DJ MÄRKTE EUROPA/Bitterer Cocktail schmeckt den Anlegern nicht


04.06.12 19:20
Meldung
 

DJ M�RKTE EUROPA/Bitterer Cocktail schmeckt den Anlegern nicht

Von Benjamin Krieger

DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Nicht Fisch, nicht Fleisch war der Wochenauftakt an Europas B�rsen.

Einen Einbruch wie am Freitag konnten die Aktienm�rkte zwar verhindern. Zu einer kr�ftigen Erholung auf breiter Front reichte es aber auch nicht. Zu bitter schmeckt nach wie vor der Nachrichten-Cocktail aus Konjunkturschw�che und Schuldenkrise, als dass Investoren auf dem niedrigeren Kursniveau schon wieder Appetit auf Aktien haben.

Der Euro-Stoxx-50 legte zwar um 0,5 Prozent auf 2.079 Punkte leicht zu. Der Blue-Chip-Index hat jedoch allein in den vergangenen drei Sitzungen mehr als 4 Prozent verloren. Der Stoxx-50 gab um 0,4 Prozent auf 2.214 Z�hler nach. Auff�llig war ein S�d-Nord-Gef�lle an Europas M�rkten. Die zuletzt stark unter Druck geratenen B�rsen der hoch verschuldeten S�dl�nder der Eurozone stabilisierten sich.

Die Kursgewinne reichten von 0,4 Prozent in Lissabon �ber 1,2 Prozent in Mailand bis zu 2,9 Prozent in Madrid. Dagegen ging es an den mittel- und nordeurop�ischen Handelspl�tzen erneut abw�rts. "Da stecken erste Anleger mal den Fu� ins Wasser und sammeln ein paar St�cke aus den ausgebombten Indizes ein", begr�ndete ein H�ndler die Kursgewinne der B�rsen in der Peripherie der Eurozone.

An den B�rsen mit einer noch immer positiven Performance seit Jahresbeginn h�tten Anleger dagegen erneut Gewinne mitgenommen. So gab beispielsweise der DAX um 1,2 Prozent auf 5.978 Z�hler nach und schloss erstmals seit dem 2. Januar unter 6.000 Punkten. In den vergangenen zwei Monaten hat der DAX, der mit einer hohen Gewichtung von Exportwerten mehr als andere europ�ischen B�rsenbarometer an der weltweiten Konjunktur h�ngt, somit rund 1.000 Z�hler verloren.

Konjunktur f�llt den B�rsen erneut in den R�cken

Schon vor B�rsenbeginn gab es Gegenwind f�r die Aktienm�rkte: In China fiel der Einkaufsmanagerindex f�r Dienstleistungen im Mai von 56,1 Punkten auf 55,2 im April und damit auf den niedrigsten Stand seit M�rz 2011. Das Dienstleistungsgewerbe tr�gt mittlerweile 43 Prozent zur chinesischen Wirtschaftsleistung bei. Das bedeutete Kursverluste, von denen sich die B�rsen anschlie�end nicht mehr erholten. Zumal am Nachmittag schwache Auftragseing�nge in den USA �l ins Konjunkturfeuer sch�tteten.

Es passte ins Bild, dass die �berdurchschnittlich von der weltweiten Konjunktur abh�ngigen Sektoren Federn lassen mussten. Der Automobilsektor verlor 2,2 Prozent, der Chemiesektor 1,5 Prozent und der Technologiesektor 1,3 Prozent. Banken waren dagegen ausnahmsweise einmal ein Kauf, sie verteuerten sich im Schnitt um 0,9 Prozent. Papiere gro�er spanischer, italienischer und franz�sischer Geldh�user verteuerten sich zwischen 3 und 6 Prozent.

"Da spielen einige Marktteilnehmer, dass Politik und EZB wieder einmal zur Rettung von Euro und Banken antreten werden", sagte ein H�ndler. Diese Spekulationen seien jedoch gewagt angesichts der gro�en Risiken, mit denen die Bilanzen der Banken behaftet seien. Zudem war mit der Londoner B�rse der gr��te europ�ische Aktienmarkt wegen eines Feiertags geschlossen. Auch am Dienstag wird dort nicht gehandelt.

