BYD Aktie: 79 Prozent unter Jahreshoch bei 9,64 Euro
BYD-Chef Wang Chuanfu peilt bis 2030 die Marktführerschaft an, während der Aktienkurs nahe dem Jahrestief notiert.

Kurz zusammengefasst
- Bis 2030 weltweite Nummer eins angestrebt
- Aktie nahe 52-Wochen-Tief bei 9,64 Euro
- Mai-Absatzplus von 8,2 Prozent im Jahresvergleich
- Exporte steigen um 81 Prozent im Mai
BYD-Chef Wang Chuanfu hat auf der Hauptversammlung am Dienstag große Ziele skizziert. Bis 2030 will er BYD zur weltweiten Nummer eins unter den Autoherstellern machen. Der Aktienkurs erzählt derzeit eine andere Geschichte.
Mit 9,64 Euro notiert das Papier knapp über seinem 52-Wochen-Tief und liegt rund 79 Prozent unter dem Jahreshoch von 44,99 Euro. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor die Aktie fast 13 Prozent.
Batteriekapazität als Wachstumshebel
Wang Chuanfu machte deutlich, dass das Verkaufswachstum 2026 direkt von der Batterieproduktion abhängt. BYD baut die Kapazitäten aus, um monatlich bis zu 30.000 zusätzliche Fahrzeuge zu ermöglichen. Den größten Kapazitätsschub erwartet er jedoch erst 2027.
Immerhin: Im Mai verkaufte BYD knapp 377.000 Pkw — ein Plus von 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das beendete eine achtmonatige Negativserie bei den Jahresvergleichen.
Auslandsgeschäft auf Rekordkurs
Die Exportzahlen sind das stärkste Argument für die Wachstumsstory. Im Mai lieferte BYD über 160.000 Fahrzeuge ins Ausland — ein Anstieg von 81 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Jahresziel von 1,6 Millionen Exportfahrzeugen könnte übertroffen werden.
Um Handelsbarrieren zu umgehen, setzt BYD auf lokale Produktion. Brasilien, Europa, Thailand und Indien stehen im Fokus. Parallel dazu baut das Unternehmen seine Ladeinfrastruktur in Europa aus: Bis Ende 2026 sollen rund 3.000 Schnellladestationen entstehen, davon etwa 300 in Deutschland. Die zweite Generation der Blade-Batterie lädt in fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent.
Neue Modelle im Premiumsegment
BYD greift auch im Luxussegment an. Der Elektro-SUV „Great Tang“ mit drei Sitzreihen startet offiziell am 17. Juni. Über 100.000 Vorbestellungen lagen bereits Anfang Mai vor. Die Reichweite beträgt bis zu 950 Kilometer nach chinesischem CLTC-Standard.
Hinzu kommt die Limousine „Great Han“ als Flaggschiff der Dynasty-Submarke. Sie bietet Reichweiten bis zu 1.008 Kilometer und serienmäßig LiDAR-Technologie — wahlweise als reines Elektroauto oder als Plug-in-Hybrid.
Beim autonomen Fahren zielt BYD auf Level-3-Zulassungen in Europa, Südostasien, dem Nahen Osten und Südamerika ab — sobald die jeweiligen Regulierungsrahmen stehen. Über 3,15 Millionen Fahrzeuge mit Fahrassistenzsystemen sammeln bereits täglich Fahrdaten weltweit.
Die Lücke zwischen operativem Momentum und Börsenbewertung bleibt vorerst groß. Ob die Kapazitätserweiterung 2027 und die neuen Premiummodelle den Kurs stabilisieren, zeigt sich spätestens mit den Halbjahreszahlen im Sommer.
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