Amundi: Mehr Wachstumsquellen als je zuvor - Fondsnews


21.06.19 13:00
Meldung
 
Wien (www.fondscheck.de) - Auch wenn sich der Protektionismus einzelner Länder verstärkt, ist das laut Philippe Ithurbide, Global Head of Research bei Amundi noch kein Grund für Investoren, in Pessimismus zu versinken: "Bei allen verunsichernden Nachrichten sollten wir nicht vergessen, dass die Weltwirtschaft widerstandsfähig ist", betont er, so die Experten von "FONDS professionell".


Laut Ithurbide gebe es dafür vor allem zwei trfitige Gründe: "Die Industrienationen werden weiterhin von einer starken Inlandsnachfrage gestützt, die sich auch weiter positiv auf die Wirtschaftsentwicklung auswirkt." Die Wachstumsdaten des ersten Quartals 2019 würden das deutlich belegen: In den USA, der Eurozone und Japan seien sie durchweg besser als erwartet gewesen (3,2, 1,6 bzw. 2,1 Prozent Wachstum pro Jahr). Außerdem sei ein Wachstum der Schwellenländer auch zukünftig sehr wahrscheinlich. "Zwar haben sie zurzeit mit einem schwächeren Außenhandel zu kämpfen, aber das ist kein Vergleich zu den Einflüssen, denen sie im vergangenen Jahr durch den Anstieg der US-Zinsen oder die Dollaraufwertung ausgesetzt waren", so der Finanzmarktprofi.

Laut Ithurbide würden diese Faktoren gelten, obwohl der globale Fertigungssektor leide, besonders in den Ländern, die am stärksten Welthandel treiben würden. "Darum gehen wir davon aus, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr langsamer wächst. Für das laufende Jahr erwarten wir mit 3,3 Prozent ein um rund ein halbes Prozent geringeres globales Wachstum als 2018."

Angesichts dieser Risiken und ohne nennenswerte Inflation sei die Wahrscheinlichkeit laut Ithurbide groß, dass die Zentralbanken ihre lockere Geldpolitik beibehalten würden. Damit würden auch die Zinsen für Regierungen und Unternehmen niedrig und ihre Schuldenlast begrenzt bleiben. Von Seiten der FED habe man bereits gehört, dass nur die bloße Enttäuschung über die Inflationsrate beziehungsweise die Inflationserwartungen ausreichen könnte, um die US-amerikanischen Leitzinsen erneut zu senken - sogar ohne eine Rezession.

Auch die Europäische Zentralbank "wird sicherlich nicht zögern, die restlichen ihr zur Verfügung stehenden Instrumente einzusetzen, falls sie es für nötig hält". Zu guter Letzt würden Regierungen ebenfalls aktiv werden, sollte ihr jeweiliges Bruttoinlandsprodukt weniger stark wachsen als bisher, erkläre Ithurbide.

Investoren sollten ihre Einschätzung der Märkte gemäß Ithurbide aber nicht nur von solchen kurzfristigen Aspekten abhängig machen. "Langfristig betrachtet wird die Welt von morgen sogar von mehr Wachstumsquellen profitieren als bisher. Wir gehen davon aus, dass sich die Wirtschaftsmacht global weiter von West nach Ost verlagert. Wenn sich aufgrund von zunehmendem Protektionismus die Wertschöpfungsketten weltweit de-globalisieren, das heißt sich wieder mehr auf ihre einzelnen Regionen und Länder konzentrieren, liegen darin auch Chancen für Investoren: In Zukunft können sie stärker von Wirtschaftszyklen profitieren, die sich unterschiedlich entwickeln und damit weniger voneinander abhängig sind." (News vom 20.06.2019) (21.06.2019/fc/n/s)


 

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