DJ KORREKTUR: MÄRKTE EUROPA/Kalte Dusche für Europas Börsen
(In der gegen 18.42 Uhr MESZ gesendeten Meldung muss es im 3. Satz des 3.
FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte sind am Freitag stark gefallen und haben damit ihre Korrektur beschleunigt fortgesetzt. Der Euro-Stoxx-50 verlor 2,6 Prozent oder 61 auf 2.291 Punkte, während der Stoxx-50 um 1,4 Prozent bzw 34 auf 2.369 Stellen abrutschte. Der Euro-Stoxx-50 ist damit nur noch geringfügig vom Jahrestief bei 2.280 Punkten entfernt. Die Märkte reagierten auf Aussagen des EZB-Ratsmitglieds Klaas Knot, der keinen Grund für die Wiederaufnahme von Staatsanleihekäufen sieht. Was offenbar der Beruh18:47igung dienen sollte, bewirkte das genaue Gegenteil. Angesichts der Sorge, dass die Mittel aus den EZB-Langfristtendern aufgebraucht sein könnten, kam Druck auf die Märkte.
Für diese Vermutung spricht, dass die Kreditinstitute Spaniens sich im März 227,6 Milliarden Euro bei der Europäischen Zentralbank (EZB) geliehen haben. Das war ein Allzeithoch und weist darauf hin, dass die Geldhäuser ihr Pulver aus den Dreijahrestendern der EZB bereits verschossen haben. Damit dürfte auch die Refinanzierung Spaniens schwieriger werden, denn traditionell sind die heimischen Kreditinstitute die größten Käufer von Schuldtiteln des Landes.
Einen weiteren Grund für die Stimmungseintrübung lieferten Wirtschaftsdaten aus Italien. Die Industrieproduktion ist im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent zurückgegangen. Erwartet worden war für das Land jedoch ein Plus von 0,1 Prozent. Auch die Entwicklung der weltweiten Wachstumslokomotive China stimmt nachdenklich. In den ersten drei Monaten des Jahres erhöhte sich das BIP zwar um 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, doch war dies die schwächste Zunahme seit dem Auftaktvierteljahr 2009. Noch dazu lag der Anstieg der Wirtschaftsleistung damit unter der Markterwartung einer Zunahme um 8,3 Prozent.
Last but not least trübt sich die Stimmung der US-Verbraucher ein. Der Index der Universität Michigan für April blieb etwas hinter den Erwartungen zurück. "Der Rückgang der Verbraucherstimmung ist enttäuschend. Offensichtlich haben die jüngste Aktienmarktschwäche sowie der hohe Benzinpreis die Stimmung belastet", stellte Volkswirt Ralf Umlauf von der Helaba fest. Hinter diesen negativen Nachrichten traten die guten Zahlen der US-Banken zurück. Sowohl J.P. Morgan als auch Wells Fargo hatten die Erwartungen übertroffen.
Der Euro verlor am Nachmittag deutlich an Boden. Wegen der Situation in Spanien sackte die Gemeinschaftswährung von fast 1,32 Dollar im frühen Geschäft auf 1,3078 Dollar ab. Sie nähert sich damit der unteren Begrenzung der Handelsspanne von 1,30 bis 1,34 Dollar.
Finanzwerte fallen deutlich
Die Sorgen vor einem Wideraufflammen der europäischen Schuldenkrise setzte den Finanzwerten zu. Mit einem Abschlag von 3,1 Prozent war der Stoxx-600-Index für Banken der schwächste Subindex. Am Markt für Kreditausfallversicherungen, den so genannten CDS, zeichnet sich keine Entspannung für die Schuldner Spanien und Italien ab. So stiegt der Spanien-CDS mit einer Laufzeit von 5 Jahren auf 500 Basispunkte und damit über das Hoch aus dem November bei 487 Basispunkten. Aktien der spanischen Banken mussten daher deutliche Verluste hinnehmen. Banco Santander gaben um 7,1 Prozent auf 4,86 Euro nach.
