OHB steht vor Wochen, die für die nächsten Jahre richtungsweisend werden könnten. Gemeinsam mit Rheinmetall bewirbt sich der Konzern um das bis zu 10 Milliarden Euro schwere Bundeswehr-Projekt SATCOMBw Stufe 4 – parallel liefert der Hochlauf der Ariane 6 operativen Rückenwind. Entscheidend wird nun, ob das Umsatz- und Auftragswachstum auch sichtbar in der Profitabilität ankommt.
SATCOMBw: Partnerschaft mit Rheinmetall
Im Zentrum steht das Projekt SATCOMBw Stufe 4. Es soll der Bundeswehr ein eigenes Satellitennetzwerk aus hunderten Satelliten im niedrigen Erdorbit ermöglichen und damit die Abhängigkeit von US-Systemen reduzieren. In der geplanten Arbeitsteilung würde Rheinmetall die militärische Integration als Systemhaus übernehmen, während OHB Satellitenfertigung und Engineering verantwortet.
OHB bestätigte per Ad-hoc-Mitteilung von Ende Januar laufende Gespräche mit Rheinmetall zu einer Kooperation bei Vergabeverfahren der öffentlichen Hand. Ein Zuschlag ist offen, zumal auch Airbus Defense and Space Interesse signalisiert hat; die Entscheidung soll aus dem laufenden offiziellen Ausschreibungsverfahren hervorgehen.
Zur Vorbereitung auf mögliche Serienfertigung hat OHB bereits Kapazitäten aufgebaut: Im Oktober 2025 übernahm der Konzern ein Fertigungswerk in Schöneck (Sachsen). Hintergrund ist die Größenordnung, die bei einem solchen Auftrag dreistellige Stückzahlen bedeuten könnte. Kann OHB diese Skalierung am Ende auch mit stabilen Margen liefern? Genau darauf zielt der Blick vieler Marktteilnehmer.
Ariane 6: MT Aerospace bringt Rückenwind
Neben dem Verteidigungsprojekt profitiert OHB vom Ariane-6-Programm. Am 12. Februar gelang der Erstflug der Ariane 64, die 32 Amazon-Satelliten erfolgreich in den Orbit brachte. Für OHB ist das auch operativ relevant, weil die Tochter MT Aerospace Tanks und Strukturkomponenten für die Ariane 6 fertigt und einen Arbeitsanteil von zehn Prozent am Programm hält.
Finanziell wichtiger Hebel: Im Oktober 2025 erlangte OHB die vollständige Kontrolle über MT Aerospace. Damit fließen die Erträge aus dem Produktionshochlauf nun vollständig in die Konzernbilanz ein. Der Februar-Start markierte zudem den Beginn der Abarbeitung des bislang größten kommerziellen Vertrags von Arianespace mit 18 fest gebuchten Amazon-Starts.
Zahlen: Umsatzplus, volle Auftragsbücher – Fokus auf Marge
In den ersten neun Monaten erzielte OHB 863,5 Millionen Euro Umsatz, ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr (715,8 Millionen Euro). Das EBITDA stieg im selben Zeitraum von 62,4 Millionen auf 75,5 Millionen Euro.
Auch auf der Auftragsseite zog das Tempo an: Der Auftragseingang legte um 24 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro zu. Der feste Auftragsbestand stieg 2025 um 47 Prozent auf über 3,1 Milliarden Euro. Für 2026 plant OHB eine Gesamtleistung von 1,4 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge von 11 Prozent; bis 2028 soll die Gesamtleistung über 2,0 Milliarden Euro steigen, begleitet von Margen von über 12 Prozent.
Der nächste konkrete Termin ist die Bilanzpressekonferenz mit dem testierten Jahresabschluss 2025 am 19. März: Dann wird sich zeigen, wie sich die Margenentwicklung im Verhältnis zum Wachstum darstellt – und wie OHB die Kombination aus Ariane-6-Hochlauf und möglichen Großprojekten wie SATCOMBw in belastbare Ergebnisse übersetzt.
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