DJ KORREKTUR: WSJ: Deutsche Bank vor Vergleich mit.


14.02.12 16:00
Meldung
 

DJ KORREKTUR: WSJ: Deutsche Bank vor Vergleich mit Kirchs Erben -Kreise

 

(In der um 08.12 Uhr gesendeten Meldung "WSJ: Deutsche Bank vor Vergleich mit Kirchs Erben -Kreise" muss es im 2.

Satz des 7. Absatzes korrekt heißen "Die Wurzeln liegen in der damals größten Firmenpleite seit Bestehen der Bundesrepublik" und nicht ".... in der damals größten Firmenpleite."

Dieser Fehler ist auch in der Berichterstattung am Vortag (Montag) aufgetreten. Entsprechend muss im "UPDATE: Deutsche Bank vergleicht sich mit Kirch-Erben -Presse" der 2. Satz des 7. Absatzes und im "UPDATE2: Kirch-Vergleich belastet Deutsche-Bank-Ergebnis" der 2. Satz des 6. Absatzes korrigiert werden.

Es folgt die korrigierte Fassung der WSJ-Meldung.)

WSJ: Deutsche Bank vor Vergleich mit Kirchs Erben -Kreise

 
 
   Von Laura Stevens und David Crawford 
   THE WALL STREET JOURNAL 
 

FRANKFURT (Dow Jones)--Einer der spektakulärsten Wirtschaftsprozesse der jüngeren deutschen Rechtsgeschichte steht offenbar kurz vor dem Abschluss. Die Deutsche Bank und die Erben des Medienmoguls Leo Kirch haben einen Vergleich geschlossen, der das Institut rund 800 Millionen Euro kosten wird, sagten mit den Verhandlungen vertraute Personen. Damit käme die Deutsche Bank noch glimpflich davon -Kirch hatte ursprünglich 3 Milliarden Euro gefordert.

Der Vergleich sei im Prinzip vereinbart, sagten die informierten Personen weiter. Allerdings müsse noch der Aufsichtsrat der Deutschen Bank seinen Segen erteilen. Ein Sprecher wollte dies nicht kommentieren. Auch ein Anwalt der Kirch-Seite lehnte einen Kommentar mit dem Verweis auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung ab.

Nach Meinung von Philipp Hässler, Analyst bei Equinet, dürfte der Betrag den Gewinn der Bank direkt schmälern, da keine Rückstellungen gebildet worden seien. "Der berichtete Betrag von fast 800 Millionen Euro klingt sehr hoch", sagte er. Hässler geht davon aus, dass der Betrag im ersten Quartal 2012 verbucht werde. Allerdings werde die Zahlung sicherlich nur dann geleistet, wenn die Kirch-Seite damit alle weiteren Ansprüche zurückziehe. "So viel Geld zahlt die Deutsche Bank nur, wenn in der Lösung -soweit möglich -alles drin ist", sagte der Analyst.

Die Gespräche über einen Vergleich hatten erstmals gegen Ende des vergangenen Jahres Fortschritte gemacht. Damals habe der Vorsitzende Richter Guido Kotschy eine Einigung in Höhe von 775 Millionen Euro vorgeschlagen, sagte Wilhelm Schneider vom Oberlandesgericht München. Die Deutsche Bank lehnte dies ab und stellte einen Befangenheitsantrag gegen drei Richter. Der Antrag ist noch anhängig. Über einen Vergleich sei das Gericht noch nicht informiert worden, sagte Schneider am Montag.

Alle Rechtsmittel hat die Frankfurter Großbank noch nicht ausgeschöpft. Neben dem Befangenheitsantrag könnte die Deutsche Bank noch den erneuten Gang zum Bundesgerichtshof (BGH) wagen.

Der BGH hatte 2006 geurteilt, dass die Aussage des damaligen Deutsche-Bank-Chefs Rolf Breuer in einem Fernsehinterview prinzipiell dazu geeignet sei, eine Schadenersatz-Zahlung auszulösen. Kirch müsse dazu nachweisen, dass die Äußerung Breuers zur Insolvenz der Kirch-Gruppe geführt habe. Weder Breuer noch sein Anwalt reagierten am Montag auf Kontaktanfragen.

Sollte es tatsächlich zu einer Einigung kommen, würde ein Mammutprozess zu Ende gehen, der vor zehn Jahren begann. Die Wurzeln liegen in der damals größten Firmenpleite seit Bestehen der Bundesrepublik. 2002 schlitterte die Kirch-Gruppe mit rund 10.000 Mitarbeitern und mehr als sechs Milliarden Euro Schulden in die Insolvenz. Medienzar Kirch sah in einem Fernsehinterview von Rolf Breuer die Ursache für die Zahlungsunfähigkeit.

Ausgangspunkt der gerichtlichen Schlacht war die Aussage Breuers: "Was alles man darüber hören und lesen kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis Fremd- oder Eigenmittel zur Verfügung zu stellen." Breuer habe damit die Kreditwürdigkeit seines Konzerns öffentlich in Frage gestellt, argumentierte Kirch, was dann zur tatsächlichen Insolvenz geführt habe.

Im November hatte es noch Durchsuchungen in den Büros des Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann und anderen Top-Managern der Deutschen Bank gegeben. Der Vorwurf war Prozessbetrug. Für Ackermann wurde mit der Durchsuchung der angepeilte Weg in den Aufsichtsrat der Bank endgültig versperrt. Im Dezember folgte dann die Einstellung des Strafprozesses gegen Breuer. Das Landgericht München beendete das Verfahren ohne Urteil gegen eine Geldauflage von 350.000 Euro.

Kirch war vergangenen Sommer verstorben. Seither hatten die Erben die Klage fortgeführt.

 
-Von Laura Stevens und David Crawford, The Wall Street Journal; 
(Eyk Henning und Alexandra Edinger haben zu diesem Bericht beigetragen) 
+49 (0)69 29725 102, unternehmen.de@dowjones.com 
DJG/DJN/aed/mgo/smh/kla/jhe 

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February 14, 2012 09:29 ET (14:29 GMT)

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