DJ XETRA-SCHLUSS/Fester - Gute Vorgaben hieven DA.


17.03.10 18:55
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DJ XETRA-SCHLUSS/Fester -Gute Vorgaben hieven DAX über 6.000 Pkt.

FRANKFURT (Dow Jones)--Deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch fester und dabei erstmals seit Januar wieder über 6.000 Punkten geschlossen. Der DAX stieg um 0,9% oder 53 auf 6.024 Zähler. Umgesetzt wurden an DAX-Titeln auf Xetra rund 117,5 (Vortag: 96,3) Mio Aktien im Wert von rund 3,39 (Vortag: 2,66) Mrd EUR. Das Jahreshoch bei 6.094 Punkten rückt damit wieder in Sichtweite.

Gründe für die Aufschläge am deutschen Aktienmarkt waren günstige Aussagen der US-Notenbank und ein weiterer Anstieg des US-Verbrauchervertrauens. Auch die asiatischen Börsen lieferten gute Vorgaben. Zudem habe der anstehende große Verfall am Freitag schon seinen Schatten vorausgeworfen, so Stimmen aus dem Handel.

Die Fed bekräftigte ihre Nullzinspolitik und kündigte an, dass die Zinsen noch für einen "ausgedehnten Zeitraum" sehr niedrig bleiben werden. Damit beruhigten die US-Notenbanker Anleger, die eine baldige Abkehr von der expansiven Geldpolitik befürchtet hatten.

Die US-Erzeugerpreise wurden im Handel ebenfalls begrüßt. "Die Entwicklung der Kernerzeugerpreise untermauert, dass Inflationsgefahren in den USA derzeit nicht lauern. Kurzfristig verzerren Energiepreisschwankungen nach wie vor das Bild", deutete ein Volkswirt der Postbank die Zahlen.

Siemens stiegen um 3,2% auf 71,90 EUR und waren damit einer der stärksten DAX-Werte. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" will das Unternehmen die IT-Sparte SIS umstrukturieren. In der Sparte stehen Stellenstreichungen im vierstelligen Bereich an. Der Arbeitsplatzabbau werde dabei zunächst die deutschen Standorte betreffen, wie Dow Jones Newswires von einer informierten Person erfuhr. "Damit geht Siemens ein Problemkind an", sagte ein Marktteilnehmer.

MAN waren mit 3,2% auf 59,08 EUR Aufschlag ebenfalls gesucht und erreichten ein neues Jahreshoch. Ein Händler verwies auf den sich belebenden US-Markt für schwere Nutzfahrzeuge. Commerzbank verteuerten sich um 2,6% auf 6,36 EUR. Der hohe Zinsüberschuss des italienischen UniCredit im vierten Quartal könnte auch bei der Commerzbank für Käufe gesorgt haben, so Händler. Sie habe ähnlich wie der UniCredit ein überproportional hohes Engagement in den mittel- und osteuropäischen Märkten.

Dagegen verloren Metro 2,1% auf 42,16 EUR. Das Unternehmen erhöht zwar den Ausblick beim EBIT, Analyst Heino Ruland von Ruland Research sprach jedoch von einem "Ablenkungsmanöver". "Das gute EBIT ist seit Dienstag bekannt, mit der Prognoseerhöhung will Metro vom enttäuschenden Jahresüberschuss ablenken", so der Analyst. BMW verloren 0,9% auf 32,47 EUR, obwohl die Münchener im laufenden Jahr wieder ein deutlich besseres Ergebnis vor Steuern einfahren wollen, wie der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer auf der Bilanzpressekonferenz sagte. Händler sahen die Kursentwicklung daher in Zusammenhang mit dem großen Verfall.

Die Geschäftszahlen von Lanxess für das vierte Quartal wurden von Analysten positiv gewertet. Dennoch schloss die Aktie praktisch unverändert. "Der Titel ist einfach überkauft", meinte ein Marktteilnehmer. Das Papier gehöre zu den besten Titeln seit Jahresbeginn mit einem Plus von mehr als 15%. Nach positiven Analystenkommentaren legten Wincor Nixdorf um 2% auf 51,11 EUR zu. Goldman Sachs hatte das Kursziel für die Aktie auf 67 EUR von zuvor 61 EUR hochgenommen.

Wirecard sanken dagegen um 8,6% auf 8,13 EUR. In einem Kommentar der Berenberg Bank zu der Aktie hieß es, Mitte Februar sei gegen eine Privatperson namens Michael Olaf Schütt Anzeige wegen gesetzwidriger Geldtransfergeschäfte in den USA erhoben worden. Dieser soll Transfergeschäfte auch über die Wirecard Bank in den USA abgewickelt haben. Eine Sprecherin von Wirecard sagte auf Anfrage von Dow Jones Newswires: "Wir haben oder hatten mit dem ominösen Herrn Schütt nichts zu tun. Es läuft in diesem Zusammenhang kein Ermittlungsverfahren gegen Wirecard."

Drillisch gaben 7,9% auf 5,44 EUR und freenet um 3,5% auf 9,75 EUR nach. Marktteilnehmer verwiesen auf Nachwirkungen der von freenet vorgelegten Zahlen. Hier hatten Händler die mittelfristig sinkenden Kundenzahlen beanstandet. Die Abgaben hätten sich fortgesetzt, zumal die WestLB freenet auf "Add" von "Buy" gesenkt hatte. Drillisch seien wegen der Beteiligungsverhältnisse hiervon nun mitgerissen worden, hieß es.

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(END) Dow Jones Newswires

March 17, 2010 13:21 ET (17:21 GMT)

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