Nel ASA Aktie: 85 Millionen Kronen Auftragseingang
Nel ASA verzeichnet nach Vergleich und schwachem Auftragseingang einen deutlichen Wochenverlust. Die Aktie notiert unter wichtigen Durchschnitten.

Kurz zusammengefasst
- Wochenminus von über acht Prozent
- Vergleich mit Iwatani und Cavendish
- Auftragseingang um 73 Prozent gesunken
- Halbjahresbericht am 15. Juli
Der Frühlings-Schwung ist weg. Nel ASA schloss die Woche mit einem Minus von gut acht Prozent ab — und der Markt stellt eine unbequeme Frage: Ist das eine normale Korrektur nach der Rally, oder bröckelt das Vertrauen grundlegend?
Rechtlicher Streit beigelegt, Auftragsfrage offen
Am 7. Juni einigte sich Nel mit Iwatani Corporation of America und Cavendish Hydrogen auf einen Vergleich. Der Streit drehte sich um Wasserstoff-Tankstellen in Kalifornien. Nel zahlt 7,5 Millionen US-Dollar — und schließt damit ein juristisches Kapitel, das Rechtskosten und Prozessrisiken in den USA verursacht hatte.
Für Aktionäre war das allerdings kein Kaufsignal. Ein Vergleich beseitigt einen Unsicherheitsfaktor. Er liefert keine neuen Aufträge.
Genau das ist das Problem. Nel meldete im ersten Quartal 2026 einen Auftragseingang von nur 85 Millionen Norwegischen Kronen — ein Rückgang von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand sank auf 1,113 Milliarden Kronen, das sind 24 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz lag bei 148 Millionen Kronen, leicht unter dem Vorjahreswert.
Das EBITDA verbesserte sich auf minus 100 Millionen Kronen, nach minus 115 Millionen Kronen im Vorjahr. Kein Wunder, dass der Markt mehr braucht als einen bereinigten Rechtsstreit.
Technisches Bild: Luft nach unten vorhanden
Der Freitagsschlusskurs von 0,24 Euro liegt knapp neun Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt bei 0,26 Euro. Das ist die nächste Erholungshürde. Nach unten bieten der 100-Tage-Durchschnitt bei 0,23 Euro und der 200-Tage-Durchschnitt bei 0,21 Euro die nächsten Auffanglinien.
Der RSI von 37,7 zeigt schwache Dynamik, aber keine extreme Überverkauft-Situation. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei über 92 Prozent — scharfe Bewegungen in beide Richtungen bleiben also jederzeit möglich.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 0,37 Euro, erreicht am 25. Mai, ist die Aktie inzwischen fast 35 Prozent entfernt. Auf Jahressicht steht noch ein Plus von rund neun Prozent.
Was bis Juli zählt
Der nächste offizielle Termin im Nel-Kalender ist der Halbjahresbericht am 15. Juli 2026. Bis dahin hat der Markt wenig Neues zu erwarten — außer möglichen Auftragsmeldungen.
Nel hat im Mai eine neue Generation seiner alkalischen Druckelektrolyseure vorgestellt. Ob diese Plattform schnell in konkrete Bestellungen mündet, entscheidet mehr über den Kursverlauf als jede technische Unterstützungslinie. Die Kassenlage von 1,443 Milliarden Kronen gibt dem Unternehmen Zeit. Wie viel davon bleibt, wenn der Auftragseingang schwach bleibt, zeigt der Halbjahresbericht im Juli.
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