Österreichische Fondsverbände: Erfreuliche Entwicklungen dank Immobilienfonds & Nachhaltigkeitsprodukten


12.04.19 15:26
Meldung
 
Wien (www.fondscheck.de) - Im Vorfeld des am 19. April stattfindenden "Weltfondstages" luden die beiden österreichischen Fondsverbände VÖIG und VAIÖ diese Woche zum traditionellen Pressegespräch, so die Experten von "FONDS professionell".


Auch wenn das Domizil im ersten Quartal 2019 weitere Nettoabflüsse habe hinnehmen müssen, sei insbesondere bei offenen Immobilienfonds sowie bei Nachhaltigkeitsstrategien weiterhin erfreuliches Kundeninteresse zu konstatieren.

Nach einem äußerst schwierigen Jahresfinale 2018 habe es für die österreichischen Fondsgesellschaften einen starken Rebound im ersten Quartal 2019 gegeben. Das österreichische Fondsvolumen der Wertpapier-Verwaltungsgesellschaften sei von Jahresbeginn bis Anfang April um rund 7,78 Milliarden Euro bzw. 4,73 Prozent auf 172,34 Milliarden Euro gestiegen. Die Volumenveränderung setze sich aus 0,42 Milliarden Euro an Nettomittelabflüssen, 0,29 Milliarden Euro an Ausschüttungen und 8,49 Milliarden an Kursgewinnen zusammen, habe die Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften bekannt gegeben. Das Volumenwachstum habe sich somit ausschließlich aus Kursgewinnen zusammengesetzt - insbesondere die per Stichtag 31.12.2018 datierten Depotauszüge hätten sich gerade im Retail-Segment wohl eher als wenig geschäftsfördernd erwiesen.

Für die Abflüsse zu Jahresende sehe VÖIG-Präsident Heinz Bednar die Verunsicherung der Investoren im Zuge zahlreicher offener politischer Probleme und Fragestellungen wie die künftige Gestaltung der Handelsbeziehungen zwischen China und den USA bzw. Europa oder den Brexit verantwortlich. "Das Ausmaß der Kursabschläge war übertrieben. Umso erfreulicher ist es, dass die Investoren den Rebound an den Märkten nutzen konnten. Viele stehen immer noch an der Seitenlinie und warten einen günstigen Einstiegszeitpunkt ab. Wir wollen sie mit unseren Fondsprodukten abholen und ihnen gerade am Weltfondstag eine Anlageperspektive im anhaltenden Umfeld extrem niedriger Zinsen bieten."

Speziell das regelmäßige Ansparen mit Fonds sei für Privatinvestoren eine Alternative zu niedrig verzinsten Sparverträgen und Immobilien, betone Bednar. Durch den Cost-Average-Effekt könnten die Preisschwankungen an den Märkten für ein besseres Veranlagungsergebnis genützt werden. Wichtig sei jedenfalls eine ausreichend lange Anlagedauer, um die Vorteile von Fonds und die Ertragschancen realisieren zu können.

Aktienfonds wieder im Kommen - Nachhaltigkeitsfonds mit deutlichem Plus

Bei den für Ende März ausgewiesenen Volumendaten der VÖIG falle auf, dass sich der Anteil der Aktienfonds mit einem Wert von 16,8 Prozent deutlich verbessert habe und auch die für die Fondswirtschaft wichtigen Mischfonds ihre führende Rolle am österreichischen Fondsmarkt mit 43,9 Prozent unterstreichen könnten, während der Anteil der Anleihenfonds abermals eine Spur auf 39,2 Prozent zurückgegangen sei. Einen großen Volumenzuwachs hätten nachhaltige Fonds (gemäß österreichischem Umweltzeichen UZ49) verbuchen können: Das Volumen habe sich seit Jahresbeginn um 25,2 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro erhöht. Der Anteil am gesamten österreichischen Fondsvolumen von 4,6 Prozent sei aber noch ausbaufähig.

Aktienfonds Nordamerika mit bester Performance

Aufgrund der guten Marktentwicklung hätten alle Fondskategorien positive Erträge verbuchen können. Performancesieger seit Jahresultimo 2018 seien die Aktienfonds Nordamerika mit 15,54 Prozent gewesen. Die Aktienfonds hätten in allen Kategorien positiv performt. Im Bereich der vermögensverwaltenden Fonds habe sich die Wertentwicklung zwischen rund 4,01 und 7,46 Prozent bewegt. Bei den Anleihenfonds hätten die Erträge zwischen 0,89 und 3,02 Prozent zugelegt. Auf einen Zeitraum von 5 Jahren rückgerechnet würden sich die Erträge der Mischfonds den Aktienfonds nähern bzw. könnten diese vereinzelt sogar übertreffen. Sehen lassen könne sich auch die Performance von nachhaltigen Fonds von 6,09 Prozent seit Jahresbeginn und im Schnitt 3,02 Prozent p.a. über 5 Jahre.

