DJ UPDATE: Lufthansa plant 2010 Umsatz- und Ergebnisplus
(NEU: Aussagen des Vorstands, Reaktion des Marktes, Aktienkurs)
Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Deutsche Lufthansa AG will im laufenden Jahr von der wieder steigenden Nachfrage nach Flügen profitieren und sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis das Vorjahresniveau übertreffen.
Am Markt traf die Prognose auf unterschiedliches Echo. Sie entspreche den Erwartungen, sagten einige Analysten. Sie sei sehr vage, kritisierten andere Bankhäuser. UniCredit geht davon aus, dass Lufthansa für 2010 einen operativen Gewinn von 252 (130) Mio EUR erreichen wird. Andere Analysten rechnen mit 300 Mio bis 500 Mio EUR. Der Kurs der Aktie stellte sich bis 14.09 Uhr mit einem Minus von 0,4% auf 11,90 EUR.
So konkret wie die Analysten wurde der Vorstand auch auf Nachfrage nicht. Er verwies auf die vielen Unwägbarkeiten, die das Ergebnis im Verlauf des Jahres belasten könnten. Zum einen nannte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Mayrhuber die Entwicklung des Ölpreises, zum anderen die laufenden Tarifauseinandersetzungen. Ganz entscheidend werde aber vor allem der Zeitpunkt sein, an dem sich die Nachfrage "belastend" erhole. Die Preise sieht er aber selbst dann noch weiter unter Druck.
So stellte der Vorstandsvorsitzende nur eine "leichte" Belebung des Umsatzes und eine nicht näher quantifizierte Erhöhung des operativen Ergebnisses in Aussicht. Er verwies darauf, dass der Umsatz 2010 die erstmalige Ganzjahreskonsolidierung der beiden Zukäufe bmi und Austrian Airlines widerspiegele. Zum Ergebnisplus werden diese beiden Fluggesellschaften aber nicht beitragen. Austrian Airlines soll die operative Gewinnschwelle 2011 erreichen, bmi ein Jahr später.
Der Vorstand bekräftigte zudem allgemeine Finanzziele. Es werde im laufenden Jahr gelingen, die Mindestliquidität von 2,3 Mrd EUR zu halten, sagte Finanzvorstand Stephan Gemkow. Die geplante Eigenkapitalquote von 30% sieht er indes nicht erreichbar. Sie war im abgelaufenen Jahr auf 23,5% nach 29,4% im Jahr 2008 gefallen. Die Nettokreditverschuldung stellte sich 2009 auf 2,195 Mrd EUR. Im Vorjahr stand noch eine Liquidität von 125 Mio EUR in den Büchern.
Aus diesem Grund erscheint Gemkow der Rückkehr der Verschuldungsquote in den Zielkorridor von 40% bis 60% im laufenden Jahr "ambitioniert". Die Investitionen will er auf 2,2 (2,405) Mrd EUR senken und vor allem aus dem Cashflow und der Liquidität zahlen.
Auf 4,9 (3,7) Mrd EUR Vorjahr wird sich der Aufwand für Treibstoff erhöhen. Mitte Januar hatte der Vorstand noch 4,75 Mrd EUR in Aussicht gestellt. Der Anstieg wurde vor allem mit der Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar begründet. 70% des Aufwands für Kerosin sind den weiteren Angaben zufolge für 2010 gesichert. Für das Jahr 2011 beträgt das Hedging rund 34%.
Das Ergebnis des Jahres 2009 bezeichnete der Vorstand als nicht zufriedenstellend und auch der Ausfall der Dividende "schmerze". Allerdings würde das Ergebnis keine Alternative zulassen. Einer Ausschüttung zu Lasten der Eigenkapitalausstattung erteilte Gemkow eine Absage.
Im abgelaufenen Jahr sind die beiden Geschäftsfelder Lufthansa Passage und Logistik operativ ins Minus gefallen. Bei den Konzernairlines haben nur Swiss und Germanwings Gewinne eingeflogen. Den höchsten Gewinn erzielte Lufthansa Technik. Sie bekomme erfahrungsgemäß erst später die Auswirkungen der Krise zu spüren als die Fluglinien, sagte Mayrhuber.
Keine konkreten Angaben machte der Vorstand zur Strategie für bmi und ließ offen, ob an einen Verkauf gedacht wird oder nicht. Die Start- und Landerechte, die die neue Tochter in London-Heathrow hat und aufgrund ihres reduzierten Flugprogramms nicht mehr selbst nutzt, werden derzeit von anderen Airlines des Konzerns in Anspruch genommen und an konzernfremde Fluggesellschaften verleast.
Webseite: www.lufthansa-financials.com -Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/has Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de
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March 11, 2010 08:09 ET (13:09 GMT)
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