DJ BMW 2009 von höherer Steuerquote und Wirtschaftskrise belastet
Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Die im Zuge der Wirtschaftskrise eingebrochene Nachfrage und eine höhere Steuerquote haben dem Luxusautohersteller BMW die Bilanz verhagelt.
"Wir haben uns 2009 in einem weltweit schwierigen Marktumfeld gut geschlagen. Unser Kostenmanagement sowie die gezielten Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz zeigen Wirkung, auch wenn die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich zu spüren waren", sagte Vorstandsvorsitzender Norbert Reithofer.
Der Schwund bei den Verkaufszahlen im Krisenjahr 2009 drückte den Umsatz um 4,7% auf 50,681 Mrd EUR. Wegen des Absatzrückgangs rutschte das EBIT des Segments Automobile mit minus 265 (plus 690) Mio EUR in die Verlustzone. Im vierten Quartal schrieb der Bereich mit 93 Mio EUR aber wieder ein positives EBIT.
Im Konzern fiel das EBIT 2009 auf 289 (921) Mio EUR. Weil nicht mehr hohe Verluste als Folge der Restwert- und Kreditrisiken wie im Vorjahr anfielen, stieg das EBIT im Bereich Finanzdienstleistungen aber auf plus 355 (minus 216) Mio EUR. Vor Steuern verdiente BMW deshalb mit 413 (351) Mio EUR rund 18% mehr als im Vorjahr. Die gestiegene Steuerquote ließ den Nachsteuergewinn jedoch um 36% auf 210 Mio EUR einbrechen.
Trotz des Gewinnrückgangs unter dem Strich will BMW die Dividende stabil halten. Es sollen erneut 0,30 EUR je Stamm- und 0,32 EUR je Vorzugsaktie ausgeschüttet werden.
Für das laufende Jahr zeigte sich der DAX-Konzern vorsichtig optimistisch. Dank neuer Modelle und einer Erholung der Konjunktur soll der Absatz im einstelligen Prozentbereich auf über 1,3 Mio Fahrzeuge steigen.
Dass die Münchener trotz der Wirtschaftskrise und deren massiven Folgen auf die Nachfrage nach hochpreisigen Fahrzeugen im Jahr 2009 Gewinn geschrieben haben, kommt nicht überraschend. Das Management hatte stets betont, dass die Gewinnschwelle erreicht werden würde, sollte der Absatzrückgang auf 15% begrenzt bleiben. 2009 verkaufte BMW knapp 1,3 Mio Autos, davon 1,07 Mio der Kernmarke. Das entspricht einem Minus von gut einem Zehntel.
In der Gewinnzone gehalten hat BMW unter anderem die strikte Kostendisziplin. Um die Auswirkungen der schwachen Nachfrage abzufedern, hatte das Management bereits frühzeitig auf die Kostenbremse getreten. Insgesamt sollen bis 2012 deutlich mehr 6 Mrd EUR eingespart werden. Im Zuge der Sparbemühungen sank die Beschäftigtenzahl im vergangenen Jahr um knapp 4.000 auf gut 96.200.
Nicht alle Konkurrenten im Premiumsegment konnten das Krisenjahr 2009 mit schwarzen Zahlen abschließen. Mitte Februar hatte die Daimler-Tochter Mercedes-Benz den Markt mit einem Verlust vor Zinsen und Steuern von rund einer halben Mrd EUR geschockt. Der momentan wohl schärfste BMW-Wettbewerber im Kampf um die Krone im Luxussegment, die Volkswagen-Tochter Audi, ließ sich zu Beginn der Woche in die Bücher für das abgelaufene Jahr schauen. Die Ingolstädter mussten zwar einen größeren Umsatzrückgang als BMW verbuchen, wiesen aber einen operativen Gewinn von immer noch 1,60 (2,77) Mrd EUR aus.
Die Folgen der Wirtschaftskrise trafen BMW vor allem auf dem US-Markt hart, wo das Unternehmen stark engagiert ist. Anders als Volumenhersteller profitierte der Premiumhersteller außerdem kaum von den in vielen Ländern zur Stimulierung der Nachfrage aufgelegten Abwrackprämien.
2009 gab der Absatz der Münchener angesichts der zeitweise sehr schwachen Nachfrage um gut ein Zehntel auf 1,29 Fahrzeuge nach. Mit gut 1,07 Mio verkauften Premiumwagen der Kernmarke behauptete BMW die Spitzenposition im Luxussegment vor den deutschen Wettbewerbern Mercedes-Benz (1,01 Mio) und Audi (0,95 Mio). Bis 2015 will die VW-Tochter die Konkurrenten aber verdrängen und zum weltgrößten Luxushersteller aufsteigen.
In das neue Jahr startete der Branchenprimus dank des schwachen Vergleichszeitraums und der starken Entwicklung des Asien-Geschäfts mit einem satten Absatzplus von 15,3% auf 173.911 Einheiten in den Monaten Januar und Februar. Auf Gesamtjahressicht peilt BMW ein Absatzplus im einstelligen Prozentbereich an; auf Konzernebene sollen mehr als 1,3 Mio Autos verkauft werden.
Hoffnung machen nicht nur die Märkte in Asien sondern auch in Südamerika und neue Modelle. Vor allem der neue 5er, eines der wichtigsten Modelle der Münchener, soll einer der Erfolgsgaranten sein. Auch der kleine Geländewagen X1 und der Mini-Geländewagen Countryman sollen die Kunden in die Ladenlokale locken.
Webseite: www.bmw.com
-Von Nico Schmidt und Jürgen Hesse, Dow Jones Newswires;
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March 11, 2010 05:40 ET (10:40 GMT)
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