RWE kämpft mit gegenläufigen Kräften. Während der Konzern diese Woche mit Zuschlägen bei der britischen Erneuerbaren-Auktion und strategischen Partnerschaften im Nahen Osten punkten konnte, belasteten gestern Diskussionen über mögliche Änderungen am EU-Emissionshandelssystem die Aktie deutlich. Der Titel gehörte zu den größten Verlierern unter den europäischen Versorgern.
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
- UK-Auktion: 290 MW erneuerbarer Kapazität gesichert
- Partnerschaften mit ADNOC und Masdar vereinbart
- EU-Emissionshandel-Debatte belastet Sektor
- CO2-Zertifikatepreis auf Mehrmonatstief
EU-Emissionshandel setzt Versorger unter Druck
Am Donnerstag gerieten europäische Energieversorger unter erheblichen Verkaufsdruck. Auslöser waren Vorschläge deutscher und italienischer Regierungsvertreter zur Überarbeitung des EU-Emissionshandelssystems. Der Benchmark-Preis für EU-CO2-Zertifikate sank auf den niedrigsten Stand seit August.
Das ETS verpflichtet Kraftwerke zum Kauf von CO2-Zertifikaten und begrenzt deren Gesamtzahl. Eine Aufweichung des Systems könnte die Strompreise und damit die Margen der Erzeuger belasten – ein direkter Gegensatz zur jüngsten Hoffnung auf höhere Nachfrage durch KI-Rechenzentren.
Erfolgreiche britische Auktion
Am 10. Februar sicherte sich RWE bei der Allocation Round 7 Contracts for Difference für insgesamt 290 Megawatt. Die Zuschläge umfassen fünf Solarprojekte mit 215 MW zu einem Strike-Preis von £65,23 pro MWh sowie drei Onshore-Windprojekte mit 76 MW zu £72,24 pro MWh. Die inflationsindexierten Preise gelten für 20 Jahre.
Nach Fertigstellung können die Projekte rund 240.000 britische Haushalte versorgen. RWE betreibt im Vereinigten Königreich bereits über 30 Onshore-Windparks mit 730 MW Gesamtkapazität. Neun Solarprojekte mit etwa 440 MW und vier Windstandorte mit rund 230 MW befinden sich im Bau.
Strategische Weichenstellung im Nahen Osten
Während des Staatsbesuchs von Bundeskanzler Merz in den Vereinigten Arabischen Emiraten unterzeichnete RWE am 6. Februar zwei Absichtserklärungen. Mit ADNOC vereinbarte der Konzern LNG-Lieferungen von bis zu 1 Million Tonnen pro Jahr für einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren. Das entspricht etwa 1,4 Milliarden Kubikmetern Erdgas jährlich.
Mit Masdar plant RWE Investitionen in Batteriespeichersysteme mit einer Kapazität von bis zu 2 Gigawatt bis 2035 in Deutschland. Masdar prüft zunächst Investitionen in bestehende RWE-Projekte mit bis zu 1 GW bis 2030.
Batteriespeicher Lingen nimmt Fahrt auf
Anfang Februar startete der Bau eines 400-MW-Batteriespeichersystems am Standort Lingen. Die Anlage mit mindestens 800 MWh Speicherkapazität soll 2028 in Betrieb gehen und wird das größte Batteriespeichersystem der Region. Parallel schloss RWE einen Stromabnahmevertrag mit Amazon über 110 MW Offshore-Windstrom aus dem Nordseecluster B.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, wie sich die EU-Emissionshandelsdebatte entwickelt und ob die strategischen Erfolge die regulatorischen Unsicherheiten ausgleichen können. Am 11. März folgen die Q4-Ergebnisse.
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