DJ Wall Street schließt etwas leichter -US-BIP stützt nur kurz
NEW YORK (Dow Jones)--Das überraschend starke Wirtschaftswachstum in den USA im vierten Quartal konnte die Aktienkurse an Wall Street am Freitag nur kurz beflügeln.
Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) schloss mit einem Minus von 0,5% bzw 53 Punkten bei 10.067, nachdem er im Tageshoch schon bei 10.239 Punkten notiert hatte. Das Tagestief lag bei 10.045 Punkten. Der Index verlor damit auf Monatssicht 3,5%. Der S&P-500-Index verzeichnete einen Abschlag von 1,0% bzw 11 Punkten auf 1.074. Der Nasdaq-Composite-Index gab um 1,5% oder 32 Punkte auf 2.147 nach. Es wurden 1,58 (Donnerstag: 1,15) Mrd Aktien umgesetzt. Den 957 Kursgewinnern standen dabei 2.073 -verlierer gegenüber; unverändert schlossen 114 Titel.
Die Investoren seien weiterhin skeptisch bezüglich der Entwicklung des Marktes und der konjunkturellen Erholung, so ein Marktteilnehmer. Trotz der überraschend guten Entwicklung des US-Bruttoinlandsprodukte (BIP) und guten Unternehmensergebnissen, beispielsweise von Microsoft, hätten die Investoren lieber Gewinne realisiert als neue Positionen aufgebaut, hieß es weiter. Die Anleger seien der Ansicht, dass viele Probleme, die die Rezession ausgelöst haben, weiterhin präsent seien, ergänzte ein weiterer Händler.
Der Anstieg des US-BIP um 5,7% lag deutlich über der Prognose von 4,8%. Doch die Lagerveränderungen leisteten mit rund 3,4 Prozentpunkten den stärksten Beitrag zum BIP-Wachstum. Im Gesamtjahr 2009 ging das US-BIP um 2,4% zurück, damit aber nicht so stark wie befürchtet. Kritisch vermerkten Händler zudem den Anstieg der Löhne und damit einen Hinweis auf die Konsumkraft der US-Verbraucher: Sie kletterten mit der niedrigsten Rate des gesamten Jahres 2009. Zudem seien im vierten Quartal die Konsumausgaben weiterhin schwach geblieben. Diese seien aber für eine konjukturelle Erholung von großer Bedeutung, so ein Analyst.
Die anderen US-Konjunkturdaten des Tages sandten dagegen zuversichtliche Zeichen: Die zweite Umfrage der Uni Michigan zur Verbraucherstimmung in den USA stieg auf 74,4 im Januar an. Die Erwartungen lagen hier nur bei 73,0. Auch der Einkaufsmanager-Index aus Chicago fiel besser als erwartet aus. Er stieg im Januar auf 61,5 nach 58,7 im Dezember. Vor allem der erneute Anstieg der Aufträge kam gut an. Der "Chicago-Index" wird von Beobachtern mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt, da er Rückschlüsse auf den landesweiten ISM-Einkaufsmanagerindex am Montag zulässt.
Bei den Unternehmen überwogen zwar die guten Nachrichten, doch blieb dies ohne positive Auswirkungen auf die Einzelaktien. So hat Microsoft am Donnerstag nachbörslich einen Gewinnsprung von 60% im zweiten Quartal auf 6,66 Mrd USD bzw 0,74 USD je Aktie vermeldet. Vor allem die anspringenden Computer-Verkäufe und die starke Nachfrage nach dem neuen Betriebssystem "Windows 7" haben die Verkäufe beflügelt. Dennoch fiel die Aktie um 3,4% auf 28,18 USD und belastete damit den Technologiesektor.
Hewlett-Packard verloren 1,5% auf 47,07 USD, Apple gaben um 3,6% auf 192,12 USD nach und die Aktien von Intel büßten 2,6% auf 19,40 USD ein. Gesucht waren im DJIA die Aktien von Home Depot mit einem Plus von 2,5% auf 28,01 USD und Wal-Mart, die um 1,6% auf 53,43 USD zulegten.
Der Internet-Händler amazon.com verlor dagegen lediglich 0,2% auf 125,41 USD. amazon.com hat einen Gewinnanstieg von 71% vermelden können. Einen Rückgang des Gewinns musste dagegen Honeywell International ausweisen. Hier gingen die Gewinne im vierten Quartal auf 0,91 USD nach zuvor 0,97 USD je Aktie zurück. Die Aktie verlor 3% auf 38,64 USD.
Im Energiesektor verloren Chevron 2,3% auf 72,12 USD und Exxon Mobil, die am Montag Ergebnisse für das vierte Quartal vorlegen, büßten 0,8% auf 64,43 USD ein. Der Ölpreis setzte an der Nymex seien Abwärtstendenz fort und fiel unter die Marke von 73 USD.
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January 29, 2010 16:55 ET (21:55 GMT)
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