DJ UPDATE: Sarkozy und Merkel wollen EU-Verträge änd.


05.12.11 18:10
Meldung
 

DJ UPDATE: Sarkozy und Merkel wollen EU-Verträge ändern und ESM vorziehen

--Frankreich und Deutschland schlagen verbindliche Schuldenregeln vor 
--Merkel entschlossen zu Entscheidung bei EU-Gipfel 
--Vertrag soll im März ausgehandelt sein --Dauerhafter Rettungsfonds ESM soll früher kommen 
 
(neu durchgeschrieben) 
 
Von Andreas Kißler und Hans Bentzien 
DOW JONES NEWSWIRES 
 

PARIS (Dow Jones)--Frankreich und Deutschland wollen verbindliche Schuldenregeln in der gesamten EU vorantreiben und den endgültigen Europäischen Rettungsmechanismus ESM auf 2012 vorziehen.

Die Emission gemeinsamer Staatsanleihen lehnen beide Länder hingegen weiterhin ab.

Frankreichs Staatspräsident Nikolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel sagten am Montag in Paris, bei Verstößen gegen Defizitregeln müsse es künftig automatische Sanktionen geben, die nur mit einer qualifizierten Mehrheit von 85% im Rat zu verhindern seien. Die dafür unerlässlichen Vertragsänderungen sollten möglichst für alle 27 EU-Länder durchgeführt werden, notfalls sei aber auch eine Änderung nur für die 17 Euro-Staaten denkbar. "Im März soll der Vertrag ausgehandelt sein", sagte Merkel. Geplant seien einheitlich definierte, bindende Schuldengrenzen.

Sarkozy und Merkel kündigten an, sie wollten diese Vorschläge für den Ende der Woche stattfindenden EU-Rat am Mittwoch in einem Brief an den EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy detaillieren. "Wir gehen mit Hochdruck daran, das Vertrauen in den Euro und die Eurozone wiederherzustellen", sagte Sarkozy. Merkel erklärte, beim EU-Rat gelte es, "wieder ein Stück Verlässlichkeit" zurückzugewinnen. "Wir sind fest entschlossen, die Entscheidung jetzt genau bei diesem Rat herbeizuführen." Das Paket demonstriere den Willen, "alles zu tun, um den Euro weiter als stabile Währung zu behalten".

Die Einführung des ESM soll nach Angaben Sarkozys und Merkels von 2013 auf 2012 vorgezogen werden. Eine Einbeziehung privater Gläubiger in der Form, wie dies im "Sonderfall" Griechenlands geschehen sei, werde es künftig nicht mehr geben. Merkel betonte, die Modalitäten des ESM sollten sich nach dem Vorgehen des Internationalen Währungsfonds (IWF) richten. "Griechenland ist eine Ausnahme, und deshalb werden wir in dem ESM deutlich machen, dass wir der Praxis des IWF folgen, wenn es um Solvenzprobleme geht, also dass eine Staatsanleihe im Euroraum nicht unsicherer ist als irgend eine andere Staatsanleihe auf der Welt", betonte Merkel.

Im Tausch gegen strengere Regeln zur Begrenzung der Staatsdefizite und deutlich stärkere Strafen für Fiskalsünder scheint Deutschland damit bereit, die Forderung nach der Beteiligung privater Investoren an der Bewältigung der Schuldenkrise abzuschwächen. Hintergrund ist offenbar auch die nur schleppend verlaufene Auktion zehnjähriger Bundesanleihen, die Ende November gezeigt hat, dass das Vertrauen der Investoren auch in den "sicheren Hafen" deutscher Staatsanleihen nicht unerschütterlich ist.

Gemeinsame europäische Anleihen soll es nach Aussage beider Staatslenker aber keinesfalls geben. "Deutschland und Frankreich sind sich einig, dass Euro-Bonds in keinem Fall eine Lösung der Krise darstellen können", betonte Sarkozy. "Euro-Bonds lehnen wir ab", sagte Merkel.

Die Bundeskanzlerin bestand bei der Pressekonferenz auf einer Rolle für den Europäischen Gerichtshof (EuGH) in dem Verfahren. Dieser solle prüfen, ob die nationalen Schuldenbremsen so umgesetzt seien, dass daraus eine "verpflichtende Einhaltung" des EU-Stabilitäts- und Wachstumspaktes folge. "Der Europäische Gerichtshof kann keine einzelstaatlichen Haushalte annullieren", machte Sarkozy aber klar.

Deutschland dringt schon länger auf eine Änderung der EU-Verträge, damit Defizitsünder im Euroraum härter und automatisch bestraft werden können. Dazu soll es auch möglich sein, den EuGH anzurufen. Frankreich will, dass die Europäische Zentralbank (EZB) stärker in der Krise eingreift, was Berlin aber ablehnt.

