DJ Darmstadt zahlt für HSE-Paket 280 Millionen Euro an.


14.02.12 17:10
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DJ Darmstadt zahlt für HSE-Paket 280 Millionen Euro an E.ON

DARMSTADT (Dow Jones)--Die Stadt Darmstadt hat die komplette Rekommunalisierung ihres Regionalversorgers HSE eingeleitet und zahlt dem Energiekonzern E.ON für dessen 40-prozentiges HSE-Aktienpaket einen Kaufpreis von insgesamt 280 Millionen Euro.

Die Summe setze sich aus einem Basiskaufpreis von 234 Millionen Euro sowie festgelegten Dividendenzahlungen an E.ON in Höhe von 46 Millionen Euro zusammen, sagte der Vorstand der städtischen Beteiligungsholding Heag, Klaus Michael Ahrend, auf einer Pressekonferenz in Darmstadt.

Der Aufsichtsrat der Heag hat die Transaktion bereits abgesegnet. Die Zustimmung der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung gilt als sicher, da alle Parteien die Rückkaufpläne -trotz immenser Verschuldung der Kommune -befürworten. Mit dem Erwerb weiterer Aktienanteile stockt die Stadt ihre Beteiligung an der HSE auf rund 93 Prozent auf. Die restlichen Anteile gehören umliegenden Landkreisen und Kommunen.

Die Stadt wolle nicht dauerhaft 93 Prozent an dem Regionalversorger halten, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch. "Wir werden allen umliegenden Kommunen ein attraktives Angebot machen, sich an der HSE zu beteiligen", erklärte der Grünen-Politiker. Als Vorbild nannte Partsch das Modell des Freiburger Regionalversorgers Badenova. Dort sei es gelungen, die umliegenden Kommunen an den Energieversorger der Region zu binden, was auch die Verlängerung von Konzessionsverträgen deutlich erleichtere.

Darüber hinaus sei die Stadt in "belastbaren Gesprächen" mit möglichen künftigen strategischen Partnern für die HSE, erklärte Partsch ohne Namen nennen zu wollen. Dabei handele es sich aber nicht um den Energiekonzern EnBW. Mit EnBW seien weder Gespräche noch gar Verhandlungen über einen Einstieg in Darmstadt geführt worden, dementierte Partsch jüngste Medienberichte. Für die Zukunft sei ein Bündnis mit anderen Regionalversorgern ebenso denkbar wie eine Kooperation mit einem "stärkeren Partner", der die nationale Strategie der HSE unterstütze.

Das Verhältnis zum HSE-Vorstand bezeichnete der Oberbürgermeister, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Holding und ab Anfang März auch HSE-Aufsichtsrat ist, als "belastet". Mögliche Konsequenzen aus dem jüngsten Vorgehen des Vorstandes müssten diskutiert werden, dabei könnten auch personelle Konsequenzen gezogen werden. "Ich schließe nichts aus", so Partsch.

Die Ex-Politikerin der Grünen, Christine Scheel, hatte sich nur zwei Tage nach ihrem Start als HSE-Vorstand strikt gegen einen Aktienrückkauf ausgesprochen und sogar mit Rücktritt gedroht. "Wir sehen die Pläne der Stadt nicht nur kritisch, sondern sogar negativ", sagte die langjährige Finanzexpertin der Bundesgrünen auf einer Pressekonferenz Anfang Februar. Darüber herrsche im Vorstand Einigkeit. Ein "schuldenfinanzierter Rückkauf" des E.ON-Pakets behindere die Finanzierungsmöglichkeiten des Versorgers und werde die weitere Entwicklung zu einem "bedeutenden Energiekonzern" stoppen, so Scheel. HSE benötige stattdessen einen "starken strategischen Partner".

Das Verhalten von Scheel und des gesamten Vorstandes sei "nicht nachvollziehbar, sehr problematisch" und "auch nicht professionell", betonte Partsch. Es seien auch Zweifel angebracht, ob der HSE-Vorstand -wie behauptet -den Willen der HSE-Mitarbeiter repräsentiere.

Für den Kauf der E.ON-Anteile sei eine städtische Bürgschaft vorgesehen, erklärte Heag-Vorstand Markus Hoschek. Eine Belastung für den städtischen Haushalt ergebe sich nicht. "Der Kauf trägt sich selbst", betonte Hoschek und verwies auf die momentan günstigen Finanzierungsbedingungen. Die Fokussierung der HSE auf erneuerbare Energien biete zudem ein attraktives Wertsteigerungspotenzial. Für die kommenden Jahre hat der Vorstand allerdings einen Bilanzgewinn von lediglich 25 Millionen Euro angekündigt -ein für einen Regionalversorger dieser Größe vergleichsweise geringer Wert.

E.ON und die Stadt Darmstadt hatten sich bereits im August 2010 auf die Grundzüge des Aktienverkaufs geeinigt. E.ON teilte damals mit, es sei ein Verkaufspreis von 305 Millionen Euro vereinbart worden. Doch geriet der Rückkauf in die Mühlen kommunalen Politgerangels. Nunmehr kommt die Stadt günstiger weg. Bei E.ON steht die Beteiligung an der HSE nach Informationen von Dow Jones Energy Daily mit rund 355 Mio Euro in den Büchern.

 
-Von Klaus Hinkel, Dow Jones Energy Daily; 
+49 (0)69 29725 110, unternehmen.de@dowjones.com 
DJG/sha 

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February 14, 2012 10:39 ET (15:39 GMT)

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