DJ UPDATE: BASF will Genkartoffel-Panne schnellstens aufklären
(NEU: Weitere Aussagen des Unternehmens, Hintergrund)
Von Heide Oberhauser-Aslan DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Chemiekonzern BASF will schnellstens aufklären, warum es zu einer Vermischung des Pflanzguts der zugelassenen genveränderten Stärkekartoffel "Amflora" und der noch nicht zugelassenen neuen Kartoffelsorte "Amadea" gekommen ist.
Ziel sei sicherzustellen, dass die Wiederholung eines solchen Vorfalls für die Zukunft verhindert wird, hieß es. "Wir sind derzeit dabei aufzuklären, was im Einzelnen passiert ist", sagte die Sprecherin weiter. "Wir haben ein sehr enges Qualitätssicherungssystem, das wir uns jetzt noch einmal genau anschauen werden, um zu prüfen, ob Änderungsbedarf besteht", fügte sie hinzu.
Die Europäische Kommission hatte inzwischen Aufklärung von BASF gefordert. Bei einem Gespräch zwischen Vertretern der BASF Plant Science und der Europäischen Kommission sowie Behördenvertreter der Amflora-Anbauländer Schweden, Deutschland und Tschechien am Mittwoch in Brüssel seien noch nicht alle Fragen ausgeräumt worden, hatte die Kommission mitgeteilt. In der kommenden Woche sollen daher Spezialisten der Behörden zur BASF-Tochter Plant Science entsandt werden, um die Hintergründe der Verunreinigung zu klären.
Am Montag war bekannt geworden, dass auf Feldern in Schweden nicht nur die zum Anbau zugelassene aber dennoch umstrittene Genkartoffel "Amflora" sondern auch eine noch nicht zugelassene neue Stärkekartoffelsorte "Amadea" gewachsen war. Die Amadea-Pflanzen seinen inzwischen entfernt worden, erklärte BASF. Die Vermischung habe weniger als 0,01% betragen.
Der Landwirtschafts- und Umweltminister aus Mecklenburg-Vorpommern Till Backhaus untersagte dem Konzern daraufhin, die in seinem Bundesland angebauten Amflora-Kartoffeln in den Verkehr zu bringen.
Die Stärkekartoffel Amflora wird von BASF in Schweden auf ca 80 Hektar, in Tschechien auf ca 150 Hektar und in Mecklenburg-Vorpommern auf ca 14 Hektar angebaut. In Deutschland und Tschechien ist bisher keine Vermischung aufgetreten. "Wir haben weder in Deutschland noch in Tschechien Amadea-Pflanzen festgestellt", erklärte die Sprecherin. Die Felder würden in allen Anbauländern auch von den zuständigen Behörden regelmäßig überprüft. Da Amadea-Pflanzen anders als Amflora-Pflanzen blühten, sei die Vermischung in Schweden aufgefallen.
Die Knollen sind wegen des schlechten Wetters bisher noch nicht in den Anbauländern geerntet worden. BASF wolle aber abhängig vom Wetter zügig damit beginnen, sagte die Sprecherin. Ihren Angaben zufolge soll die Ernte in Tschechien wie geplant an die Stärkeindustrie geliefert werden. Die Ernten in Schweden und Deutschland sind nicht zur Stärkeproduktion vorgesehen, sie dienen als Saatgut für das kommende Jahr und sollen über Winter eingelagert werden.
Amflora ist das erste marktreife Produkt aus der Pflanzenbiotechnologie-Forschung der BASF SE, das eine Genehmigung zur kommerziellen Nutzung in Europa nach langen Jahren des Wartens im März diesen Jahren erhalten hat. Sie gilt als Türöffner für weitere Projekte. Die Genkartoffel, die einen deutlich höheren Stärkeanteil aufweist als die herkömmliche Kartoffel, ist nicht für den Verzehr gedacht sondern ausschließlich zur kommerziellen Weiterverarbeitung durch die Stärkeindustrie in Europa.
Die wirtschaftliche Bedeutung ist für BASF eher gering. Erst in einigen Jahren nach der Markteinführung erwartet BASF für die gesamte Stärkekartoffel-Pipeline früheren Angaben zufolge Lizenzerlöse zwischen 20 Mio bis 30 Mio EUR.
Webseite: www.basf.com -Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires +49 (0)69 29725 113, heide.oberhauser@dowjones.com DJG/hoa/jhe
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September 09, 2010 08:14 ET (12:14 GMT)
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