DJ UPDATE: Hannover Rück senkt Renditeziele


03.02.10 19:20
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DJ UPDATE: Hannover Rück senkt Renditeziele

(NEU: Aktienkurs, Details, Hintergrund)

 
   Von Rüdiger Schoß 
   DOW JONES NEWSWIRES 
 

HANNOVER (Dow Jones)--In Anbetracht des allgemein niedrigen Zinsniveaus und ihrer konservativeren Anlagepolitik muss sich die Hannover Rück auf geringere Renditen einstellen und blickt daher vorsichtiger als bislang auf die Gewinnentwicklung im laufenden Jahr.

Angesichts der überwiegend zu stabilen Preisen erneuerten Verträge rechnete der Hannoveraner MDAX-Konzern für 2010 jedoch mit einem Prämienzuwachs von 5%.

Sowohl für das laufende Jahr als auch mittelfristig rechnet die Hannover Rückversicherung AG nun mit einer schwächeren EBIT-Rendite in der Schaden- und der Personen-Rückversicherung. In der Schaden-Rückversicherung lautet die Prognose nur noch auf "mindestens 10%" nach bislang 12,5%. In der Personen-Rückversicherung nahm der MDAX-Konzern die Renditeerwartung auf 6% bis 7% von bislang 6,5% bis 7,5% zurück. Für 2010 rechnet die Hannover Rück mit einer Eigenkapitalrendite von mindestens 15%. Das ist deutlich unter den für 2009 prognostizierten 20%, die der Konzern dank der Übernahme des ING-Rückversicherungsportfolios in den USA erreichen wollte. Die Zahlen zum abgelaufenen Jahr wird die Hannover Rück am 11. März vorlegen.

Die Kapitalrendite (RoI) sieht die Hannover Rück im laufenden Jahr nur noch bei 3,0% bis 3,5% nach bislang mindestens 4,2%. Der Vorstandsvorsitzende Ulrich Wallin sagte, in Zukunft sollten mindestens 3,5% erreicht werden. Der Konzern investiere konservativer, um die Volatilität der Ergebnisse zu senken. Zudem sei er geringer als bislang in der Rückversicherung gegen Unwetterschäden tätig, begründete Wallin die neuen Renditeerwartungen. In der Personenversicherung konzentriere sich das Unternehmen zudem auf das weniger volatile Geschäft mit langen Vertragslaufzeiten.

Zu der neuen Anlagepolitik gehört auch ein kritischer Blick auf das Aktienportfolio, dessen Verkauf dem Rückversicherer mitten in der Finanzkrise eine Milliardenbelastung bescherte. Nach Ablauf der ersten neun Monate betrug der Aktienanteil an börsennotierten Gesellschaften weniger als 1%. "Wir sind nach wie vor nicht in Aktien investiert", sagte Wallin. Ein Wiedereinstieg in den Aktienmarkt sei für dieses Jahr allerdings nicht abgehakt, sagte CFO Roland Vogel.

In der Erneuerungsrunde zum 1. Januar erzielte die Hannover Rück bei Raten und Konditionen "weitgehend stabile" Ergebnisse. "Ein leichter Druck auf die Preise war nach dem besonders guten Jahr 2009 zu erwarten", sagte Vorstandsvorsitzender Ulrich Wallin. Insgesamt hätten sich die Preise ähnlich entwickelt wie bei der Munich Re, hieß es. Der Münchener Wettbewerber hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Preise in der jüngsten Erneuerung im Schnitt um 0,3% unter Vorjahr lagen.

In der Schaden-Rückversicherung standen bei der Hannover Rück Verträge für 2,98 Mrd EUR oder zwei Drittel des Bestands zur Erneuerung an. Davon wurden Verträge für 2,7 Mrd EUR verlängert sowie Verträge im Umfang von 263 Mio EUR aufgegeben oder in veränderter Form verlängert.

Im US-Geschäft sei die Erneuerung in der Schaden-Rückversicherung bei überwiegend stabiler Ratenentwicklung "insgesamt befriedigend" verlaufen. Im Industriehaftpflichtgeschäft seien Prämienabriebe verhindert worden. Verträge im Luftfahrt- sowie im Kredit- und Kautionsgeschäft seien mit steigende Prämien erneuert worden.

Das Deutschlandgeschäft habe sich besonders in der Kfz-Haftpflicht unerwartet erfreulich entwickelt, hieß es weiter. Dem gegenüber seien die Preise im weltweiten Katastrophengeschäft angesichts des schadensarmen Vorjahres gesunken. In Skandinavien habe das Unternehmen angesichts sinkender Raten teilweise auf Geschäft verzichtet.

Angesichts der insgesamt zufrieden stellenden Vertragserneuerung zum Jahreswechsel erwartet die Hannover Rück trotz des Ratendrucks im Sachgeschäft ein gutes Geschäftsjahr in der Schaden-Rückversicherung: Die Prämien sollen 2010 um 5% steigen.

Unverändert sollen auch im laufenden Jahr 35% bis 40% des Gewinns als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Es könnten jedoch weniger als die bislang angekündigten 2,00 EUR je Aktie werden, sagte Wallin.

Am Aktienmarkt büßten die Papiere mehr als ihren gesamten Vortagsgewinn ein und schlossen 2,8% schwächer bei 33,32 EUR. Am Dienstag hatten die Papiere ihren jüngsten Kursanstieg um weitere 1,66% fortgesetzt.

 
   Webseite: www.hannover-rueck.de 
 
   -Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117, 
   ruediger.schoss@dowjones.com 
   DJG/rso/brb 

(END) Dow Jones Newswires

February 03, 2010 12:49 ET (17:49 GMT)

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