BVI fordert Regulierung mit Augenmaß


07.02.12 16:25
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutsche Fondsbranche verwaltet direkt und indirekt für rund 50 Mio. Menschen ein Vermögen von 1.783 Mrd. Euro, so die Experten vom BVI.


Die größte Anlegergruppe seien dabei institutionelle Investoren, die offenbar die gesetzlich regulierten Investmentfonds mit ihrem Insolvenzschutz sehr schätzen würden. Der Kapitalanlagebestand ausgewählter Anlegergruppen zeige, dass die Fondsbranche der weitaus größte Verwalter von Altersvorsorgekapital in Deutschland sei. So hätten beispielsweise Lebensversicherungen und Pensionskassen mehr als ein Viertel des Vorsorgekapitals in Investmentfonds angelegt. Berufsständische Versorgungswerke würden rund 40 Prozent ihres Anlagekapitals von Fondsgesellschaften verwalten lassen.

"Investmentfonds sind der Kern des deutschen Altersvorsorgesystems. Neben Fondssparplänen verwalten die Asset Manager das Altersvorsorgekapital im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung, der Riester-, Rürup- und Kapital-Lebensversicherungen sowie der Versorgungswerke", habe Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI Bundesverband Investment und Asset Management, auf der heutigen Jahres-Pressekonferenz erläutert. Kapitalgedeckte Altersvorsorge sei ohne Investmentfonds nicht denkbar.

Weiteres Wachstumspotenzial würden die Kapitalanlagegesellschaften auf dem Feld der privaten Altersvorsorge sehen. Denn angesichts niedriger Zinsen und wachsender Inflationsgefahr könne beispielsweise mit Bundesanleihen kaum erfolgreich vorgesorgt werden. Der BVI plädiere deshalb für die Gleichberechtigung verschiedener Anlageprodukte. "Altersvorsorge bedeutet Kapitalbildung für den Ruhestand. Langfristiges Sparen sollte generell günstiger besteuert werden als kurzfristige Spekulation", fordere Richter. "Ein Wettbewerb der Altersvorsorgeprodukte reduziert die Kosten, steigert die Effizienz und verbessert das Versorgungsniveau der Bevölkerung."

Neben der Altersvorsorge stehe auch die Überarbeitung der EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente, kurz MiFID, ganz oben auf der BVI-Agenda des Jahres 2012. Nach dem Richtlinienentwurf sollten Anlageberater vorab offen legen, ob sie unabhängig seien oder nicht. Der BVI mache aber klar, dass die Anforderungen an die unabhängige Beratung nicht überspannt werden dürften. Der provisionsgestützte Vertrieb müsse - wie in der Richtlinie vorgesehen - gleichberechtigt neben der Honorarberatung stehen.

Bisher würden Investmentfonds nach europäischem Recht (OGAWs) ebenso wie Aktien, Anleihen und Geldmarktinstrumente generell als "nicht komplexe" Finanzinstrumente eingestuft. Folglich könnten diese Wertpapiere auch ohne Abfrage von Kenntnissen und Erfahrungen der Kunden beispielsweise über Direktbanken verkauft werden. Die EU plane nun, den Vertrieb von bestimmten Investmentfonds einzuschränken. "Paradoxerweise würde dies auch einige Garantiefonds treffen. Warum ausgerechnet diese wenig riskanten Fondstypen vertrieblich eingeschränkt werden sollen, ist mit Blick auf den Anlegerschutz nicht nachvollziehbar", so Richter. Der BVI plädiere deshalb dafür, dass OGAWs weiterhin generell als "nicht komplex" gelten würden.

Schließlich ziele die MiFID-Reform darauf, die Spielregeln für alle Finanzvertriebe anzugleichen. Bislang sei für rund 80.000 Finanzvermittler in Deutschland ein Gewerbeschein die einzige Voraussetzung für die Beratungstätigkeit. Künftig sollten diese Vermittler einer MiFID-ähnlichen Regulierung unterworfen werden. Dies werde in Deutschland bereits durch das neue Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagenrecht weitgehend vorweggenommen. "Die Vorschläge der Kommission sollen nun EU-weit einen wirksamen Anlegerschutz in allen Finanzvertrieben gewährleisten und sind daher zu begrüßen", habe Richter gesagt. Der BVI setze sich dafür ein, dass etwaige Zusatzanforderungen an den MiFID-ähnlichen Vertrieb, beispielsweise beim Organisationsgrad, auf die Möglichkeiten von Einzelpersonen zugeschnitten würden.

