DJ UPDATE2: EU-Kommission akzeptiert Griechenlands Ha.


03.02.10 18:13
Meldung
 

DJ UPDATE2: EU-Kommission akzeptiert Griechenlands Haushaltspläne

(NEU: Mitteilung des griechischen Finanzministeriums, Hintergrund)

 

BRÜSSEL (Dow Jones)--Die EU-Kommission hat am Mittwoch den Plänen der griechischen Regierung zur Korrektur des übermäßigen Haushaltsdefizits und der hohen Verschuldung zugestimmt.

Außerdem empfahl die Kommission den EU-Finanzministern, die Pläne Griechenlands ebenfalls zu billigen. Athen will sein Haushaltsdefizit, das derzeit bei fast 13% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegt, bereits 2012 unter die Maastricht-Grenze von 3% des BIP drücken.

Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia sprach von einem "ambitiösen Programm" zur Korrektur fiskaler Ungleichgewichte sowie zur Wirtschaftsreform, warnte aber gleichzeitig vor Risiken. Die EU könne das griechische Problem aber ohne die Hilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) lösen, fügte er hinzu.

Die Kommission hat im Fall Griechenland erstmals die im EU-Vertrag vorgesehene Möglichkeit zur gleichzeitigen Überwachung der Wirtschafts- und der Haushaltspolitik angewendet: Sie beschloss eine Stellungnahme zum Stabilitätsprogramm der griechischen Regierung für den Zeitraum 2010 bis 2013, eine Empfehlung zum Abbau des übermäßigen Defizits, eine Empfehlung zu Strukturreformen und ein Vertragsverletzungsverfahren wegen der Statistikprobleme.

Die Kommission werde die Umsetzung des Programms "sehr genau und regelmäßig" prüfen und nicht zögern, wenn nötig, weitere Schritte vorzuschlagen, erklärte Almunia. Für die Haushaltspläne 2011 und 2012 forderte die Kommission Athen auf, weitere Details in den kommenden Monaten vorzulegen. Ab Mitte Mai soll die griechische Regierung in vierteljährlichen Abständen Fortschrittsberichte vorlegen.

Gleichzeitig leitete die Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren wegen "statistischer Probleme" ein. Athen übermittelt seit Jahren geschönte Haushaltsdaten. Die EU-Mitgliedstaaten sind vertraglich verpflichtet, korrektes Datenmaterial zur Verfügung zur stellen, um der Kommission die Haushaltüberwachung zu ermöglichen. Die Empfehlungen der Kommission werden Mitte des Monats in der Eurogruppe und beim Rat der Finanzminister diskutiert.

Im Detail will die griechische Regierung im laufenden Jahr unter anderem Steuerausnahmen streichen, die Verbrauchssteuern auf Tabakwaren und Alkohol erhöhen sowie die Steuerflucht bekämpfen. Auf der Ausgabenseite soll bei Beamtengehältern und Neueinstellungen im öffentlichen Dienst gespart werden.

Nach der Übermittlung des Stabilitätsprogramms Mitte Januar hat Athen zudem weitere Einsparungen angekündigt wie höhere Benzinsteuern und eine Rentenreform. Die Kommission verlangt nun innerhalb eines Monats einen konkreten Zeitplan. Auch verlangt sie mittelfristig Korrekturen "permanenter Natur" und eine Fortsetzung der Steuerreformen sowie eine Anpassung des Haushaltsrahmens.

Die Kommission empfahl den EU-Finanzministern zudem, Griechenland zu einer "umfassenden" Strukturreform aufzufordern, um die Effektivität der öffentlichen Verwaltung zu steigern, Renten- und Gesundheitssystem zu reformieren sowie Arbeitsmarkt und wirtschaftliches Umfeld zu verbessern und für Finanzstabilität zu sorgen. Damit solle die "Inkonsistenz" mit den wirtschaftspolitischen Leitlinien beendet werden, so die Kommission.

Almunia erinnerte vor der Presse daran, dass andere Staaten der Eurozone schwerwiegende Haushaltsprobleme hätten, allen voran Portugal und Spanien. Allen sei ein Verlust ihrer Wettbewerbsfähigkeit gemein, sagte der Wirtschaftskommissar. Daher müssten die Euro-Mitglieder nicht nur besser, sondern auch umfassender überwacht werden.

Die griechische Regierung wertete die Billigung ihrer Sparpläne durch die EU-Kommission positiv. "Die heutige Entscheidung der Europäischen Kommission bestätigt die Bemühungen und Entschlossenheit der Regierung, ein Programm zur Bereinigung der Staatsfinanzen umzusetzen", heißt es in einer Erklärung des griechischem Finanzministeriums. Außerdem wurde darauf verwiesen, dass Regierungschef George Papandreou am Dienstag bereits weitere Maßnahmen zur Verringerung des Defizits in Aussicht gestellt habe. Dies demonstriere den Willen, die Defizitprobleme des Landes zu lösen.

