DJ UPDATE2: Symrise senkt Ergebnisprognose für 2008


28.10.08 13:45
Meldung
 

DJ UPDATE2: Symrise senkt Ergebnisprognose für 2008

(NEU: Weitere Details und Einschätzungen) 
 
   von Richard Breum 
   DOW JONES NEWSWIRES 
 

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die Symrise AG ist für das laufende Jahr weniger zuversichtlich als bislang.

Der Holzmindener Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen teilte am Dienstag mit, das EBITA werde "auf hohem Vorjahresniveau" und die EBITDA-Marge bei rund 20% erwartet. Im Jahr 2007 hatte das EBITA gegenüber dem Vorjahr noch um 14% auf 232 Mio EUR zugelegt.

Bisher hatte Symrise für das EBITA im laufenden Jahr ein weiteres Plus von 6% sowie eine Marge von rund 21% in Aussicht gestellt. Die Umsatzprognose bestätigte das Management jedoch: Symrise erwartet 2008 weiterhin ein währungsbereinigtes Plus von 6% bis 7%.

Der Bereich "Flavor & Nutrition", der die Duft- und Geschmacksstoffe für Getränke und Lebensmittel umfasst, legte im dritten Quartal beim Umsatz deutlich zu und wuchs währungsbereinigt um über 10%. Dazu trug jedoch vor allem ein Zukauf in den USA bei -das organische Wachstum erreichte in diesen Monaten nur 2,5% und fiel damit deutlich schwächer aus als noch im ersten Halbjahr.

Bei den Duftstoffen für Kosmetik und Waschmitteln, dem zweiten großen Bereich mit Namen "Scent & Care", meldete Symrise eine "Nachfrageschwäche in den Luxussegmenten". Diese Bereiche hätten mit "Nachfrageproblemen speziell in westlichen Märkten zu kämpfen". Der Umsatz bei "Scent & Care" blieb daher im dritten Quartal leicht hinter dem Vorjahresumsatz zurück.

Im dritten Quartal legte der Umsatz des Konzerns währungsbereinigt insgesamt um 5% auf 333,5 Mio EUR zu, das EBIT ging jedoch auf 50,6 (56,2) Mio EUR zurück. Die EBITDA-Marge, die vor einem Jahr noch bei 22,9% gelegen hatte, sank auf 20,7%. Das dritte Quartal müsse sich mit einem besonders starken Vorjahresquartal messen lassen, heißt es in der Mitteilung von Symrise.

Zudem habe es im August im Zusammenhang mit der Finanzkrise einen "temporären deutlichen Orderrückgang" der Kunden gegeben. Die niedrigere Marge hat zum einen das reduzierte Luxusgeschäft verursacht. Dadurch fiel der Produktmix, also der Anteil an Produkten mit höheren Gewinnspannen, ungünstiger aus. Zudem belasteten die Integration der großen US-Akquisition und weitere Zukäufe die Marge.

Symrise sieht sich für einen Konjunkturabschwung gleichwohl gut gerüstet. Man biete hauptsächlich Produkte an, die elementare Grundbedürfnisse und nur zu einem geringen Teil Luxuswünsche befriedigen. Das Unternehmen rechne daher damit, dass dieser große Teil seines Produktportfolios von einer konjunkturellen Abschwächung nicht oder nur wenig betroffen sein werde, teilte der Konzern weiter mit.

Die momentanen Entwicklungen an den globalen Finanzmärkten stellten "jedes Unternehmen vor große Fragen -vor allem ob die eigene Strategie angepasst werden muss", erklärte Vorstandsvorsitzender Gerold Linzbach: "Wir sehen unsere guten Zahlen in schlechten Zeiten als Bestätigung unserer Strategie."

Man werde im laufenden Jahr die Rekordergebnisse des Vorjahres zwar nicht übertreffen, doch aber etwa halten können, und auch im kommenden Jahr wolle man schneller wachsen als der Markt. An der bisherigen Dividendenpolitik und dem Vorhaben, weiterhin kleinere Unternehmen zu akquirieren, hält Symrise unverändert fest.

Im Risikobericht der Quartalsbilanz wird darauf verwiesen, dass Symrise sich nach dem Börsengang im Dezember 2006 für fünf Jahre "mit Hilfe eines stabilen Bankenkonsortiums zu guten Konditionen" finanziert habe. Man sei zuversichtlich, dass die Krise an den Finanzmärkten das Geschäft und die Strategie des Unternehmens nicht beeinflussen werden.

In einer ersten Einschätzung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) heißt es, das organische Wachstum im dritten Quartal habe die Erwartungen verfehlt. Bei den Duftstoffen habe sich die bereits zuvor beobachtete Nachfrageschwäche in den Luxussegmenten fortgesetzt, und auch bei den Geschmacksstoffen habe sich das Wachstum stärker abgeschwächt als man gedacht habe.

Das operative Ergebnis sei daher stärker zurückgegangen als erwartet, und das Nettoergebnis sei zusätzlich von einem schwachen Finanzergebnis belastet worden, heißt es bei der LBBW weiter.

Auch die Analysten des Hamburger Bankhauses M.M. Warburg hatten mit einer besseren Entwicklung im dritten Quartal gerechnet. Vor allem der Gewinn sei enttäuschend ausgefallen, heißt es in einer Kurzstudie. Trotz des wenig konjunkturanfälligen Geschäfts seien derzeit Investitionen in Symrise-Aktien nicht attraktiv.

Die Aktie, die wie das Börsensegment MDAX insgesamt stark unter Druck geraten und in den vergangenen zwölf Monaten von rund 21 unter 9 EUR abgesackt war, gab am Dienstag in einem freundlichen Marktumfeld um weitere rund 12% auf 7,54 EUR nach.

   Webseite: http://www.symrise.de 
  
 -Von Richard Breum, Dow Jones Newswires, +49 (0) 211
 -13872 15, 
   Richard.Breum@dowjones.com 
   DJG/rib/brb/roa 
 

(END) Dow Jones Newswires

October 28, 2008 08:12 ET (12:12 GMT)



 

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