Schwer angez�hlter Euro macht etwas Boden gut

W�hrend die Baisse der Aktienm�rkte sich ausweitet, setzte der Euro zum Dollar die Erholung vom Freitag fort. Handelte die Gemeinschaftsw�hrung in Asien noch unter 1,24 Dollar, so stieg sie anschlie�end kontinuierlich und schaffte vor�bergehend den Sprung �ber 1,25 Dollar. Auch zum Yen und zum Pfund Sterling stabilisierte sich der Euro etwas.

Mitul Kotecha vom Cr�dit Agricole verwies zur Begr�ndung daf�r auf die immer h�heren Wetten, die an den Finanzm�rkten gegen den Euro laufen. US-Anleger setzten mittlerweile netto mit fast 32 Milliarden Dollar auf einen weiter fallenden Euro. Diese extrem schlechte Stimmung mache starke Erholungen der Gemeinschaftsw�hrung wahrscheinlich. "Daf�r bedarf es aber einiger wirklich positiver Nachrichten, die es bislang noch nicht gibt", sagte Kotecha.

Bundesanleihen als sicherer Hafen f�r Anleger schalteten nach einer dreit�gigen Rally mit immer neuen Allzeithochs einen Gang zur�ck. H�ndler sprachen von einer �berhitzung und von Gewinnmitnahmen. Zudem r�ckt nun die Sitzung der Europ�ischen Zentralbank am Mittwoch immer mehr in den Fokus. Zuletzt haben schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung etwas erh�ht. Allerdings rechnet das Gros der Volkswirte und Finanzanalysten nach wie vor nicht mit einer Zinssenkung bereits im Juni.

=== 
Europ�ische Schlussb�rsen vom Montag, 4. Juni 
.            Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
.                              stand      absolut         in %          seit 
.                                                               Jahresbeginn 
Europa       Euro-Stoxx-50   2078,96        10,30        +0,5%         -10,3 
.            Stoxx-50        2213,47        -8,11        -0,4%          -6,6 
.            Stoxx-600        233,87        -1,22        -0,5%          -4,4 
Frankfurt    XETRA-DAX       5978,23       -72,06        -1,2%           1,4 
Paris        CAC-40          2954,49         4,02        +0,1%          -6,5 
Amsterdam    AEX              283,07        -0,70        -0,3%          -9,4 
Br�ssel      BEL-20          2049,25        -4,77        -0,2%          -1,6 
Budapest     BUX            16494,83       110,90        +0,7%          -2,8 
Helsinki     OMXH-25         1762,35       -23,62        -1,3%          -9,3 
Istanbul     NAT30          66973,72       121,56        +0,2%           8,6 
Kopenhagen   OMXC-20          415,45        -4,21        -1,0%           6,5 
Lissabon     PSI 20          4453,01        18,97        +0,4%         -18,6 
Madrid       IBEX-35         6065,00       174,50        +2,9%         -27,2 
Mailand      FTSE-MIB       12891,96       151,98        +1,2%         -14,6 
Moskau       RTS             1232,85        18,50        +1,5%         -10,8 
Oslo         OBX              342,22        -4,77        -1,4%          -4,3 
Prag         PX               863,90         4,70        +0,5%          -5,2 
Stockholm    OMXS-30          946,12       -10,58        -1,1%          -4,2 
Warschau     WIG-20          2077,76         6,22        +0,3%          -3,1 
Wien         ATX             1857,23        -4,99        -0,3%          -1,8 
Z�rich       SMI             5713,34       -64,13        -1,1%          -3,8 
 
DEVISEN  zuletzt  '+/- %  Mo, 8.40 Uhr  Fr, 17.50 Uhr 
EUR/USD   1,2488   0,65%        1,2407         1,2398 
EUR/JPY  97,7536   0,76%       97,0159        96,9246 
EUR/CHF   1,2005  -0,05%        1,2012         1,2010 
USD/JPY  78,2785   0,10%       78,2000        78,1785 
GBP/USD   1,5376   0,06%        1,5367         1,5375 
=== 
DJG/bek/raz 
 

(END) Dow Jones Newswires

June 04, 2012 12:48 ET (16:48 GMT)

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