DJ UPDATE: AUA fliegt weiterhin in der Verlustzone
(NEU: Details, Analystenstimme, Aktienkurs)
Von Herbert Dietrichstein
DOW JONES NEWSWIRES
WIEN (Dow Jones)--Die Austrian Airlines AG (AUA) hat im dritten Quartal 2008 trotz eines Umsatzwachstums erneut rote Zahlen geschrieben.
Nach zwei Gewinnwarnungen im laufenden Jahr zeigten sich Marktteilnehmer von dem Quartalsbericht der Fluggesellschaft allerdings wenig überrascht. Dies zeigte sich auch am Aktienmarkt: An der Wiener Börse gewinnt die AUA-Aktie bis 11.30 Uhr 1,8% auf 2,80 EUR.
Die österreichische Fluglinie verbuchte bei Umsatzerlösen von 697,2 (687,6) Mio EUR im Zeitraum Juli bis September ein Nettoergebnis von minus 16,4 Mio EUR, nachdem sie im Vorjahreszeitraum noch 29,2 Mio EUR verdient hatte. Auch auf operativer Ebene rutschte die AUA in die Verlustzone: Belastet von den hohen Kerosinpreisen, dem Preisdruck auf der Mittelstrecke sowie der Ergebnissituation auf der Langstrecke fiel das EBIT im dritten Quartal auf minus 9,4 (plus 42,7) Mio EUR.
Analystin Martina Valenta von der Erste Group Bank sagte, das Ergebnis liege zwar etwas unter dem Konsens, dies sei aber nicht überraschend. "Nach der zweiten Gewinnwarnung für das laufende Jahr war dieses Ergebnis für das dritte Quartal zu erwarten", sagte Valenta.
Für das Gesamtjahr erwartet AUA einen Nettoverlust von 100 Mio bis 125 Mio EUR. Nach neun Monaten steht bereits ein Verlust von 65,1 Mio EUR in den Büchern. Nach Einschätzung von Valenta wird das vierte Quartal noch schwächer ausfallen als die vorangegangenen Dreimonats-Zeiträume.
Entspannung sieht Valenta allerdings beim Kerosinpreis, der sich nach ihrer Einschätzung analog zum sinkenden Ölpreis ermäßigen wird. Eine Hedging-Strategie im engeren Sinne verfolge AUA zwar nicht, die Airline kaufe aber 20% ihres Treibstoffbedarfs monatlich auf Basis von Forward-Kontrakten, so die Analystin.
Probleme sieht sie "nach wie vor" im Langstreckenbereich. Daher seien das Streichen weiterer Langstreckenflüge sowie die von AUA angekündigten Kapazitätsbeschränkungen bei den Nordamerikaverbindungen im Winterflugplan eine angemessene Reaktion.
Das von der Fluglinie ausgearbeitete Einsparungsprogramm im Volumen von rund 50 Mio EUR sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung. "Es macht aber nicht einmal den Anstieg der Treibstoffkosten im dritten Quartal aus", sagte Valenta. Alleine im Zeitraum Juli bis September waren die Ausgaben der AUA für Treibstoff um 58,7% auf 194,2 Mio EUR gestiegen.
Neben der wirtschaftlichen Entwicklung steht bei Fluggesellschaft derzeit der laufende Privatisierungsprozess im Vordergrund. So bemüht sich die Staatsholding ÖIAG, die rund 42% an der AUA hält, einen Käufer für die Fluggesellschaft zu finden.
Am Montag hatte die Staatsholding die Bundesregierung gebeten, den ausgelaufenen Privatisierungsauftrag bis Ende des Jahres zu verlängern. Angebote für AUA liegen von der Lufthansa AG und der russischen S7 vor. Allerdings ist die Frage nach einer Schuldenübernahme durch die Republik Österreich noch zu klären. Die Entscheidung der Regierung steht noch aus.
Sollte kein Käufer gefunden werden, dann würden die von AUA-CEO Alfred Ötsch bereits angekündigten "Grauslichkeiten" kommen, sagte Analystin Valenta. Was konkret das bedeuten könnte, wollte sie nicht sagen, da dies eine genaue Prüfung erfordere. Aber es würde sich wohl um tiefgreifende Einschnitte handeln müssen.
Webseite: http://www.austrian.com -Von Herbert Dietrichstein, Dow Jones Newswires; +43 (1) 513 69 22 -13; herbert.dietrichstein@dowjones.com DJG/hed/ncs/jhe
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October 28, 2008 07:02 ET (11:02 GMT)
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