ETFs weiter auf dem Vormarsch


02.02.09 11:59
Meldung
 
Wien (aktiencheck.de AG) - In den letzten beiden Jahren konnten ETFs ihr Wachstum beschleunigen und weitere Marktanteile gewinnen, berichten die Experten von "e-fundresearch.com".


"2008 war ein gutes Jahr für ETFs", ziehe Deborah Fuhr von Barclays (iShares) eine positive Bilanz. In Europa seien im letzten Jahr die größten Zuwächse im ETF Markt verzeichnet worden, während der Markt in den USA, Japan, Asien Pazifik ex Japan und weltweit leichte Rückgänge habe verzeichnen müssen - vor allem allerdings aufgrund gesunkener Börsenkurse und weniger aufgrund von Mittelabflüssen aus ETFs.

Deborah Fuhr, Managing Director, Global Head of ETF Research & Implementation Strategy bei Barclays Global Investors analysiere die Volumenstrends des vergangenen Jahres wie folgt:

"In Europa legte der ETF Markt um 11,2 Prozent auf ein Volumen von 142,82 Mrd. USD zu. In Japan war der Markt mit -19,8 Prozent rückläufig und lag Ende des Jahres 2008 bei insgesamt 27,43 Mrd. USD. In Asien Pazifik ex Japan wurden -12,7 Prozent verzeichnet. Das gesamte ETF-Volumen in dieser Region betrug zum Stichtag 23,65 Mrd. USD. Die längste Tradition bei ETFs gibt es in den USA, wo der Markt im letzten Jahr um -14,4 Prozent rückläufig war und am Ende des Jahres ein Volumen von 497,12 Mrd. USD repräsentierte. Auf globaler Ebene lag das Gesamtvolumen per Ende des Jahres 2008 bei insgesamt 711 Mrd. USD, was einen Rückgang von -10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Dies ist deutlich weniger als der Rückgang des MSCI World Index mit -42,08 Prozent."

Insgesamt seien im letzten Jahr 1.590 ETFs von 85 unterschiedlichen Anbietern, die auf 42 Börsen gehandelt würden, in die Analyse von Barclays Global Investors (iShares) einbezogen worden. In den USA liege zwar das Gesamtvolumen (497,12 Mrd. USD) deutlich höher als in Europa (142,82 Mrd. USD), die Zahl der ETFs sei jedoch nahezu gleich (USA: 698, Europa: 632). Diese Unterschiede in den durchschnittlichen Fondsgrößen seien auch im traditionellen Fondsgeschäft zu beobachten.

Insgesamt seien im letzten Jahr 472 neue ETFs auf den Markt gebracht worden (+36 Prozent), während nur eine Börse neu mit dem ETF Handel begonnen habe. Insgesamt gebe es nun 42 Börsen mit ETF Handel. Das durchschnittliche Handelsvolumen habe sich im letzten Jahr um 32,5 Prozent auf 80,4 Mrd. pro Tag weltweit erhöht.

Auf globaler Ebene hätten traditionelle Fondsanbieter in den ersten zehn Monaten des Jahres 2008 Rückflüsse von insgesamt -256,7 Mrd. USD hinnehmen müssen, während ETF Anbieter Zuflüsse in der Höhe von 187,5 Mrd. USD hätten verzeichnen können. Sogar Hedgefonds hätten im letzten Jahr einen Rückgang der verwalteten Vermögen melden müssen. Insgesamt sei das Hedgefonds-Volumen mit -500 Mrd. USD auf nunmehr 1.500 Mrd. USD deutlich rückläufig gewesen.

Die volatilen Abwärtsbewegungen auf den Märkten und die Bankenkrise hätten zum Teil auch positive Auswirkungen auf ETFs gehabt. Deborah Fuhr: "Investoren werden im aktuellen Marktumfeld noch skeptischer bezüglich der Frage des Kredit- bzw. Counterparty Risikos, bezüglich der Transparenz und Liquidität der Produkte und auch was den Einsatz von derivativen Instrumenten (OTC-Derivate) und strukturierte Produkte betrifft."

Die Analysten von Barclays Global Investors würden in Ihrer ETF Marktstudie davon ausgehen, dass Investoren im Jahr 2009 auf eine Verbesserung der Lage auf den Märkten hoffen würden, jedoch im Aktienbereich weiterhin mit einem unruhigen Umfeld rechnen würden.

Der Einsatz von ETFs im Bereich des unabhängigen Finanzvertriebs werde nach Ansicht von Deborah Fuhr im laufenden Jahr ansteigen - vor allem in UK, wo neue Vorschriften zur Wiederherstellung des Vertrauens der Privatanleger in Kraft treten würden. In den USA seien ETFs von Honorarberatern verstärkt eingesetzt worden. Europa habe hier noch Nachholbedarf.

Grundsätzlich gebe es wenige Einschränkungen bezüglich des Einsatzes von ETFs. Nahezu jeder Index könne von ETF Anbietern nachgebildet werden (Aktien, Anleihen, Cash, Alternative Assets, Währungen, Commodities, Edelmetalle, etc.). Bei größeren Investments könnten sogar ETFs speziell auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten werden.

Warum würden ETFs eingesetzt? Die nachfolgende Auflistung repräsentiere die wichtigsten Argumente für einen Einsatz von ETFs:

Dazu würden Transparenz - Investoren seien jederzeit über die Zusammensetzung des Index informiert, Liquidität - ETFs könnten sowohl an Börsen gehandelt werden als auch direkt beim Broker im Rahmen des "Origination/Redemption" Verfahrens gekauft oder zurückgegeben werden (bei größeren Transaktionen), Diversifikation - ETFs würden unmittelbaren Zugang zu unterschiedlichsten Märkten bieten und Flexibilität - ETFs seien börsengehandelt und würden laufend aktuelle Preise liefern, gehören.

Positiv zu werten seien auch Kosteneffizienz - ETFs seien ein kostengünstige Alternative (die TER in Europa betrage durchschnittlich 0,46 Prozent) sowie Wertpapierleihe - ETFs und auch die dem ETF zugrunde liegenden Wertpapiere könnten im Rahmen der Wertpapierleihe verliehen werden und könnten damit noch weitere Zusatzerträge erwirtschaften. (Ausgabe vom 29.01.2009) (02.02.2009/fc/n/s)


 
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