Rheinmetall Aktie: Skyranger 30 auf der ILA 2026
Rheinmetall präsentiert sich auf der ILA als reiner Rüstungskonzern, während die Aktie rund 25 Prozent unter ihrem Jahreshoch notiert.

Kurz zusammengefasst
- Skyranger 30 als Messehighlight
- Milliardenauftrag für Loitering Munition
- Verkauf der Autosparte abgeschlossen
- Aktie mit deutlichem Jahresverlust
Rheinmetall zeigt auf der ILA 2026 in Berlin sein neues Gesicht. Der Düsseldorfer Konzern ist kein Automobilzulieferer mehr — er ist ein reiner Rüstungskonzern. Die Messe ist der erste große Auftritt nach der Vollendung dieser Transformation.
Skyranger und Loitering Munition im Rampenlicht
Das mobile Flugabwehrsystem Skyranger 30 steht dabei im Mittelpunkt. Es läuft auf einer Boxer-Plattform und integriert Lenkflugkörper des Typs DefendAir von MBDA. Das System adressiert die wachsende Bedrohung durch Drohnenschwärme und Marschflugkörper — und gewinnt durch die europäische Sky Shield Initiative an Bedeutung.
Parallel präsentiert Rheinmetall das Loitering Munition System FV-014. Dafür besteht bereits ein Rahmenvertrag mit der Bundeswehr aus April 2026 — Volumen: mehrere Milliarden Euro. Hinzu kommt die Aufklärungsdrohne LUNA NG, bei der Bundeswehr als HUSAR eingeführt.
Automotive weg, Fokus auf Marge
Am 3. Juni 2026 unterzeichnete Rheinmetall den Verkauf seiner zivilen Automotive-Sparte an die Industriegruppe AEQUITA — für rund 350 Millionen Euro. Der Konzern konzentriert sich nun vollständig auf margenstarke Militäraufträge.
Auf der ILA demonstriert das Management die Vernetzung der Bereiche Boden, Luft und Weltraum. Dazu gehört die Kooperation mit Boeing beim autonomen Kampfflugzeug MQ-28 Ghost Bat. Rheinmetall fungiert dabei als Systemmanager in Deutschland und bereitet die geplante Beschaffung durch die Bundeswehr bis 2029 vor.
Kurs weit unter alten Höchstständen
An der Börse läuft es weniger rund. Die Aktie notiert bei 1.208 Euro — ein Plus von 0,52 Prozent gegenüber dem Vortag, aber ein Minus von fast 25 Prozent seit Jahresbeginn. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 1.611 Euro. Der Abstand beträgt rund 25 Prozent.
Das Orderbuch liefert Rheinmetall Rückenwind: Der Auftragsbestand soll rund 73 Milliarden Euro umfassen. Die entscheidende Frage ist, wie schnell der Konzern diesen Backlog in Umsatz und operative Marge umwandeln kann. Gelingt das im zweiten Halbjahr, könnte der Kurs wieder Fahrt aufnehmen. Die ILA läuft noch bis zum 14. Juni 2026.
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