DJ Europas Börsen leicht im Plus - "Greek Fatigue&.


09.02.12 13:00
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DJ Europas Börsen leicht im Plus -"Greek Fatigue" greift um sich

FRANKFURT (Dow Jones)--Leicht im Plus zeigen sich Europas Börsen am Donnerstagmittag.

Der Euro-Stoxx-50 steigt gegen 12.14 Uhr um 0,3 Prozent oder 8 auf 2.520 Punkte, der Stoxx-50 legt um 0,2 Prozent oder 4 auf 2.489 Zähler zu. Eine neue Galgenfrist der Troika für Griechenland wird im Markt achselzuckend zur Kenntnis genommen.

"Man hat sich daran gewöhnt, dass keine Zusage von da unten stimmt", so ein Händler. EU, EZB und IWF haben den Hellenen 15 Tage mehr Zeit eingeräumt, um weitere Einsparmöglichkeiten auszumachen. Zuletzt hatten sich die Führer der Parteien des Landes nicht auf die geforderte Kürzung bei den Zusatzrenten einigen können. Im Fokus stehen daher eher die zahlreichen Quartalsdaten europäischer Blue-Chip-Unternehmen zum vierten Quartal. Sie sind überwiegend enttäuschend ausgefallen. Dies bestätige allerdings nur das Bild der bisherigen Makro-Daten, heißt es.

Im Blick stehen am Mittag die Notenbanker aus Groß-Britannien. Angesichts der anhaltenden Konjunkturschwäche dürfte die Bank of England (BoE) das Volumen des Kaufprogramms für Staatsanleihen erneut aufstocken. Die meisten Ökonomen erwarten einen Aufschlag von 50 Milliarden Pfund, einige Volkswirte rechnen gar mit zusätzlichen 75 Milliarden Pfund. Auch die EZB wird über ihre Geldpolitik entscheiden, im Gegensatz zur BoE dürfte die Notenbank aber nichts ändern.

Ermüdung wegen Griechenland -"The Greek Fatigue" greift um sich

Das schier unendliche Gezerre um einen Schuldenschnitt und ein zweites Rettungspaket für Athen scheint hingegen langsam in den Hintergrund zu rücken. "Ich kann es langsam nicht mehr hören", heißt es dazu mehrfach aus dem Handel. Die endlose Wiederholung aus angeblich finalen Treffen, nicht erfüllten Zusagen und erneuten Treffen habe bei US-Tradern nun sogar seinen eigenen Namen bekommen -"The Greek Fatigue", also die völlige Ermüdung über Nachrichten aus Griechenland.

Für die internationalen Aktienmärkte seien dies allerdings gute Nachrichten: "Egal was da unten noch passiert, es interessiert keinen mehr", so ein Händler. Selbst eine Pleite würde nun eher mit Erleichterung aufgenommen werden. Der Markt könne sich daher auf seine guten Fundamentaldaten konzentrieren und weiter steigen. Auch Bankenwerte legen weiter zu, der Sektor notiert 0,8 Prozent im Plus. Aktien von französischen Instituten ziehen sogar um bis zu 3 Prozent an.

Bilanzsaison in vollem Gange -Zahlen überwiegend enttäuschend

Auf Unternehmensseite haben zahlreiche Großunternehmen wie Credit Suisse, BG Group, Rio Tinto oder Daimler ihre Geschäftsberichte vorgelegt. Die meisten fielen entsprechend des schwachen vierten Quartals enttäuschend aus.

"Schlecht wie bereits die Zahlen von Deutscher Bank und UBS", kommentiert ein Händler den Geschäftsbericht der Credit Suisse für das vierte Quartal. Wie den anderen Kreditinstituten hätten auch der schweizerischen Großbank ein schwaches Investmentbanking, Restrukturierungskosten sowie der Abbau risikogewichteter Aktiva die Bilanz verhagelt. CS Group verlieren 3 Prozent auf 24,48 Franken.

Enttäuschend sind den Analysten von Cheuvreux zufolge auch die Zahlen von ING ausgefallen. Dass die Markterwartungen verfehlt wurden, resultiere jedoch in erster Linie aus Einmaleffekten, die sich bei stabileren Finanzmärkten abschwächten oder gar umkehrten. Die Aktien des niederländischen Finanzkonzerns verlieren in Amsterdam 4,9 Prozent auf 6,89 Euro.

Der australische Minengigant Rio Tinto hat im vergangenen Jahr den operativen Gewinn um 10 Prozent auf 28,5 Milliarden Dollar gesteigert. Abschreibungen auf das Aluminiumgeschäft sind laut einem Händler jedoch deutlich höher als erwartet. Die Aktie gibt 1,5 Prozent auf 3814 Pence nach.

Ein enttäuschender Ausblick drückt GDF Suez um 4,5 Prozent auf 20,36 Euro. Die Ertragsziele seien etwas niedriger, als der Markt erwartet habe, heißt es im Handel. Andere Elemente des Geschäftsberichts vermittelten aber einen positiveren Eindruck.

Ernüchterung auch bei den Zahlen von Vodafone. Einnahmen, Ergebnis und freier Cashflow bewegten sich allesamt in die falsche Richtung, kommentieren die Analysten von Liberum. Noch dazu rechne das Management mit einem weiter herausfordernden Umfeld. Dessen ungeachtet biete der britische Telekommunikationsdienstleister mit einer für 2013 zu erwartenden Dividendenrendite von 6 Prozent bessere Anlageperspektiven als die Wettbewerber aus dem Euroraum. Die Aktie steigt um 0,4 Prozent auf 174 Pence.

Aktien von Daimler springen dagegen um 3,8 Prozent auf 46,33 Euro. Die Stuttgarter haben beim operativen Gewinn 2011 etwas besser angeschnitten als von Analysten im Konsens erwartet. Vor allem die vorgeschlagene Dividende von 2,20 Euro je Aktie treibt hier den Kurs. Sie liegt deutlich über der Konsensprognose von 2,04 Euro.

 DJG/mod/kko 

(END) Dow Jones Newswires

February 09, 2012 06:25 ET (11:25 GMT)

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