Griechenland war vor Weihnachten in eine schwere Finanzkrise geraten und steht wegen der Stabilität des Euro seit Anfang Dezember bereits unter verstärkter Aufsicht der EU. Durch manipulierte Statistiken hat das Land viel Vertrauen an den Finanzmärkten zerstört. Die Neuverschuldung des Landes stieg im Krisenjahr 2009 auf 12,7% des BIP, die Gesamtverschuldung erreichte mit Verbindlichkeiten über rund 300 Mrd EUR 113% des BIP.

 
  -Von Angelika Busch-Steinfort, Dow Jones Newswires; 
   +49 (0) 69 297 25 300, konjunktur.de@dowjones.com 
   (Alkman Granitsas hat zu dem Artikel beigetragen) 
   DJG/ang/kth/hab 
 

(END) Dow Jones Newswires

February 03, 2010 11:38 ET (16:38 GMT)

Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc.



 
Weitere Meldungen
 
04.02 DJ FXDIREKT/FXnews AU.
04.02 DJ FXDIREKT/FXnews AU.
04.02 DJ FXDIREKT/FXnews NZ:.
04.02 DJ FXDIREKT/FXnews NZ:.
03.02 DJ US-Anleihen im späten.
03.02 DJ Wall Street schließt un.
03.02 DJ EUREX/DAX-Futures s.
03.02 DJ EUREX/Renten-Futures.
03.02 DJ FXDIREKT/NZDUSD N.
03.02 DJ FXDIREKT/USDTRY Lir.
03.02 DJ FXDIREKT/EURUSD Fe.
03.02 DJ FXDIREKT/EURUSD Fe.
03.02 DJ FXDIREKT/EURUSD Fe.
03.02 DJ FXDIREKT/USDMXN M.
03.02 DJ Europa-Börsen schließe.
03.02 DJ FXDIREKT/EURJPY Sp.
03.02 DJ FXDIREKT/USDCAD O.
03.02 DJ UPDATE: Hannover Rü.
03.02 DJ FXDIREKT/EURPLN Zl.
03.02 DJ BMF: Deutschlands Hau.
03.02 DJ XETRA-SCHLUSS/Leic.
03.02 DJ Zurich gewinnt Dt-Bank.
03.02 DJ FXDIREKT/FXnews Ha.
03.02 DJ FXDIREKT/FXnews Ha.
03.02 DJ FXDIREKT/AUDUSD .
03.02 DJ pressetext.de: Brocade .
03.02 DJ UPDATE2: EU-Kommis.
03.02 DJ UPDATE2: EU untersu.
03.02 DJ Siemens unter Interess.
03.02 DJ PRESSEMITTEILUNG/P.


Umfrage
 
Welche Social Networks nutzen Sie meistens?
Facebook
keine
Twitter
Xing
Linked in
Youtube
myspace
Google+
Wikipedia
andere


Stimmen: 2820 , Ergebnis
Kurssuche
Status: nicht eingeloggt

Registrieren | Passwort vergessen?
 
 
Im Bereich Nachrichten:
Börsenwoche DAX: Angst und Unsicherheit
Experte: Stefan Hofmann, Chefredakteur STOCK-WORLD WEE.
Kolumnen
Deutschland-Anleihen ...
Sven Krupp, (28.05.12)
Experte: Sven Krupp,
Devin Sage TXA DAX ...
Devin Sage, Technische-X-Analyse.de (28.05.12)
Experte: Devin Sage, Technische-X-Analyse.de
Facebook nach Elliott Wave
Robert Schröder, Elliott-Waves.com (28.05.12)
Experte: Robert Schröder, Elliott-Waves.com
DAX mit vorsichtigem ...
Thomas Heydrich, Systemstrading.de (28.05.12)
Experte: Thomas Heydrich, Systemstrading.de
Wochenausblick: Lieber ...
Redaktion boerse-frank., Deutsche Börse AG (28.05.12)
Experte: Redaktion boerse-frankfurt.de, Deutsche Börse AG
Eurobonds - ja oder nein?
Wolfgang Juds, CREDO Vermögensma. (27.05.12)
Experte: Wolfgang Juds, CREDO Vermögensmanagement GmbH
Dax: keine nachhaltige ...
Arkadius Wasala, chart-experte.de (27.05.12)
Experte: Arkadius Wasala, chart-experte.de
Online Webinare - ...
RuMaS, (27.05.12)
Experte: RuMaS,
Börsenwoche DAX ...
Stefan Hofmann, Chefredakteur STOCK-. (27.05.12)
Experte: Stefan Hofmann, Chefredakteur STOCK-WORLD WEE.
Kommt der Grexit?
Klaus Singer, TimePatternAnalysis (27.05.12)
Experte: Klaus Singer, TimePatternAnalysis
Aktueller Wochenrückblick
Jürgen Schwenk, Herausgeber Bullenbrief (27.05.12)
Experte: Jürgen Schwenk, Herausgeber Bullenbrief
Erfolgreicher Börsengang !!!
Bernd Niquet, Autor (26.05.12)
Experte: Bernd Niquet, Autor
Niquet's World
Neues vom Portal
 
Deutscher Schuldenschnitt - Neuer stoppt Real
Experte: Stefan Hofmann, Stock-World
Letzte Börsen-Meldung
 
Letzte Börsen-Analyse
 
Top-Klicks News
 
Top-Klicks Analysen