Technologiewerte unter Druck
IT-Aktien litten unter einer Umsatzwarnung der indischen Infosys. So verloren Cap Gemini um 5,1 Prozent auf 29,92 Euro. Etwas besser schlugen sich SAP mit einem Minus von 1,4 Prozent auf 49,94 Euro. Analyst Oliver Finger von DZ äußerte sich zustimmend zu den Eckdaten, die das Softwareunternehmen überraschend mitgeteilt hatte. Die vorläufigen Zahlen für das erste Quartal seien zwar schwächer als erwartet ausgefallen, aber der Ausblick auf das zweite Quartal und das Gesamtjahr überzeugten den Experten.
L'Oreal-Umsatz stützt Konsumwerte
Besser schlugen sich die Aktien der Hersteller kurzlebiger Konsumgüter. Der französische Kosmetikkonzern L'Oreal hatte im ersten Quartal 9,4 Prozent mehr umgesetzt und damit die Marktprognosen übertroffen. Boomende Absätze in den Schwellenmärkten und ein wieder anziehendes Geschäft in den USA konnte das schwache Wachstum in Westeuropa mehr als ausgleichen. "Die ersten drei Monate haben unser Vertrauen in die Fähigkeit des Konzerns bestärkt, 2012 stärker als der Markt zu wachsen", sagte CEO Jean-Paul Agon laut der Mitteilung und bekräftigte damit den bisherigen Ausblick. L'Oreal zogen um 1,2 Prozent auf 92,14 Euro an. Auch die Aktien der beiden deutschen Konsumgüterhersteller Beiersdorf und Henkel profitieren davon und kamen mit geringen Abschlägen davon.
Europäische Schlussbörsen vom Freitag, 13. April .=== . Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2291,51 -60,73 -2,6% -1,1 . Stoxx-50 2369,26 -33,86 -1,4% 0,0 . Stoxx-600 253,40 -3,96 -1,5% 3,6 Frankfurt XETRA-DAX 6583,90 -159,34 -2,4% 11,6 London FTSE-100 5651,79 -58,67 -1,0% 1,5 Paris CAC-40 3189,09 -80,70 -2,5% 0,9 Amsterdam AEX 306,12 -4,76 -1,5% -2,0 Athen ATHEX-20 0,00 0,00 0% -100,0 Brüssel BEL-20 2229,68 -34,68 -1,5% 7,0 Budapest BUX 17337,42 -490,44 -2,8% 2,1 Helsinki OMXH-25 2019,33 -39,28 -1,9% 4,0 Istanbul NAT30 73312,80 -537,00 -0,7% 18,8 Kopenhagen OMXC-20 451,04 -3,32 -0,7% 15,7 Lissabon PSI 20 5257,21 -39,53 -0,8% -5,0 Madrid IBEX-35 7250,60 -269,40 -3,6% -15,4 Mailand FTSE-MIB 14359,50 -510,41 -3,4% -4,8 Moskau RTS 1612,74 -7,45 -0,5% 16,7 Oslo OBX 382,32 -3,89 -1,0% 6,9 Prag PX 931,40 -9,10 -1,0% 2,2 Stockholm OMXS-30 1027,72 -22,14 -2,1% 4,0 Warschau WIG-20 2249,93 -28,65 -1,3% 4,9 Wien ATX 2043,11 -46,06 -2,2% 8,0 Zürich SMI 6072,12 -53,27 -0,9% 2,3 DEVISEN zuletzt '+/- % Fr, 7.30 Uhr Do, 18.00 Uhr EUR/USD 1,3080 -0,70% 1,3172 1,3178 EUR/JPY 105,9457 -0,75% 106,7415 106,5680 EUR/CHF 1,2026 0,05% 1,2020 1,2020 USD/JPY 80,9820 -0,05% 81,0200 80,8665 GBP/USD 1,5859 -0,56% 1,5948 1,5941 === DJG/mif/raz/ros
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April 13, 2012 12:54 ET (16:54 GMT)
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