DJ UPDATE: Lagerveränderungen stützen US-BIP im viert.


29.01.10 16:35
Meldung
 

DJ UPDATE: Lagerveränderungen stützen US-BIP im vierten Quartal

 (NEU: Reaktionen von Bankvolkswirten) 
 
   Von Hans Bentzien 
   DOW JONES NEWSWIRES 
 

FRANKFURT (Dow Jones)--Die US-Wirtschaft ist am Ende des vergangenen Jahres vor allem dank eines deutlich verlangsamten Lagerabbaus stärker als erwartet gewachsen.

Wie das US-Handelsministerium im Rahmen einer ersten Veröffentlichung am Freitag mitteilte, erhöhte sich das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Oktober und Dezember um annualisiert 5,7%. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten mit einem Wachstum von 4,8% gerechnet. Im dritten Quartal war das US-BIP um 2,2% gewachsen, nachdem für das zweite Quartal ein Rückgang von 0,7% verzeichnet worden war. Im ersten Jahresviertel war das BIP um 6,4% eingebrochen.

Der Lagerabbau hielt im vierten Quartal zwar an, verringerte sich aber deutlich, so dass die Lagerveränderungen mit rund 3,4 Prozentpunkten den deutlichsten Beitrag zum BIP-Wachstum leisteten. Wie das Handelsministerium mitteilte, wurden im vierten Quartal nur noch Lagerbestände über 33,5 Mrd USD abgebaut, verglichen mit 139,2 Mrd im dritten Quartal. Die Endnachfrage, definiert als BIP ohne Berücksichtigung der Lagerveränderungen, erhöhte sich annualisiert nur um 2,2%, nachdem im dritten Quartal ein Wachstum von 1,5% verzeichnet worden war.

Die privaten Konsumausgaben stiegen um 2,0% (Vorquartal: plus 2,8%) und lieferten einen Wachstumsbeitrag von 1,4 Punkten. Die Bruttoinvestitionen erhöhten sich um 29,3% (plus 5,0%), ihr Wachstumsbeitrag betrug 3,8 Punkte. Die Investitionen in Wohnbauten stiegen um 5,7% (plus 18,9%) und lieferten einen Wachstumsbeitrag von 0,1 Punkt. Die Nettoexporte stützten das BIP-Wachstum mit 0,5 Punkten.

ING-Volkswirt James Knightley erklärte, das Ende 2009 verzeichnete Wachstum werde sich nicht halten lassen, weil die Kreditvergabe rückläufig sei, die privaten Haushalte noch Probleme hätten und die Nachfrage nach Arbeitskräften niedrig sei. "Zwar gibt es wegen der Entwicklung des ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe die Hoffnung auf einen jährlichen BIP-Anstieg von 3%, doch legen andere Frühindikatoren ein solches Wachstum nicht nahe", sagte der Experte.

Matthias Huth von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sagte, der BIP-Anstieg im vierten Quartal überzeichne die wahre Situation der US-Wirtschaft. "Zum einen dürften die Konjunkturprogramme nicht unwesentlich zur Erholung beigetragen haben, zum anderen legte die Endnachfrage nur um annualisiert 2,2% zu", erläuterte er. Gleichwohl sei damit zu rechnen, dass die Lagerbestandsveränderungen auch im ersten Quartal das BIP nochmals positiv beeinflussen werden, "was für unsere BIP-Prognose für das Jahr 2010 von 2,0% Aufwärtsrisiken beinhaltet".

Der von der US-Notenbank als Inflationsmaß favorisierte Deflator für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) stieg um 2,7% nach einem Anstieg von 2,6% im Vorquartal und einem Plus 1,4% im zweiten Quartal. Im ersten Quartal hatte die Rate minus 1,5% betragen. Der BIP-Deflator belief sich im Schlussquartal auf plus 0,6% nach plus 0,4% im Vorquartal. Für ING-Volkswirt Knightley ist mit diesen Zahlen klar, dass die US-Notenbank nicht vor dem dritten Quartal 2010 zu einer ersten Zinserhöhung schreiten wird.

Im vollen Jahr 2009 sank der Ausstoß der US-Wirtschaft um 2,4%. Das war der stärkste Rückgang seit 1946, als das BIP um 10,9% fiel.

 
-Von Hans Bentzien, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 300, 
Hans.Bentzien@dowjones.com 
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January 29, 2010 10:04 ET (15:04 GMT)

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