Zudem wende sich der BVI gegen eine Finanztransaktionssteuer (FTT). Insbesondere langfristig sparende Bürger würden belastet. Während Transaktionen mit Fonds besteuert würden, würden beispielsweise Spareinlagen unbelastet bleiben. Dies brächte eine Wettbewerbsverzerrung zwischen Fonds und konkurrierenden Anlageformen. Zudem würden innerhalb der FTT-Zone aufgelegte Fonds gegenüber Fonds, die außerhalb der FTT-Zone gemanagt würden, benachteiligt. Fondsanlegern würden auch Mehrfachbelastungen drohen. Denn sowohl Transaktionen von Wertpapieren innerhalb der Fonds als auch der Kauf und die Rückgabe von Fondsanteilen würden von der Steuer getroffen. Richter: "Wer die Verursacher der Finanzkrise an der Finanzierung der Folgen beteiligen möchte, darf nicht die Sparer zur Kasse bitten." (07.02.2012/fc/n/s)


 
Weitere Meldungen
 
14.02 UBS startet Emerging Mar.
14.02 BlackRock ernennt neuen L.
14.02 Universal übernimmt die S.
13.02 3 Banken Sachwerte-Aktie.
13.02 Deka Immobilien verkauft B.
10.02 Mit Mainfranken Strategiek.
09.02 DWS holt Staatsfondsman.
09.02 Portugal bleibt klar Non-Inv.
09.02 Berenberg und Universal-Inv.
09.02 Berenberg und Universal-Inv.
09.02 Warburg Invest erweitert .
09.02 Threadneedle verteidigt Spi.
08.02 SPDRŽ ETFs legt High Yi.
08.02 VCH EMERGING MARKE.
08.02 Mit dem db X-trackers MS.
08.02 Mit dem Lyxor ETF Euro .
08.02 Mit UBS-ETF STOXX Glob.
08.02 ebase mit VL-fähigen ETF.
07.02 BVI fordert Regulierung mi.
07.02 Jahresrückblick 2011 Anle.
07.02 First Private Aktien Emerg.
07.02 Patriarch Laransa Wachstu.
07.02 Emerging Markets sind für.
07.02 Neuer Franklin European Di.
07.02 Neuer Fidelity Global Divide.
07.02 Neuer Volatilitäts-ETF von.
06.02 DekaBank steigert Absatz .
06.02 Aberdeen Deutschland reali.
06.02 AC Risk Parity 7 Fund se.
06.02 SPDR ETFs legt High Yiel.


Umfrage
 
Welche Social Networks nutzen Sie meistens?
Facebook
keine
Twitter
Xing
Linked in
Youtube
myspace
Google+
Wikipedia
andere


Stimmen: 2820 , Ergebnis
Kurssuche
Status: nicht eingeloggt

Registrieren | Passwort vergessen?
 
 
Im Bereich Nachrichten:
FLATEX-Aktion - Exotische Optionsscheine im Gegenwert von mehr als 1.000,- Euro ab dem 01. März 2011 für 0,- Euro handelbar!

Börsenwoche DAX: Angst und Unsicherheit
Experte: Stefan Hofmann, Chefredakteur STOCK-WORLD WEE.
Kolumnen
Sixt: Es müssen nicht ...
Sven Krupp, (07:07)
Experte: Sven Krupp,
Ein Crash mit Ansage? ...
Frank Szillat, Capital-Manager (07:00)
Experte: Frank Szillat, Capital-Manager
Devin Sage TXA DAX ...
Devin Sage, Technische-X-Analyse.de (28.05.12)
Experte: Devin Sage, Technische-X-Analyse.de
Facebook nach Elliott Wave
Robert Schröder, Elliott-Waves.com (28.05.12)
Experte: Robert Schröder, Elliott-Waves.com
DAX mit vorsichtigem ...
Thomas Heydrich, Systemstrading.de (28.05.12)
Experte: Thomas Heydrich, Systemstrading.de
Wochenausblick: Lieber ...
Redaktion boerse-frank., Deutsche Börse AG (28.05.12)
Experte: Redaktion boerse-frankfurt.de, Deutsche Börse AG
Eurobonds - ja oder nein?
Wolfgang Juds, CREDO Vermögensma. (27.05.12)
Experte: Wolfgang Juds, CREDO Vermögensmanagement GmbH
Dax: keine nachhaltige ...
Arkadius Wasala, chart-experte.de (27.05.12)
Experte: Arkadius Wasala, chart-experte.de
Online Webinare - ...
RuMaS, (27.05.12)
Experte: RuMaS,
Börsenwoche DAX ...
Stefan Hofmann, Chefredakteur STOCK-. (27.05.12)
Experte: Stefan Hofmann, Chefredakteur STOCK-WORLD WEE.
Kommt der Grexit?
Klaus Singer, TimePatternAnalysis (27.05.12)
Experte: Klaus Singer, TimePatternAnalysis
Aktueller Wochenrückblick
Jürgen Schwenk, Herausgeber Bullenbrief (27.05.12)
Experte: Jürgen Schwenk, Herausgeber Bullenbrief
Niquet's World
Neues vom Portal
 
Deutscher Schuldenschnitt - Neuer stoppt Real
Experte: Stefan Hofmann, Stock-World
Letzte Börsen-Meldung
 
Letzte Börsen-Analyse
 
Top-Klicks News
 
Top-Klicks Analysen