DJ UPDATE: Post enttäuscht mit Ergebnis 2009 und Au.


09.03.10 11:45
Meldung
 

DJ UPDATE: Post enttäuscht mit Ergebnis 2009 und Ausblick

(NEU: Aussagen des Vorstands, Reaktion des Marktes, Aktienkurs)

   Von Kirsten Bienk 
   DOW JONES NEWSWIRES 
 

BONN (Dow Jones)--Die Deutsche Post AG hat im vergangenen Jahr zwar ihre selbstgesteckten Gewinnziele übertroffen und für das laufende Jahr weitere Verbesserungen in Aussicht gestellt.

Am Aktienmarkt war das aber nicht genug. Händler und Analysten zeigten sich enttäuscht über den am Dienstag vorgelegten Geschäftsbericht des Logistikkonzerns. Sie hatten sowohl beim Ausblick 2010 als auch beim Nettogewinn im abgelaufenen Jahr wesentlich mehr erwartet. Der Kurs der Aktie fiel bis 11.10 Uhr nach anfänglich noch stärkeren Verlusten um 1,5% auf 12,62 EUR.

Der Vorstand des Konzerns zeigte sich jedoch angesichts der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zufrieden mit dem Ergebnis. "In allen Bereichen des Konzerns seien sehr solide Leistungen abgeliefert worden", sagte Vorstandsvorsitzender Frank Appel bei der Präsentation der Bilanz. In Anbetracht der sehr widrigen gesamtwirtschaftlichen Umstände habe die Post zwar deutliche Umsatzrückgänge nicht verhindern können. Durch den Abbau verlustbringender Geschäfte und ein striktes Sparprogramm sei das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr mit einem Nettoverlust von 1,688 Mrd EUR aber sehr verbessert worden.

Der Umsatz fiel 2009 um rund 15% auf 46,2 Mrd EUR. Das bereinigte EBIT verringerte sich um knapp 27% auf 1,47 Mrd EUR und lag über den von der Post in Aussicht gestellten mindestens 1,35 Mrd EUR. Das Nettoergebnis lag dank des Sparprogramms mit 644 Mio EUR wieder in der Gewinnzone. Das war aber nur gut die Hälfte der Summe, die Analysten im Vorfeld des Geschäftsberichts mit 1,147 Mrd EUR erwartet hatten.

Der Post-Vorstand begründete den Gewinnanstieg vor allem mit den erfolgten Einsparungen, die 1,1 Mrd EUR erreicht hätten. Das geplante Ziel des Programms "Index" sei um 100 Mio EUR übertroffen und ein Jahr früher als ursprünglich geplant erreicht worden. Außerdem habe sich der Konzern bei seinen Investitionen wie zugesagt etwas zurückgenommen und nur 1,17 Mrd EUR ausgegeben.

Für 2010 zeigte sich der Bonner DAX-Konzern verhalten optimistisch. Im laufenden Jahr werde das weltweite Transportvolumen "moderat" steigen, und dies werde sich positiv auf den Umsatz auswirken. Die ersten beiden Monaten ließen diesen Trend zur Erholung der Handelsvolumen bereits erkennen. Das EBIT vor Einmaleffekten soll 2010 auf 1,6 Mrd bis 1,9 (2009: 1,473) Mrd EUR steigen. Analysten hatten laut Aussage eines Händlers hier allerdings bislang auf ein bereinigtes EBIT von 2 Mrd EUR gesetzt.

Da die außerordentlichen Aufwendungen der Post-Prognose zufolge auf 350 Mio EUR von 1,242 Mrd EUR im Vorjahr sinken dürften, sieht der Konzern das EBIT 2010 erheblich über dem Vorjahreswert von 231 Mio EUR liegen. Auch das Nettoergebnis soll den 2009er Wert von 644 Mio EUR übersteigen.

Zu diesem Ergebnis werden die beiden Sparten DHL und Brief nach Vorstellung des Vorstands erstmals gleiche Anteile liefern. Das bereinigte EBIT der Sparte Brief wird mit 1,0 Mrd bis 1,2 Mrd EUR, das bereinigte EBIT von DHL mit 1,0 Mrd und 1,1 Mrd EUR in Aussicht gestellt. Den Aufwand des Zentralbereichs beziffert der Vorstand mit rund 400 Mio EUR.

Die Aktionäre sollen für 2010 und weitere Jahre entsprechend der neuen Finanzstrategie 40% bis 60% des Nettogewinns bekommen. Für 2009 erhalten sie eine unveränderte Dividende von 0,60 EUR. "Diese langfristige und auf Kontinuität ausgerichtete Dividendenpolitik ist ein wichtiges Signal an den Kapitalmarkt, dass wir unsere Attraktivität für Investoren weiter erhöhen", erklärte Finanzvorstand Larry Rosen am Dienstag.

Bislang gab es beim Bonner Logistikkonzern keine Vorgabe für die Ausschüttungsquote. 2001 bis 2007 hatte die Post zwischen 26,11% und 78,62% ihres Jahresgewinns an die Anteilseigner ausgezahlt. Mit ihrer Quote reagiert die Post auf Forderungen von Investoren nach mehr Berechenbarkeit und Transparenz.

Dem Wunsch von Anteilseignern nach einer Sonderdividende als Beteiligung am Verkaufserlös für die Postbank wird der Vorstand offenbar nicht so schnell nachkommen. Oberstes Ziel sei es, dem Konzern jederzeit den notwendigen finanziellen Spielraum für sein geplantes operatives Wachstum zu erhalten, sagte Rosen.

Außerdem soll überschüssige Liquidität in eine schrittweise Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtungen und in eine weitere Stärkung der Basis für das Kreditrating stecken. "Nur wenn wir bei all diesen Punkten kein Optimierungspotenzial mehr sehen, sind auch Sonderdividende oder ein Aktienrückkaufprogramm denkbar", sagte der Finanzvorstand.

   Webseite: www.dp-dhl.de 
   -Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116, 
   kirsten.bienk@dowjones.com 
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March 09, 2010 05:12 ET (10:12 GMT)

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