Offene Immobilienfonds würden neuen Rekordwert erreichen

An der Vorliebe von Herr und Frau Österreicher für Immobilien habe sich 2019 nichts verändert. Das Volumen der offenen Immobilienfonds sei im ersten Quartal 2019 um 3,9 Prozent auf die Marke von 8,67 Milliarden Euro gewachsen, und das obwohl nicht alle Fonds aktuell gezeichnet werden könnten. "Die Immobilienfonds vermitteln Stabilität und sind ein wichtiger Baustein der Risikostreuung im Veranlagungsprofil von Privatinvestoren", betone VÖIG-Präsident Bednar. Die Herausforderung für die Anbieter bestehe darin, geeignete Objekte für die hohe Nachfrage zu finden, die auch einigermaßen attraktive Renditen abwerfen würden.

Insgesamt hätten die 17 österreichischen Verwaltungsgesellschaften per Ende März 2019 1.998 Wertpapierfonds verwaltet, davon 750 Publikumsfonds und 1.248 Spezialfonds. Es seien seit Jahresbeginn 21 Fonds geschlossen und 27 fusioniert worden. Gleichzeitig seien 16 Wertpapierfonds und 1 Immobilienfonds neu aufgelegt worden.

Weltweites Fondsvermögen sei trotz Marktverwerfungen auf Rekord-Hoch geblieben

2018 sei für die Fondsindustrie weltweit ein herausforderndes Jahr gewesen. Die politischen Unsicherheiten und der China-USA-Handelskonflikt habe die Kauflaune der Investoren nach einem noch positiven Jahresstart am Ende ziemlich verderben lassen. Per Jahresende 2018 habe das weltweite in Fonds veranlagte Volumen (nach der Definition UCITS & AIF) beim Ausgangspunkt von 44 Billionen Euro gestanden, nachdem es im dritten Quartal bis auf 47 Billionen Euro geklettert sei. "Trotz der Marktverwerfungen im Dezember konnte das Rekord-Hoch des Vorjahres verteidigt werden. Nach zehn Jahren mit ständig wachsenden Fondsvolumina stehen wir zu Jahresbeginn 2019 noch immer bei einer Verdreifachung der weltweiten Volumina, ausgehend von 2008", habe der Generalsekretär der VAIÖ (Vereinigung Ausländischer Investmentgesellschaften in Österreich), Berndt May, anlässlich des Weltfondstags am 19. April bekannt gegeben.

In Europa sei die Verteidigung des Höchstmarken nicht gelungen. Das Fondsvolumen der europäischen Fondsgesellschaften habe sich zum Jahresultimo 2018 um 3 Prozent auf rund 15,2 Billionen Euro verringert.

Weltweit würden weiterhin Aktienfonds mit einem Marktanteil von 40 Prozent dominieren. Die am Marktanteil gemessen zweitgrößte Anlageklasse seien Anleihenfonds (21,1 Prozent), gefolgt von Multi-Asset (gemischten/balanced) Investmentfonds mit einem Marktanteil von 17,2 Prozent. "Der vergleichsweise hohe Anteil an Geldmarktfonds von 12,1 Prozent, zeigt, dass die Investoren gerade zu Jahresende ihr Pulver ins Trockene gebracht haben. Wir gehen davon aus, dass die Fondsinvestoren weltweit zu Jahresbeginn 2019 mehr Risikobereitschaft erkennen ließen", so May.

Weltfondstag erinnere an den ersten Fonds in den Niederlanden

Am 19 April werde in der österreichischen Finanzbranche bereits zum siebenten Mal der Weltfondstag begangen. Dieser Tag sei dem Vater des Fondsgedankens, dem Niederländer Abraham van Ketwich gewidmet, der am 19. April 1744 geboren worden sei. Ketwich habe erkannt, dass mithilfe eines Fonds die Risiko-Streuung deutlich besser werde und gleichzeitig die Kosten für jeden Anteilsinhaber kleiner würden. Damit sei der Grundstein für den heutigen, modernen Investmentfonds gelegt worden.

Der Weltfondstag werde von verschiedenen Marketing- und Werbeschwerpunkten der Verbände und der Fondsgesellschaften getragen. Diese würden von Schwerpunkten in Bankfilialen und Kundenveranstaltungen zum Thema "Vorsorgen und Veranlagen mit Fonds" bis zur Bonifikationen bei der Eröffnung von Fonds bzw. Fondssparplänen reichen. (12.04.2019/fc/n/s)


 

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