-Von Andreas Kißler und Hans Bentzien, Dow Jones Newswires 
+49 (0)30 2888 4118, andreas.kissler@dowjones.com 
(Unter Verwendung eines Berichtes von Andreas Plecko) 
DJG/DJN/ank/hab 
 

(END) Dow Jones Newswires

December 05, 2011 11:36 ET (16:36 GMT)

Copyright (c) 2011 Dow Jones & Company, Inc.



 
Weitere Meldungen
 
06.12 DJ UPDATE: RWE nutzt .
06.12 DJ PRESSESPIEGEL/Zinse.
06.12 DJ UPDATE: S&P prüft R.
06.12 DJ PRESSESPIEGEL/Unter.
06.12 DJ PRESSESPIEGEL/News.
06.12 DJ TAGESVORSCHAU/6.
06.12 DJ S&P senkt Ausblick fü.
06.12 DJ EUREX/Renten-Futures.
05.12 DJ Wall Street im Bann d.
05.12 DJ Dt.Börse nimmt keine .
05.12 DJ S&P setzt "AAA"-Eur.
05.12 DJ UPDATE: RWE nutzt .
05.12 DJ Daimler bringt Begrenz.
05.12 DJ IWF-Board genehmigt .
05.12 DJ RWE will mit Kapitalm.
05.12 DJ Vattenfall schließt stär.
05.12 DJ Gewinne an Europas B.
05.12 DJ Cameron will bei EU-V.
05.12 DJ UPDATE: Sarkozy und.
05.12 DJ Linde begibt siebenjähri.
05.12 DJ DEVISEN/Euro knapp u.
05.12 DJ pressetext.de: Neukund.
05.12 DJ Wall Street fest - Itali.
05.12 DJ ÜBERBLICK/Unternehm.
05.12 DJ UPDATE2: Commerzba.
05.12 DJ EUREX/DAX-Futures t.
05.12 DJ Sarkozy und Merkel w.
05.12 DJ EUREX/Renten-Futures.
05.12 DJ EZB: Bei Haupt-Refi-Te.
05.12 DJ Eurosystem kauft weni.


Umfrage
 
Welche Social Networks nutzen Sie meistens?
Facebook
keine
Twitter
Xing
Linked in
Youtube
myspace
Google+
Wikipedia
andere


Stimmen: 2820 , Ergebnis
Kurssuche
Status: nicht eingeloggt

Registrieren | Passwort vergessen?
 
 
Im Bereich Nachrichten:
Börsenwoche DAX: Angst und Unsicherheit
Experte: Stefan Hofmann, Chefredakteur STOCK-WORLD WEE.
Kolumnen
Deutschland-Anleihen ...
Sven Krupp, (28.05.12)
Experte: Sven Krupp,
Devin Sage TXA DAX ...
Devin Sage, Technische-X-Analyse.de (28.05.12)
Experte: Devin Sage, Technische-X-Analyse.de
Facebook nach Elliott Wave
Robert Schröder, Elliott-Waves.com (28.05.12)
Experte: Robert Schröder, Elliott-Waves.com
DAX mit vorsichtigem ...
Thomas Heydrich, Systemstrading.de (28.05.12)
Experte: Thomas Heydrich, Systemstrading.de
Wochenausblick: Lieber ...
Redaktion boerse-frank., Deutsche Börse AG (28.05.12)
Experte: Redaktion boerse-frankfurt.de, Deutsche Börse AG
Eurobonds - ja oder nein?
Wolfgang Juds, CREDO Vermögensma. (27.05.12)
Experte: Wolfgang Juds, CREDO Vermögensmanagement GmbH
Dax: keine nachhaltige ...
Arkadius Wasala, chart-experte.de (27.05.12)
Experte: Arkadius Wasala, chart-experte.de
Online Webinare - ...
RuMaS, (27.05.12)
Experte: RuMaS,
Börsenwoche DAX ...
Stefan Hofmann, Chefredakteur STOCK-. (27.05.12)
Experte: Stefan Hofmann, Chefredakteur STOCK-WORLD WEE.
Kommt der Grexit?
Klaus Singer, TimePatternAnalysis (27.05.12)
Experte: Klaus Singer, TimePatternAnalysis
Aktueller Wochenrückblick
Jürgen Schwenk, Herausgeber Bullenbrief (27.05.12)
Experte: Jürgen Schwenk, Herausgeber Bullenbrief
Erfolgreicher Börsengang !!!
Bernd Niquet, Autor (26.05.12)
Experte: Bernd Niquet, Autor
Niquet's World
Neues vom Portal
 
Deutscher Schuldenschnitt - Neuer stoppt Real
Experte: Stefan Hofmann, Stock-World
Letzte Börsen-Meldung
 
Letzte Börsen-Analyse
 
Top-Klicks News
 
Top-Klicks Analysen