DJ UPDATE: Munich Re will 2010 mehr als 2 Mrd EUR Gewinn einfahren
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Von Rüdiger Schoß DOW JONES NEWSWIRES
MÜNCHEN (Dow Jones)--Gut anderthalb Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Chile und dem Orkan Xynthia in Westeuropa hat die Munich Re ihr Gewinnziel für das laufende Jahr bestätigt.
Die beiden jüngsten Naturkatastrophen dürften Munich Re brutto mit 500 Mio EUR belasten, schätzt der Münchener DAX-Konzern. 100 Mio EUR entfielen dabei auf den Winterorkan, der am letzten Februarwochenende vor allem in Frankreich, aber auch auf der iberischen Halbinsel und in Deutschland große Schäden hinterließ. Das Erdbeben in Chile gehörte mit einer Magnitude von 8,8 zu den schwersten, die je gemessen wurden.
Vom Auftreten weiterer Großschäden sei jetzt abhängig, ob das Jahresziel 2010 erreicht werde, so die Munich Re. Angesichts der außergewöhnlichen Belastungen zu Jahresbeginn müssten "die zufallsbedingten Großschäden im weiteren Jahresverlauf unter den Erwartungen bleiben". Dann sei in der Schaden- und Unfallrückversicherung auch über den Marktzyklus hinweg mit einer Schaden-Kosten-Quote von rund 97% der verdienten Nettobeiträge zu rechnen.
Das Jahr 2009 beendete die Munich Re wie bekannt mit einem auf 2,56 (Vorjahr: 1,58) Mrd EUR gesteigerten Gesamtergebnis in der Gruppe. Die Aktionäre sollen mit einer um 25 Cent auf 5,75 EUR erhöhten Dividende daran teilhaben.
Für 2010 hat sich der Konzern eine Steigerung des Prämienaufkommens in der Erst- und Rückversicherung auf 41 Mrd bis 43 Mrd EUR vorgenommen. 2009 buchte Munich Re Bruttobeiträge im Volumen von 41,4 Mrd EUR. Bei den Erneuerungsrunden in der Rückversicherung zum 1. April und zum 1. Juli rechnet der Münchener Konzern mit unveränderten bis leicht sinkenden Prämien. Das Erdbeben vor Chile dürfte die Preise für Katastrophendeckungen allerdings beeinflussen, erklärte der für das Zeichnungsgeschäft verantwortliche Vorstand Torsten Jeworrek.
Am langfristigen Ziel von 15% Rendite auf das Risikokapital (RoRaC) nach Steuern hält das Unternehmen fest. Angesichts des niedrigen Zinsniveaus werde es jedoch "deutlich schwerer" zu erreichen sein. Da der Konzern seine Anlagen gezielt von Aktien in festverzinsliche Wertpapiere umgeschichtet hat, sei für 2010 und die folgenden Jahre mit einer Rendite auf Kapitalanlagen (RoI) von unter 4% zu rechnen.
Finanzvorstand Jörg Schneider kündigte an, das Risikoprofil wieder leicht zu erhöhen, er werde "aber nicht grundlegend von unserer ausgewogenen Anlagepolitik abrücken". Ende 2009 lag die Aktienquote der Munich Re bei 2,8%, und damit 1,2 Prozentpunkte höher als noch ein Jahr zuvor. Von den gehaltenen Staatsanleihen der Munich Re entfallen 16% auf die Länder Griechenland, Spanien, Italien, Irland und Portugal.
Der Bestand an Kapitalanlagen stieg bis zum Jahresende um 7,2 Mrd EUR bzw 4,1% auf 182,2 Mrd EUR. Musste Munich Re für 2008 noch 4,7 Mrd EUR auf das Aktienportfolio abschreiben, so ergaben sich für 2009 lediglich noch Abschreibungen von 218 Mio EUR.
An der Frankfurter Börse stieg die Munich-Re-Aktie bis 11.05 Uhr in einem gut behaupteten Gesamtmarkt um 0,3% auf 116,65 EUR. Der Ausblick sei etwas optimistischer als noch Anfang Februar, urteilte UniCredit-Analyst Bernd Müller-Gerberding. Die Gewinnprognose sei lediglich ein Minimalziel und enthalte bereits die jüngsten Katastrophenschäden, begründete er seine Einschätzung. Generell sei das Marktumfeld für Rückversicherer jedoch schwierig, da Preisentwicklung und Nachfrage stagnierten.
Webseite: http://www.munichre.com -Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 -29725 117, ruediger.schoss@dowjones.com DJG/rso/rio/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de
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March 10, 2010 05:14 ET (10:14 GMT)
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