DJ UPDATE2: Post enttäuscht mit Ergebnis 2009 und A.


09.03.10 13:25
Meldung
 

DJ UPDATE2: Post enttäuscht mit Ergebnis 2009 und Ausblick

(NEU: Weitere Aussagen des Vorstands, Reaktion des Marktes, Aktienkurs)

 
   Von Kirsten Bienk 
   DOW JONES NEWSWIRES 
 

BONN (Dow Jones)--Die Deutsche Post AG hat im vergangenen Jahr zwar ihre selbstgesteckten Gewinnziele übertroffen und für das laufende Jahr weitere Verbesserungen in Aussicht gestellt.

Am Aktienmarkt war das aber nicht genug. Händler und Analysten zeigten sich enttäuscht über den am Dienstag vorgelegten Geschäftsbericht des Logistikkonzerns. Sie hatten sowohl beim Ausblick 2010 als auch beim Nettogewinn im abgelaufenen Jahr wesentlich mehr erwartet. Der Kurs der Aktie fiel bis 12.52 Uhr nach anfänglich noch stärkeren Verlusten um 1,7% auf 12,59 EUR.

Der Vorstand des Konzerns zeigte sich jedoch angesichts der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zufrieden mit dem Ergebnis. "In allen Bereichen des Konzerns sind sehr solide Leistungen abgeliefert worden", sagte Vorstandsvorsitzender Frank Appel bei der Präsentation der Bilanz. In Anbetracht der sehr widrigen gesamtwirtschaftlichen Umstände habe die Post zwar deutliche Umsatzrückgänge nicht verhindern können. Durch den Abbau verlustbringender Geschäfte und ein striktes Sparprogramm sei trotz der hohen Einmalkosten ein Nettogewinn von 644 Mio EUR nach einem Vorjahresverlust von 1,688 Mrd EUR erreicht worden. Das war aber nur gut die Hälfte der 1,147 Mrd EUR, die Analysten im Vorfeld erwartet hatten.

Der Umsatz fiel 2009 um rund 15% auf 46,2 Mrd EUR. Das bereinigte EBIT verringerte sich um knapp 27% auf 1,47 Mrd EUR und lag über den von der Post in Aussicht gestellten mindestens 1,35 Mrd EUR.

Der Post-Vorstand begründete den Gewinnanstieg vor allem mit den erfolgten Einsparungen, die 1,1 Mrd EUR erreicht hätten. Das geplante Ziel des Programms "IndEx" sei damit um 100 Mio EUR übertroffen und ein Jahr früher als ursprünglich geplant erreicht worden. Außerdem habe sich der Konzern bei seinen Investitionen wie zugesagt etwas zurückgenommen und nur 1,17 Mrd EUR ausgegeben.

Für 2010 zeigte sich der Bonner DAX-Konzern verhalten optimistisch. Im laufenden Jahr werde das weltweite Transportvolumen "moderat" steigen und zu einer positiven Auswirkung auf den Umsatz führen. Hier rechnet der Vorstand mit einem Plus, mag dieses aber mit Blick auf die Marktvolatilitäten nicht beziffern. Die ersten beiden Monate bestärken die Einschätzung auf eine Erholung der Handelsvolumen. Das EBIT vor Einmaleffekten soll 2010 auf 1,6 Mrd bis 1,9 (2009: 1,473) Mrd EUR steigen. Analysten hatten laut Aussage eines Händlers hier bislang mit 2 Mrd EUR gerechnet. Appel begründete die breite Prognosespanne mit den noch nicht bezifferbaren Belastungen aus der Gesetzesänderung zur Besteuerung von bestimmten Post-Dienstleistungen. Das neue Gesetz wird aller Voraussicht nach zum 1. Juli in Kraft treten. Einige Kunden müssen dann eine Mehrwertsteuer von 19% zahlen. Dafür muss die Post ihre IT-Systeme umrüsten.

Da die außerordentlichen Aufwendungen der Post-Prognose zufolge auf 350 Mio EUR von rund 1,6 Mrd EUR im Vorjahr sinken dürften, sieht der Konzern das EBIT 2010 erheblich über dem Vorjahreswert von 231 Mio EUR liegen. So wird der Konzern für die noch noch nicht ganz abgeschlossene Restrukturierung des US-Geschäfts wesentlich weniger Geld ausgeben als im Vorjahr. Auch das Nettoergebnis soll den 2009er Wert von 644 Mio EUR übersteigen.

Die beiden Sparten DHL und Brief werden nach Vorstellung des Vorstands erstmals gleiche Anteile zum Gewinn liefern. Das bereinigte EBIT der Sparte Brief wird mit 1,0 Mrd bis 1,2 Mrd EUR, das bereinigte EBIT von DHL mit 1,0 Mrd und 1,1 Mrd EUR in Aussicht gestellt. Den Aufwand des Zentralbereichs beziffert der Vorstand mit rund 400 Mio EUR. Die Steuerquote wird aufgrund der geringeren Einmalbelastungen auf 20% bis 25% steigen.

Große Zukäufe will der Vorstand nicht tätigen. Vorstellbar seien allenfalls sehr wenige kleinere Akquisitionen zur Abrundung des Dienstleistungsangebotes. Der Schwerpunkt wird weiterhin auf organischem Wachstum gelegt. In der Sparte Brief konzentriert sich die Hoffnung auf die im Sommer geplante Einführung des sicheren E-Mail-Verkehrs im Internet. Im Paketversand will der Vorstand vom E-Commerce profitieren und bei DHL vor allem in kundenspezifische Lösungen investieren. Für das Express-Geschäft sind Ausgaben für Flughäfen und Flugzeuge vorgesehen.

Die Aktionäre sollen für 2010 und weitere Jahre entsprechend der neuen Finanzstrategie des Konzerns 40% bis 60% des Nettogewinns bekommen. Für 2009 erhalten sie eine unveränderte Dividende von 0,60 EUR. "Diese langfristige und auf Kontinuität ausgerichtete Dividendenpolitik ist ein wichtiges Signal an den Kapitalmarkt, dass wir unsere Attraktivität für Investoren weiter erhöhen", erklärte Finanzvorstand Larry Rosen.

Bislang gab es beim Bonner Logistikkonzern keine Vorgabe für die Ausschüttungsquote. 2001 bis 2007 hatte die Post zwischen 26,11% und 78,62% ihres Jahresgewinns an die Anteilseigner ausgezahlt. Mit ihrer Quote reagiert die Post auf Forderungen von Investoren nach mehr Berechenbarkeit und Transparenz. Analysten zeigten sich erfreut von dieser Entwicklung. Damit dürfte endlich der Mangel an Klarheit beseitigt werden, hieß es bei UniCredit.

Dem Wunsch von Anteilseignern nach einer Sonderdividende als Beteiligung am Verkaufserlös für die Postbank wird der Vorstand nicht so schnell nachkommen. Oberstes Ziel sei es, dem Konzern jederzeit den notwendigen finanziellen Spielraum für sein geplantes operatives Wachstum zu erhalten, sagte Rosen. Außerdem soll überschüssige Liquidität in eine schrittweise Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtungen und in eine weitere Stärkung der Basis für das Kreditrating stecken. "Nur wenn wir bei all diesen Punkten kein Optimierungspotenzial mehr sehen, sind auch Sonderdividende oder ein Aktienrückkaufprogramm denkbar", sagte der Finanzvorstand. Dies werde einige Zeit in Anspruch nehmen.

Analysten reagierten unterschiedlich auf das Gesagte und stellten teilweise veränderte Anlageempfehlungen in Aussicht.

 
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March 09, 2010 06:53 ET (11:53 GMT)

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