Immobilienfonds weiter dicht


27.01.09 12:11
Meldung
 
München (aktiencheck.de AG) - Man muss geduldig sein: Auch in dieser Woche werden die Anleger der seit Ende Oktober geschlossenen Immobilienfonds ihre Anteile nicht zurückgeben können, so die Experten von "FundResearch".


Drei Gesellschaften hätten bereits angekündigt, dass sie ihre Vehikel noch nicht öffnen würden, etliche andere würden wohl noch folgen. Die Fondsanbieter würden damit auf die noch immer extrem schwierige Marktsituation reagieren. Die Befürchtungen seien groß, dass bei einer Wiedereröffnung viel Geld abgezogen werde, weshalb zügig Objekte verkauft werden müssten und das mit hoher Wahrscheinlichkeit zu schlechten Preisen.

Schuld an den schwachen Immobilienpreisen seien aber nicht strukturelle Probleme der Offenen Immobilienfonds, schlechte Portfolios oder fehlerhafte Bewertungen der Gebäude. "Einzig und allein ist die Irrationalität der Marktteilnehmer dafür verantwortlich", sage Gottfried Urban. Der Vermögensverwalter und Fondsmanager lobe die meist breit gefächerten Portfolios und die angemessenen Bewertungen der Objekte in den Büchern der Fondsgesellschaften. Die deutschen Sachverständigen, die den Wert der Gebäude geschätzt hätten, hätten eher vorsichtig gehandelt und auf eine nachhaltige Bewertung geachtet, betone er.

Durch die Schließung des Fonds für bis zu neun weitere Monate bekämen die Gesellschaften nun mehr Spielraum beim Verkauf von Gebäuden. "Darum werden die Fonds wohl nicht herumkommen", vermute Urban. Denn um Anteilsrücknahmen nach der Öffnung der Fonds zu ermöglichen, müsse Geld beschafft werden.

Was aber, wenn die Pessimisten Recht behalten und die Einnahmen beim Verkauf eines Gebäudes um bis zu 30 Prozent geringer ausfallen würden als erwartet? Selbst dieses Szenario mache Urban keine Angst. "Viele Immobilienfonds sind mehrere Milliarden Euro schwer", sage er. "Wenn sie einen kleinen Anteil zu einem niedrigen Preis verkaufen müssen, wirkt sich das auf den Gesamtbestand nicht gravierend aus", beruhige er. Zudem hätten die laufenden Mieteinnahmen einen Großteil der Erträge ausgemacht, was ebenfalls einen Preisverfall relativieren könnte.

Dementsprechend erwarte der Vermögensverwalter von Offenen Immobilienfonds auch in diesem Jahr solide Zuwächse. "Eine durchschnittliche Rendite von drei bis dreieinhalb Prozent ist ein realistisches Ziel für 2009." Einen Freifahrschein für die Anlageklasse wolle er aber trotz seiner Zuversicht nicht ausstellen: "Es wird auch einige Fonds geben, die im Minus landen werden." Anlegern, die sich für Immobilienfonds interessieren würden, rate er, bei den Produkten vor allem auf langfristige Mietverträge und einen gesunden Mix von Mietern zu achten. "Vorsichtig sollten Investoren bei denjenigen Fonds sein, bei denen viele Mietverträge in den kommenden zwei Jahren auslaufen werden", sage er. (Ausgabe vom 26.01.2009) (27.01.2009/fc/n/s)


 
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