DJ UPDATE: KlöCo will 2010 wieder schwarze Zahlen sc.


09.03.10 13:45
Meldung
 

DJ UPDATE: KlöCo will 2010 wieder schwarze Zahlen schreiben

 

(NEU: Aussagen aus Bilanzpressekonferenz, Details, Hintergrund)

 
   Von Martin Rapp 
   DOW JONES NEWSWIRES 
 

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die Klöckner & Co SE (KlöCo) will nach dem verlustträchtigen Jahr 2009 in diesem Jahr zumindest operativ wieder schwarze Zahlen schreiben.

Auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll ein deutlich positives Ergebnis erwirtschaftet werden, kündigte der Duisburger Stahlhändler am Dienstag an.

Das generelle Unternehmensziel einer EBITDA-Marge von mindestens 6% werde in diesem Jahr aber noch nicht erreicht, bekräftigte KlöCo frühere Aussagen. Dafür soll das Umsatzwachstum 2010 über 20% betragen. Dies hatte der Vorstandsvorsitzende Gisbert Rühl bereits vergangene Woche prognostiziert.

Vergangenes Jahr hinterließ die Wirtschaftskrise bei KlöCo tiefe Spuren bei den Zahlen. So verkaufte das Unternehmen mit 4,1 Mio Tonnen fast ein Drittel weniger, der Umsatz ging um fast 43% auf 3,9 Mrd EUR zurück. Neben dem Absatzrückgang machte KlöCo hierfür auch das deutlich niedrigere Preisniveau verantwortlich.

Um gegenzusteuern hatte KlöCo ein Sparprogramm aufgelegt. Unter anderem wurde die Zahl der Mitarbeiter um 1.500 reduziert. Das Ziel von 100 Mio EUR weniger Aufwendungen sei um über 30 Mio EUR übertroffen worden, sagte der Vorstandsvorsitzende Gisbert Rühl auf der Bilanzpressekonferenz am Stammsitz in Duisburg. Dennoch "haben wir den Einbruch der Erlöse nicht vollständig durch Einsparungen kompensieren können", erklärte Rühl den entstandenen Verlust.

Im zweiten Halbjahr verbesserte sich die Lage zwar. Das Unternehmen wies für das dritte und vierte Quartal ein positives operatives Ergebnis aus und verwies auf die Sparmaßnahmen sowie wieder anziehende Preisniveaus. Doch die Bürde aus dem ersten Halbjahr war zu groß. Insgesamt fiel 2009 ein EBITDA-Verlust von 68 Mio EUR nach einem Gewinn von 600 Mio EUR im Vorjahr an.

Unter dem Strich ergab sich ein Fehlbetrag von 186 Mio EUR. Dabei profitierte KlöCo von der Reduzierung einer Kartellstrafe, die den Verlust 79 Mio EUR niedriger ausfallen ließ. Gleichzeitig nahm das Unternehmen außerplanmäßige Abschreibungen von 42 Mio EUR vor, die laut Rühl vor allem bei dem Geschäft in Spanien anfielen. 2008 hatte KlöCo insgesamt 384 Mio EUR verdient.

Neben Sparanstrengungen stand das Liquiditätsmanagement im vergangenen Jahr im Fokus des Managements. Vom Hoch zur Jahresmitte 2008 bis Ende 2009 wurden die Lagerbestände fast halbiert. Das dadurch freigewordende Kapital wurde zur Schuldentilgung eingesetzt. Binnen eines Jahres wurde so aus einer Nettoverschuldung von 570 Mio EUR ein Überschuss der liquiden Mittel über die Finanzverbindlichkeiten von 150 Mio EUR.

Damit konnte KlöCo gegen Jahresende wieder auf die Strategie von Wachstum durch Akquisitionen einschwenken. Die schweizerische Bläsi und die deutsche Becker Stahl-Service wurden übernommen, die 2008 einen Umsatz von 632 Mio EUR hatten. Von dem prognostizierten Umsatzzuwachs von 20% in diesem Jahr soll die Hälfte durch diese Zukäufe entstehen.

Rühl stellte weitere Zukäufe in Aussicht. "Die Prüfung möglicher Akquisitionen ist ein ständiger Prozess", sagte er, ohne sich aber auf einen Zeitpunkt für die nächste Transaktion festlegen zu wollen. Rühl sagte lediglich, dass KlöCo in den USA bereits auf einen Kandidaten zugegangen sei. Dort will das Unternehmen, wie in Europa bereits erreicht, unter die drei größten Distributeure aufsteigen. Momentan liegt KlöCo nach eigenen Angaben auf Platz 10.

Prinzipiell hat das Unternehmen laut Rühl mittlere bis größere Übernahmeziele im Visier. Von den für Zukäufe vorgesehenen 600 Mio EUR seien nach den jüngsten Transaktionen noch mehr als die Hälfte übrig, erklärte der Vorstandsvorsitzende.

Die andere Hälfte des Umsatzwachstums will KlöCo organisch erreichen. Die Basis dafür sieht das Unternehmen jedoch noch als fragil an. Die Nachfrage werde überwiegend vom Lageraufbau bei Kunden getrieben, hieß es. Die reale Nachfrage werde dagegen nur leicht ansteigen. Deshalb sei das Margenziel von mehr als 6% erst im kommenden Jahr realistisch, erklärte Rühl.

 
   Webseite: www.kloeckner.de 
 
   -Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires; +49 (0) 211 13 87 214; 
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March 09, 2010 07:14 ET (12:14 GMT)

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