DJ UPDATE2: BASF erholt sich weiter und bekräftigt Jahresprognose
(NEU: Aussagen aus der Telefonkonferenz)
Von Heide Oberhauser-Aslan DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Die BASF SE hat ihren Erholungskurs im zweiten Quartal 2010 dank einer starken Nachfrage und einer deutlich gestiegenen Ertragskraft in den Chemiegeschäften fortgesetzt.
Vor dem Hintergrund des guten ersten Halbjahres bekräftigte der Konzern jedoch seine Jahresprognose. Das Management erwartet weiterhin einen Umsatzanstieg über dem Wachstum der weltweiten Chemieproduktion, das BASF mittlerweile auf 7% bis 8% einschätzt. Bislang waren 5,3% prognostiziert worden.
Des Weiteren wird eine deutliche Verbesserung des EBIT vor Sondereinflüssen erwartet. Zudem soll wieder eine Prämie auf die Kapitalkosten verdient und eine höhere Dividende gezahlt werden. Im Vorjahr waren die Kapitalkosten nicht verdient worden, die Dividende war daher von 1,95 EUR im Jahr davor auf 1,70 EUR je Aktie gesunken.
Im zweiten Quartal legte der Umsatz von BASF um 29,7% auf 16,2 Mrd EUR zu, von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Mittel mit einem Anstieg auf 15,2 Mrd EUR gerechnet. Das EBIT vor Sondereinflüssen kletterte überproportional um 93,5% auf 2,2 Mrd EUR, geschätzt worden waren 2,042 Mrd EUR. Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter erhöhte sich der Gewinn auf 1,2 Mrd EUR, prognostiziert wurden 988 Mio EUR.
Am stärksten wuchsen Umsatz und EBIT im Segment Chemicals. Hier kletterten die Erlöse um 64% auf 2,97 Mrd EUR. Das EBIT vor Sondereinflüssen machte einen Sprung auf 687 Mio EUR, nach 258 Mio EUR im Vorjahr. Auch gegenüber dem ersten Quartal 2010 sei das Ergebnis trotz wartungsbedingten Produktionsunterbrechungen am Verbundstandort Nanjing gestiegen.
Auch die Sparte Plastics erzielte dank guten Auslastung und wegen Restrukturierungsmaßnahmen deutliche Umsatz- und Ergebnisverbesserungen. Dies berichtete auch die Sparte Performance Products.
Der Bereich konnte unter anderem von Synergien aus der Integration des schweizerischen Spezialchemiekonzerns Ciba und einem günstigen Geschäftsumfeld profitieren. Im ersten Halbjahr seien bereits Kostensynergien von 260 Mio EUR erreicht worden, sagte BASF-Vorstand John Feldmann, bis Jahresende sollen es 350 Mio EUR sein. Von den für 2010 veranschlagten 200 Mio EUR Integrationskosten seien bisher knapp die Hälfte angefallen.
Eine stärkere Nachfrage aus der Automobilindustrie und erfolgreiche Restrukturierungsmaßnahmen verhalfen auch der Sparte Functional Solutions zu Umsatz- und Ergebnissteigerungen.
Die gute Nachfrage sei auch von der Wiederauffüllung der Läger entlang der Wertschöpfungskette verstärkt worden, erläuterte der Konzern. Das Geschäft habe sich besser als erwartet entwickelt.
Dennoch bleiben die Risiken für einen selbsttragenden und dauerhaften Aufschwung -volatile Rohstoffmärkte, Überkapazitäten das Auslaufen staatlicher Konjunkturprogramme und die notwendige weltweite Konsolidierung staatlicher Haushalte -nach BASF-Einschätzung bestehen. Das Unternehmen rechnet für das zweite Halbjahr daher nur mit einer moderaten konjunkturellen Erholung.
Im Sommer gebe es saisonal bedingt immer eine Abschwächung des Geschäfts, sagte Vorstandsvorsitzender Jürgen Hambrecht bei einer Telefonkonferenz. Sie betreffe beispielsweise die Möbelindustrie, Teile der Bauindustrie und die Automobilindustrie. Des Weiteren sei bekanntlich die zweite Jahreshälfte für das Pflanzenschutzgeschäft der BASF die schwächere Periode. BASF sehe derzeit jedoch immer noch ein relativ gesundes Geschäftsumfeld.
Der Konzern will sich weiter auf Portfolioverbesserungen, Restrukturierungen und Effizienzsteigerungen konzentrieren. Mit dem Kostensenkungsprogramm "Next" will Hambrecht in diesem Jahr Einsparungen von 600 Mio EUR erzielen. Ab 2012 soll ein zusätzlicher jährlicher Ergebnisbeitrag von 1 Mrd EUR erreicht werden.
Des Weiteren soll der Ausbau des Geschäfts in Wachstumsmärkten vorangetrieben werden. Als wichtigen Meilenstein bezeichnete BASF den Erwerb des Spezialchemiekonzerns Cognis. Die im Juni vereinbarte Akquisition mit einem Unternehmenswert von 3,1 Mrd EUR soll im November abgeschlossen sein.
Analysten sprachen von guten BASF-Zahlen. Alle Kennziffern lägen zum Teil deutlich über den Prognosen. Dank einer weiter gestiegenen Nachfrage habe BASF die Erwartungen im zweiten Quartal übertroffen, erklärte die Commerzbank. Vor allem die Sparten Performance Products und Functional Solutions hätten die gute Entwicklung ermöglicht. Regional gesehen habe sich das Geschäft in Nordamerika und Europa am meisten verbessert.
"Sehr positiv" nannte Analyst Heiko Feber vom Bankhaus Lampe die Zahlen: "Sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten EBIT hat BASF meine Erwartungen weit übertroffen." Die Bekräftigung der Jahresprognose sei hingegen nicht überraschend, gleichwohl positiv hervorzuheben. Bankhaus Lampe bewertet die Aktie von BASF mit "Kaufen" und einem Kursziel von 63 EUR.
Die BASF-Aktie legte bis gegen 13.36 Uhr um 1,2% auf 45,86 EUR zu. Der DAX tendiert unterdessen freundlich.
Webseite: www.basf.com -Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires +49 (0)69 -29725 113, heide.oberhauser@dowjones.com DJG/hoa/brb/rio
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July 29, 2010 07:40 ET (11:40 GMT)
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