DJ Europas Börsen am Mittag fester -Banken haussieren
FRANKFURT (Dow Jones)--Fester tendieren die Aktien an den Börsen in Europa am Dienstagmittag.
Für neue Impulse könnten am Nachmittag die US-Konjunkturdaten sorgen. Auf dem Programm stehen der Case-Shiller-Hauspreisindex für Mai und das vom Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board berechnete Verbrauchervertrauen für Juli. Charttechnisch liegt der nächste Widerstand für den Euro-Stoxx-50-Index im Bereich von 2.800 Punkten. Unterstützung findet sich auf dem Niveau von 2.700 Punkten.
Bankenwerte legen deutlich zu
Mit 3,7% Aufschlag können die Bankenwerte deutlich zulegen. Die Ergebniskennziffern der Deutschen Bank zum zweiten Quartal 2010 haben die Erwartung von Bernstein Research deutlich übertroffen. Vor allem die Verbesserung in den "stabilen Geschäftsfeldern", also im Transaction Banking und im Privat- und Geschäftskundenbereich (PBC), sei erfreulich. Die Aktie steigt um 3,3% auf 52,05 EUR.
Auch für UBS ist Bernstein Research voll des Lobes: Dank eines starken Investmentbankings hat die UBS die Erwartung im zweiten Quartal 2010 übertroffen. Der Umsatz im Aktienhandel habe um 9% im Vergleich zum ersten Quartal zugelegt, während die Analysten mit einem Minus von 27% gerechnet hatten.
Noch wichtiger aber sei, dass der Umsatz mit festverzinslichen Wertpapieren sowie im Währungs- und Rohstoffhandel weit weniger stark zurückgegangen sei als bei den Wettbewerbern. Offenbar sei der UBS die Trendwende im Investmentbanking gelungen. Mit plus 9,9% auf 17,25 CHF rückt das Schweizer Papier deutlich vor.
Als positiv für die europäischen Banken bewertet ein Händler die am Vorabend gefassten Beschlüsse zu "Basel III". "Es gibt ein gewisses Entgegenkommen beim Kernkapital sowie komfortable Übergangsfristen", sagt er. Davon sollten seiner Ansicht nach besonders die französischen Kreditinstitute profitieren. Hier steigen Credit Agricole um 8,6% auf 10,48 EUR und Societe Generale um 8,1% auf 43,24 EUR.
Technologiewerte geben nach -SAP unter Druck
Mit einem Abschlag von 0,6% liegen die Technologiewerte hinter dem Gesamtmarkt zurück. Die Zweitquartalszahlen von SAP liegen über den Erwartungen der WGZ-Bank. Der Umsatz kletterte mit 12% stärker als von den Analysten prognostiziert. Bei unterproportional gestiegenen operativen Kosten habe das Betriebsergebnis mit 0,77 Mrd EUR stärker zugelegt als von ihnen mit 0,69 Mrd EUR erwartet. Neben der Ergebnisentwicklung seien auch die Bilanzkennzahlen positiv ausgefallen. Doch die Aktie gibt 2,5% auf 36,35 EUR nach. "Möglicherweise sind die Anleger enttäuscht über den Netto-Gewinn und die Margenentwicklung", so ein Händler.
Autowerte verlieren -Daimler überzeugend, aber nicht überraschend
Mit 1,1% Abschlage müssen die Automobilwerte merkliche Abgaben hinnehmen. Positiv bewerten Händler den Zwischenbericht von Daimler. Die neue Prognose eines Konzern-EBIT von 6 Mrd EUR liege über der Konsensschätzung von 5,4 Mrd EUR. Allerdings tue sich der Kurs mit weiteren Gewinnen schwer. Der Markt habe bereits mit hochgesteckten Erwartungen der Veröffentlichung entgegen gesehen. Nun gebe es erst einmal "Sell on good News". Daimler verlieren 1,8% auf 42,38 EUR. BMW verlieren 0,6% auf 41,85 EUR.
Nahrungsmittelwerte geben deutlich nach -Danone-Zahlen verderben Anlegern den Appetit
Die Nahrungsmittelwerte geben mit 1,4% Abschlag indes deutlich nach. Hier stehen Danone mit 3,7% Abschlag auf 44,60 EUR sichtlich im Minus. Die Ergebnisse für das erste Halbjahr bewegten sich im Rahmen der Erwartungen, doch die Margen hätten die Prognosen verfehlt, monieren die Analysten von Nomura. Zudem sei der Ausblick für die Margenentwicklung nicht angehoben worden. Darüber hinaus habe die Aktie den Gesamtmarkt zuletzt deutlich übertroffen und sei gleichzeitig höher bewertet als Wettbewerber wie Nestle oder Unilever, weiß ein Händler.
DJG/mif/jej/cln
(END) Dow Jones Newswires
July 27, 2010 06:49 ET (10:49 GMT)
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