DJ Europas Börsen nach US-Einzelhandels-Daten mit Gewi.


14.02.12 19:11
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DJ Europas Börsen nach US-Einzelhandels-Daten mit Gewinnmitnahmen

FRANKFURT (Dow Jones)--Etwas leichter haben sich Europas Börsen am Dienstag aus dem Handel verabschiedet.

Eine uneinheitliche Nachrichtenlage und stärkere Gewinnmitnahmen in Banken und Rohstoff-Werten setzten den Markt unter Druck. Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,1 Prozent oder 3 auf 2.488 Punkte, der Stoxx-50 gab um 0,2 Prozent oder 6 auf 2.484 Zähler nach. Selbst gute Anleihe-Auktionen in Italien und Spanien sowie ein unerwartet starker deutscher ZEW-Konjunkturindikator stützten kaum. Belastend wirkte eine Abstufung zahlreicher Euro-Länder durch die Ratingagentur Moody's. Auch die US-Einzelhandelsdaten fielen schwächer als erwartet aus. Im Blick steht nun das Treffen der Euro-Finanzminister zu Griechenland am Mittwoch.

Schwächere US-Einzelhandelsdaten lösen Gewinnmitnahmen aus

Als enttäuschend werteten ein Händler die US-Einzelhandelszahlen. Der Einzelhandel in den USA legte im Januar nur um 0,4 Prozent zu, erwartet waren plus 0,9 Prozent. Die Hoffnung auf eine schnellere Erholung der US-Volkswirtschaft sei zum dominierenden Thema in den USA geworden, sagte ein Händler: "Das hatte sogar Griechenland abgelöst". Dies spiegelte sich auch am Druck auf den Euro, der als Risikobarometer für eine stärkere globale Konjunkturerholung sonst von den Daten hätte profitieren können. Dies habe nach der Rally der letzten Wochen zu Gewinnmitnahmen geführt. Mit den Banken (-1,2%), den Basic Resources (-1,8%) und den Auto-Werten (-0,9%) seien genau jene Branchen am stärksten abverkauft worden, die vor Wochen als erste mit den aufkeimenden Konjunkturhoffnungen gekauft worden waren.

Moody's-Abstufung durch ZEW-Index aufgewogen

Noch am Morgen hatte der Markt erleichtert auf die Auktionen spanischer und italienischer Schuldpapiere reagiert. Sie liefen problemlos trotz der Abstufung der Länder durch die Rating-Agentur Moody's ab. Auch der ZEW-Index sorgte für gute Laune: Die Konjunkturerwartungen lagen erstmals seit Mai 2011 wieder im positiven Bereich, der Index kletterte im Februar auf plus 5,4 Punkte von minus 21,6 im Januar. Händler hoffen nun auf einen guten ifo-Index am Donnerstag, der als wichtigstes Barometer von Europas größter Volkswirtschaft gilt.

Geldspritzen auch aus Japan -Blick auf Eurogruppen-Treffen am Mittwoch

Positiv aufgenommen wurde auch das muntere Gelddrucken rund um den Globus. In der Nacht verkündete die japanische Notenbank weitere Geldspritzen. Das Land will energischer gegen Deflation vorgehen und hat angekündigt, dafür frisches Geld zu drucken. Das Kaufziel für Wertpapiere wurde um 10 Billionen Yen auf 65 Billionen Yen aufgestockt.

Alle Blicke sind nun gerichtet auf das Treffen der Eurozone-Finanzminister am Mittwoch zur Griechenland-Krise. Hier soll auch die Vereinbarung zum freiwilligen Schuldenschnitt privater Gläubiger veröffentlicht werden. "Sollten sich zu wenig private Gläubiger beteiligen, könnte das die Stimmung wieder belasten", meinte ein Marktteilnehmer.

Kurssprung bei Alcatel-Lucent -Tech-Werte gesucht

Anschlusskäufe nach den Zahlen vom Freitag machten Händler für den Kurssprung von 5,9 Prozent auf 1,75 Euro bei Alcatel-Lucent verantwortlich. "Das Unternehmen hat immerhin das erste Mal in seiner Geschichte einen Jahresgewinn vermelden können", sagte ein Händler: "Das ist schon ein eklatanter Einschnitt gegen früher". So etwas werde immer mit Käufen belohnt, da nun die Hoffnung auf einen längerfristigen Turnaround bestehe. Auch Nokia stiegen um 2,1 Prozent auf 3,84 Euro, SAP legten um 1,2 Prozent auf 48,42 EUR zu. Hier hatten Goldman Sachs das Kursziel deutlich erhöht auf 72 nach 61 Euro. Der Sektor der Tech-Werte gehörte mit plus 0,6 Prozent zu den Tagesgewinnern.

L´Oreal auf Wachstumskurs

Gesucht waren auch L´Oreal, die nach guten Geschäftszahlen 3,8 Prozent auf 84,73 Euro stiegen. "Umsatz und Betriebsgewinn liegen über den Erwartungen, der Ausblick ist in Ordnung", sagte ein Marktteilnehmer. Der französische Konzern hat im vergangenen Jahr von der starken Nachfrage aus den Schwellenländern profitiert. Die guten Zahlen beflügelten auch die Konkurrenten, der Index für Personal & Household Goods legte um 0,6 Prozent zu.

 
Europäische Schlussbörsen vom Dienstag, 14. Februar 
.=== 
.            Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
.                              stand      absolut         in %          seit 
.                                                               Jahresbeginn 
Europa       Euro-Stoxx-50   2488,29        -3,25        -0,1%           7,4 
.            Stoxx-50        2484,15        -5,71        -0,2%           4,8 
.            Stoxx-600        262,56        -0,61        -0,2%           7,4 
Frankfurt    XETRA-DAX       6728,19       -10,28        -0,2%          14,1 
London       FTSE-100        5899,87        -5,83        -0,1%           6,0 
Paris        CAC-40          3375,64        -8,91        -0,3%           6,8 
Amsterdam    AEX              321,87        -0,74        -0,2%           3,0 
Athen        ATHEX-20         343,03        -6,34        -1,8%          29,5 
Brüssel      BEL-20          2234,38       -23,72        -1,1%           7,2 
Budapest     BUX            19046,83      -145,68        -0,8%          12,2 
Helsinki     OMXH-25         2189,56        -3,64        -0,2%          12,7 
Istanbul     NAT30          72327,43     -1281,15        -1,7%          17,2 
Kopenhagen   OMXC-20          442,18        -2,78        -0,6%          13,4 
Madrid       IBEX-35         8771,90       -16,40        -0,2%           2,4 
Mailand      FTSE-MIB       16445,91        76,63        +0,5%           9,0 
Moskau       RTS             1644,10        -1,84        -0,1%          19,0 
Oslo         OBX              381,86        -1,26        -0,3%           6,8 
Prag         PX              1004,70        -5,70        -0,6%          10,3 
Stockholm    OMXS-30         1069,64        -4,67        -0,4%           8,3 
Warschau     WIG-20          2329,32       -12,97        -0,6%           8,6 
Wien         ATX             2175,71       -30,67        -1,4%          15,0 
Zürich       SMI             6163,82       -13,62        -0,2%           3,8 
.=== 
DJG/mod/raz 
 

(END) Dow Jones Newswires

February 14, 2012 12:39 ET (17:39 GMT)

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