DJ UPDATE2: Hannover Rück hält trotz Großschäden an Prognose fest
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Von Rüdiger Schoß DOW JONES NEWSWIRES
HANNOVER (Dow Jones)--Die Hannover Rückversicherung AG hält trotz der zu erwartenden Finanzbelastungen als Folge des Wintersturms Xynthia und des verheerenden Erdbebens in Chile an ihren bisherigen Jahresprognosen fest.
Das Beben in Chile und der Wintersturm in Europa Ende Februar werden zu einer deutlich höheren Nettobelastung im Bereich der Naturkatastrophen führen, als sie für das erste Quartal erwartet worden war. Hannover Rück rechnet beim Erdbeben mit 185 Mio EUR und für die bei ihm versicherten Xynthia-Schäden mit rund 40 Mio EUR Belastung. Die angepeilte Eigenkapitalrendite von mindestens 15% könnte in Gefahr geraten, wenn die Zahl der Großschäden im weiteren Jahresverlauf nicht annähernd im erwarteten Rahmen bleibe, hieß es deshalb.
Seine Prämieneinnahmen will der Konzern im laufenden Jahr wie angekündigt brutto wie netto währungsbereinigt um rund 5% steigern. In der Schaden-Rückversicherung soll das Prämienwachstum rund 4%, in der Personen-Rückversicherung 10% erreichen. Bei der Kapitalrendite (ROI) legte sich der MDAX-Konzern mit rund 3,5% auf das obere Ende der erst im Februar gesenkten Prognosespanne fest.
Im Krisenjahr 2009 erzielte der MDAX-Konzern aus Hannover überraschend das beste Ergebnis seiner Unternehmensgeschichte. Basis dafür waren moderate Belastungen aus Großschäden, das übernommene ING-Lebensrückversicherungsportfolio und Zuschreibungen bei den Kapitalanlagen. Die Prämien kletterten 2009 um 26,5% auf 10,3 Mrd EUR. Der Konzerngewinn erreichte 731,2 Mio EUR nachdem 2008 noch ein Verlust von 127 Mio EUR zu Buche gestanden hatte.
Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Schnitt mit knapp 10,1 Mrd EUR Prämien und lediglich 713 Mio EUR Gewinn gerechnet. Anders als im Vorjahr sollen die Aktionäre deshalb nicht leer ausgehen. Je Aktie soll eine Dividende von 2,10 EUR gezahlt werden.
Im laufenden Jahr werde das Ergebnis nicht im gleichen Maße wie im Vorjahr von Sonderposten profitieren können, sagte Vorstandsvorsitzender Wallin. Bereinigt um Einmaleffekte habe der Konzern 599 Mio EUR oder 4,97 EUR Gewinn je Aktie erzielt. Dieses Ergebnis sei auch 2010 mindestens erreichbar. Jedoch bleibe abzuwarten, wie sich die Großschäden und die Kapitalanlagen in diesem Jahr entwickelten, schränkte der Manager ein.
Im Gegensatz zu vielen anderen Naturkatastrophen wird das Erdbeben in Chile die Preise in der Katastrophendeckung nach Einschätzung des Unternehmens wohl kaum steigen lassen. "Es wird keine Auswirkungen weltweit haben", sagte der für die globale Schaden-Rückversicherung verantwortliche Vorstand André Arrago. Nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden Ulrich Wallin wird der Wintersturm Xynthia jedoch in Europa den Druck in Richtung Preiserhöhungen erhöhen.
Im Gegensatz zum Konkurrenten Munich Re hat die Hannover Rück ihr Engagement in griechischen Anleihen nicht ausgebaut. Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit Staatsgarantie aus Griechenland machten zusammen rund 70 Mio EUR oder rund 0,3% des Gesamtportfolios aus, sagte Finanzvorstand Roland Vogel. In den vergangenen Wochen habe der Konzern das Exposure sogar etwas reduziert. Munich Re hatte sich hingegen jüngst erfolgreich an der Auktion griechischer Anleihen beteiligt. Insgesamt ist Hannover Rück mit rund 500 Mio EUR oder 2,3% des Portfolios in Staatsanleihen aus Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien investiert.
Zögerlich bleibt der Konzern auch beim Wiedereinstieg in den Aktienmarkt, der ihm im Zuge der Finanzkrise herbe Verluste beschert hatte. Im ersten und zweiten Quartal werde er auf Investitionen im Aktienmarkt verzichten, sagte Roland Vogel. Ob er im weiteren Jahresverlauf den Aktienanteil im Portfolio ausbaue, hänge von der Kapitalausstattung des Rückversicherers ab.
Am Aktienmarkt legten die Papiere der Hannover Rück bis 15.45 Uhr um 1,4% auf 33,91 EUR zu. "Quer durch die Bank besser als erwartet", heißt es im Handel dazu. Vor allem das Wachstum der Nettoprämien von knapp 32% sei in dieser Rasanz nicht prognostiziert worden.
SG-Analyst Franz Rotger rechnet wegen der Großschäden zu Jahresbeginn zwar für 2010 mit einem Gewinnrückgang. Mit rund 600 Mio EUR Nettogewinn würde der Konzern jedoch noch immer genug verdienen, um seine Finanzstärke weiter zu festigen.
Webseite: www.hannover-rueck.de -Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117, ruediger.schoss@dowjones.com DJG/rso/has Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de
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March 11, 2010 09:55 ET (14:55 GMT)
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