DJ Griechische Querelen zwingen Europas Börsen in die K.


10.02.12 19:45
Meldung
 

DJ Griechische Querelen zwingen Europas Börsen in die Knie

Wiederholung (wegen technischer Probleme) 
 

FRANKFURT (Dow Jones)--Das endlose Gezerre um Griechenland hat am Freitag die europäischen Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt.

Zwar hatten sich die griechischen Koalitionäre am Vortag auf Sparmaßnahmen geeinigt, doch die Euro-Finanzminister haben für ein neues Hilfsprogramm noch kein Grünes Licht gegeben. Ehe neue Milliarden fließen, wollen sie sehen, dass Griechenland seine Reformversprechen auch umsetzt. Griechenlands Parteien seien immer noch eine schriftliche Zusage schuldig, dass sie auch nach den Wahlen im April die bisher gemachten Reformversprechen einhalten werden, mahnte Eurogruppenleiter Jean-Claude Juncker. Zudem muss das griechische Parlament den Beschlüssen am Wochenende noch zustimmen.

Die Zeichen dafür stehen aber nicht mehr allzu gut. Mehrere Minister sind zurückgetreten, darunter solche der rechtspopulistischen Laos-Partei, die angekündigt hat, im Parlament gegen die Sparmaßnahmen zu stimmen. Auch sozialistische Minister nahmen ihren Hut und verließen das Kabinett. In der Hauptstadt ist es nach zunächst friedlichen Demonstrationen gegen die Sparmaßnahmen zu Krawallen gekommen.

Der Euro-Stoxx-50 sank um 1,6 Prozent oder 42 auf 2.481 Punkte, der Stoxx-50 fiel um 0,9 Prozent bzw 22 auf 2.468 Zähler. Enttäuschende Signale gab es auch aus den USA: Die Daten zum Michigan-Index, der Auskunft über das US-Verbrauchervertrauens gibt, waren enttäuschend ausgefallen. Er lag nach vorläufigen Daten bei 72,5 Punkten und damit unter den erwarteten 75.

Bankenwerte leiden unter Gewinnmitnahmen

Der Bankensektor verlor 2,5 Prozent und gab damit einen Teil seiner Gewinne der Vorwochen wieder ab. Gerade französische Bankenwerte verbuchten wegen der griechischen Irrfahrt deutliche Verluste. Das schwächere Geschäft im Investmentbank hatte die britische Bank Barclays im vergangenen Jahr belastet. Der einstige Gewinntreiber verbuchte einen Einbruch und ließ den Konzerngewinn um fast ein Zehntel sinken. Ihr kurzfristiges Renditeziel stellte die Bank zudem in Frage. Die Dividende wurde aber erhöht. Das bewahrte den Titel, der um 0,4 Prozent auf 234 Pence anzog, vor Verlusten.

Studie von Nomura drückt Stahlwerte

Die Stahlwerte mussten ebenfalls deutliche Abgaben hinnehmen. Die Analysten von Nomura sehen kaum noch Potenzial, nachdem die Aktien zuletzt stark zugelegt hatten. Die Geschäftszahlen von ArcelorMittal ließen vermuten, dass kurzfristig kaum höhere Konsensschätzungen zu erwarten seien. Bei ThyssenKrupp hielten die Experten dagegen die schlechteren Ertragsaussichten für eingepreist. ArcelorMittal verloren nach dem Höhenflug der Vortage 3,7 Prozent auf 16,88 Euro, ThyssenKrupp sanken um 3,9 Prozent 21,97 Euro. Der Branchenindex der Grundstofftitel ermäßigte sich um 2,1 Prozent.

Technologiewerte gefragt -Alcatel überrascht mit guten Zahlen

Dagegen zogen Technologiewerte um 0,5 Prozent an. Mit einem überraschend starken Barmittelfluss überzeugte Alcatel-Lucent. "Nach den enttäuschenden Zahlen von Ericsson hat damit wohl niemand gerechnet", sagte ein Händler. Die Bilanzstruktur würde sich deutlich verbessern und dürfte damit zu einer Neubewertung der Aktie führen. Die Anhebung der Margenziele für 2012 spreche dafür, dass die Liquidität weiter ausgebaut werden dürfte. Die Aktie legte um 12,1 Prozent auf 1,68 Euro zu. Ericsson folgten um 1,8 Prozent auf 63,70 Euro.

Total verdient gut, bleibt aber Details schuldig

Der drittgrößte europäische Ölkonzern Total hat im vierten Quartal dank höherer Ölpreise mehr verdient. Die guten Geschäfte in der Ölproduktion glichen ein schwächeres Raffineriegeschäft mehr als aus. Der bereinigte Nettogewinn der Franzosen stieg daher um 170 Millionen Euro auf 2,73 Milliarden Euro. Die Aktienstrategen von AlphaVille stellten jedoch heraus, dass Total keine weiteren Details zur Produktionsförderung genannt hatte. Die Aktie gab um 1,4 Prozent auf 40,58 Euro nach. Der Branchenindex verlor 0,4 Prozent.

Europäische Schlussstände von Freitag, den 10. Februar 2012:

=== 
             Index          Schluss-  Entwicklung 
                               stand      absolut         in %          seit 
                                                                Jahresbeginn 
Europa       Euro-Stoxx-50   2480,76       -41,58        -1,6%           7,1 
             Stoxx-50        2468,05       -22,13        -0,9%           4,2 
             Stoxx-600        261,24        -2,40        -0,9%           6,8 
Frankfurt    XETRA-DAX       6692,96       -95,84        -1,4%          13,5 
London       FTSE-100        5852,39       -43,08        -0,7%           5,1 
Paris        CAC-40          3373,14       -51,57        -1,5%           6,8 
Amsterdam    AEx              320,09        -5,03        -1,6%           2,4 
Athen        ATHEX-20         328,91       -16,16        -4,7%          24,2 
Brüssel      BEL-20          2230,78       -39,85        -1,8%           7,1 
Budapest     BUM            19026,82      -426,89        -2,2%          12,1 
Helsinki     OMXH-25         2178,76       -24,54        -1,1%          12,2 
Istanbul     NAT30          72020,30     -1105,18        -1,5%          16,7 
Kopenhagen   OMXC-20          437,68        -0,29        -0,1%          12,2 
Madrid       IBEX-35         8797,10      -105,00        -1,2%           2,7 
Mailand      FTSE-MIB       16361,04      -292,79        -1,8%           8,4 
Moskau       RTS             1603,25       -34,84        -2,1%          16,0 
Oslo         OBX              384,30         1,00        +0,3%           7,5 
Prag         PX               990,80       -35,00        -3,4%           8,7 
Stockholm    OMXS-30         1065,37       -11,75        -1,1%           7,9 
Warschau     WIG-20          2324,97       -39,32        -1,7%           8,4 
Wien         ATX             2175,10       -70,60        -3,1%          15,0 
Zürich       SMI             6130,66       -38,97        -0,6%           3,3 
=== 
DJG/mif/flf 

(END) Dow Jones Newswires

February 10, 2012 13:12 ET (18:12 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.



 
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