blick auf die kommenden Quartalszahlen
Nach dieser Reihe operativer Neuigkeiten rückt nun der nächste Finanzbericht in den Fokus. Petrobras will seine kommenden Quartalszahlen voraussichtlich Ende Februar oder Anfang März 2026 vorlegen. Dann wird sich zeigen, wie sich die neuen Lieferverträge in den Kennzahlen zu Umsatz, Cashflow und Produktionsvolumen niederschlagen. Die aktuell vereinbarten Geschäfte liefern dem Konzern jedenfalls Rückenwind: Zum einen durch den ausgebauten Ölabsatz nach Indien, zum anderen durch erste messbare Umsätze im Bereich mariner Biokraftstoffe.
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