DJ BÖRSENAUSBLICK/DAX wieder Richtung Jahreshoch .


12.03.10 14:20
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DJ BÖRSENAUSBLICK/DAX wieder Richtung Jahreshoch -Verfall stützt

FRANKFURT (Dow Jones)--Gute Chancen auf weiter steigende Kurse am deutschen Aktienmarkt sehen Marktteilnehmer in der kommenden Woche.

Angetrieben werden könnte der Markt zum einen vom großen Verfall an den Terminbörsen: Am kommenden Freitag laufen an der Terminbörse Eurex Futures auf die Indizes sowie Optionen auf Einzelaktien und Indizes aus. Dieser sogenannte große Hexensabbat verlängert häufig den vorangegangenen Trend, und der ist seit zwei Wochen nach oben gerichtet. Zunächst könnte die 6.000er Marke Widerstand bieten, hier sind am Freitagmittag noch 67.000 Call-Kontrakte offen und 20.000 Put-Kontrakte. Sollte der DAX die 6.000er Marke überwinden, könnte sich die Aufwärtsdynamik noch einmal beschleunigen, meinen Marktteilnehmer.

Auch aus technischer Sicht scheint der Weg zu weiter steigenden Kursen eingeschlagen zu sein. Der DAX hat eine kleine umgekehrte Kopf-Schulter-Formation ausgebildet mit einem Tief bei etwa 5.400 und einer Nackenlinie bei den beiden Schultern bei etwa 5.750 Punkten, daraus lässt sich ein Kursziel in der Nähe des Jahreshochs von 6.094 Punkten ableiten.

Die "Bären", also die Pessimisten am Markt, verweisen auf das negative Umsatzverhalten; sowohl in den USA als auch in Europa sind die Umsätze seit dem Tief im März 2009 tendenziell zurückgegangen. Die Verfalls-Woche im März geht aber tendenziell mit deutlich steigenden Umsätzen einher. Wichtig wäre laut technischen Analysten, dass die Umsätze im DAX bei einem Ausbruch auf neue Jahreshochs deutlich steigen. Dann würde aus dem Ausbruch ein Kaufsignal werden, das den DAX Richtung 6.500 oder sogar 7.000 Punkte treiben könnte; ohne Umsatzbestätigung wäre die Gefahr eines Fehlausbruchs dagegen groß.

Lust auf den DAX macht Marktteilnehmern der Blick auf den SMI. Der schweizerische Aktienindex hat sein Januar-Hoch überwunden und bereits um etwa 3% hinter sich gelassen, seit Jahresbeginn weist er bereits ein Plus von etwa 5% auf. Den Grund sehen Marktteilnehmer darin, dass die Schweiz nicht von der Euro-Krise betroffen ist. "Viele Hedge-Fonds haben den Euro geshortet, und mit ihm Euro-Aktien und Rohstoffe", meint Chris Zwermann von Zwermann Financial. Er meint deshalb auch, mit einem wieder steigenden Euro müssten die Aktien aus Euroland ebenfalls deutlich anziehen.

Und die Chancen auf einen steigenden Euro nehmen zu. Die Unterstützung bei 1,3440 USD hat nun bereits fünf Wochen den Verkäufen Stand gehalten. Die ersten Hedge-Fonds könnten deshalb laut Marktteilnehmern schon bald die Geduld verlieren. Weiterer Gegenwind droht den Euro-Pessimisten aus der Politik; Gerade erst hat US-Präsident Obama eine Export-Offensive der USA angekündigt. "Dafür ist aber ein schwacher Dollar notwendig", so ein Marktteilnehmer. Ein Blick auf das Verhältnis des Dollar zu anderen Währungen wie kanadischen und australischen Dollar, mexikanischen Peso, brasilianischen Real oder südafrikanischen Rand zeigt, dass der Dollar in der Breite alles andere als fest ist.

Sollten die USA aber eine Politik des schwachen Dollar einschlagen, sind schnelle Leitzinserhöhungen in den USA kaum zu befürchten, denn sie würden den Dollar stärken. Damit sollte die Liquiditätssituation die Aktienmärkte weiterhin unterstützen, heißt es am Markt. Das gleiche gilt für die Konjunktur. Die starken Auftragseingänge in Deutschland deuten auf kräftiges Wachstum im zweiten Quartal hin. In den USA zeigen die Komponenten für die Aufträge und die Beschäftigung in den Einkaufsmanagerindizes nach oben. Die akkumulierten Gewinnschätzungen für den DAX liegen bei gut 460 EUR für dieses Jahr und bei gut 550 EUR für nächstes Jahr. Damit sind die KGVs mit 13 auf Basis der 2010er Schätzungen und 11 auf Basis der 2011er Schätzungen recht moderat.

Die Schuldenkrise könnte ihren Schrecken für die Aktienmärkte weiter verlieren. Anleger seien weltweit in Anleihen übergewichtet, die Gewichtung in Aktien liege dagegen noch im Normalbereich. "Angesichts der Verschuldung vieler Staaten macht eher ein Umschichten von Anleihen in Aktien Sinn", so ein Marktteilnehmer, der meint, ein solcher Trend könnte die Aktienmärkte in den kommenden Wochen weiter unterstützen.

Angesichts des genannten Umfelds dürfte die Sitzung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche weniger Einfluss als sonst auf die Märkte ausüben. Die Fed schaut laut Marktteilnehmern auf den Arbeitsmarktbericht und nicht auf die Beschäftigungskomponenten in den Einkaufsmanagerindizes; angesichts des schwachen Arbeitsmarkts ist ein Zinsschritt nicht zu erwarten. Impulse ausgehen könnten dagegen vom Empire State Manufacturing Index, der Industrieproduktion, den Baubeginnen und Baugenehmigungen sowie den Erzeuger- und Verbraucherpreisen. In Deutschland wird der ZEW-Konjunkturindex veröffentlicht. Wegen der Einführung der Sommerzeit in den USA überschneiden sich europäischer und US-Handel eine Stunde länger als sonst.

  -Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 217, 
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March 12, 2010 07:49 ET (12:49 GMT)

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