DJ Deutsche Bank hat überschaubares Risiko in kritischen.


27.07.10 12:20
Meldung
 

DJ Deutsche Bank hat überschaubares Risiko in kritischen EU-Ländern

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Deutsche Bank hat ein überschaubares Risiko in den als wirtschaftlich unsicher geltenden Ländern der Europäischen Union.

In Portugal, Irland, Griechenland und Spanien hat die Bank -nach Absicherung -Positionen im Volumen von rund 2 Mrd EUR, wie Finanzvorstand Stefan Krause während einer Telefonkonferenz für Analysten am Dienstag sagte. In Italien -ein Land, das bislang lediglich als gefährdet gilt -haben die Positionen unter dem Strich einen Umfang von 8,1 Mrd EUR. Damit steht die Deutsche Bank, insbesondere im Vergleich zu kleineren Banken, insgesamt gut da.

Der DAX-Konzern war mit fünf weiteren Instituten wegen mangelhafter Transparenz in die Kritik geraten. Die Deutsche Bank AG hatte zwar bereits zuvor Angaben zu den Engagements in kritischen EU-Länder veröffentlicht; allerdings war am Wochenende Kritik laut geworden, warum die Bank nicht auch am vergangenen Freitag bei Bekanntgabe der Stresstestergebnisse die vollständigen Formulare der europäischen Aufsichtsbehörde CEBS veröffentlicht hatte. Von den 14 abgefragten deutschen Banken hatten acht diese Angaben gemacht.

Andere Banken wie die Postbank gaben auf Anfrage die Investitionen in Staatsanleihen bekannt (Stand 20. Juli): Der Löwenanteil des Engagements liegt demnach in Italien bei 4,6 Mrd EUR, gefolgt von Griechenland (1,3 Mrd EUR), Spanien (1,2 Mrd EUR), Irland (300 Mio EUR) und Portugal (50 Mio EUR).

Auch die Landesbank Berlin brachte nachträglich Licht ins Dunkel und gab folgende Volumina bekannt: Italien 439 Mio EUR, Griechenland 393 Mio EUR sowie Spanien 183 Mio EUR. In Irland und Portugal hat die Bank nicht in Staatsanleihen investiert.

Die WGZ hält nach Angaben auf ihrer Webseite fast alle Staatsanleihen in ihrem über 35 Mrd EUR schweren Portfolio bis zur Fälligkeit und muss für diese deshalb keine Abschläge vornehmen, die das Stresstestszenario vorsieht. So müssen beispielsweise griechische Staatsanleihen im Handelsbuch einer Bank theoretisch mit 23% diskontiert werden. Auf langfristig gehaltene Wertpapiere im Bankbuch findet dies jedoch keine Anwendung. Dazu hätte man den Fall eines möglichen Staatsbankrotts annehmen müssen und das ist laut den EU-Behörden "undenkbar".

Das Engagement der WGZ in Griechenland belief sich per Ende März 2010 auf 583 Mio EUR, in Spanien auf rund 2 Mrd EUR, in Italien auf 1,53 Mrd EUR, in Irland auf 244 Mio EUR und in Portugal auf 623 Mio EUR. Damit summieren sich die Investitionen des Düsseldorfer Instituts in diesen als risikoreichsten Ländern der EU angesehenen Staaten auf über 4 Mrd EUR.

Bei den restlichen zwei Banken, die wegen der als mangelhaft bewerteten Transparenz in die Kritik geraten sind, handelt es sich um die DZ Bank und die als einzige deutsche Bank durch den Test gefallene Hypo Real Estate (HRE). Der Löwenanteil des Engagements der HRE liegt in Italien mit 37,4 Mrd EUR. In Spanien liegt das Engagement, das bei einem Zahlungsausfall des Landes betroffen wäre (Exposure at Default), bei 13,8 Mrd EUR, in Irland bei 10,3 Mrd EUR, in Griechenland bei 7,9 Mrd EUR und in Portugal bei 3,7 Mrd EUR.

Die DZ Bank ist in diesen fünf Ländern mit über 11 Mrd EUR investiert. Der Löwenanteil des Engagements lag per Ende März in Spanien bei 5,19 Mrd EUR, gefolgt von Italien (3,26 Mrd EUR), Portugal (1,32 Mrd EUR), Griechenland (rund 2 Mrd EUR) und Irland (310 Mio EUR).

Bei dem Test, dem sich 91 europäische Banken unterziehen mussten, hatten die Bankaufsichten die Fähigkeit der Institute geprüft, zusätzliche Schocks in Form von Kredit- und Marktrisiken auszuhalten, darunter Risiken, die sich aus Engagements in Staatsanleihen ergeben. So wurden Stress-Szenarien simuliert wie beispielsweise eine zwei Jahre andauernde Rezession. Unter solchen Szenarien sollten die Banken in der Lage sein, eine Kernkapitalquote von mindestens 6% zu halten. Von den 91 Banken in Europa fielen neben der HRE sechs weitere durch den Test, fünf Sparkassen in Spanien und eine Bank in Griechenland.

 
 
Webseiten: 
www.db.com 
www.postbank.de 
www.lbb.de 
www.hyporealestate.de 
 
-Von Madeleine Nissen, Dow Jones Newswires, 
+49 (0)69
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DJG/maw/brb 
 

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July 27, 2010 05:49 ET (09:49 GMT)

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