Microsoft gerät wegen seiner BitLocker-Verschlüsselung massiv unter Druck. Der Konzern aus Redmond händigte dem FBI Entschlüsselungsschlüssel für beschlagnahmte Laptops aus – und entfacht damit eine heftige Debatte über Datenschutz und die tatsächliche Sicherheit verschlüsselter Geräte.
FBI erhält Zugriff auf vermeintlich sichere Daten
Die Enthüllung wiegt schwer: Microsoft übergab den US-Ermittlern Recovery Keys für drei Laptops, die in einem Betrugsskandal um Corona-Arbeitslosenhilfen auf Guam beschlagnahmt wurden. Die Geräte waren mit BitLocker geschützt – jener Vollverschlüsselung, die auf vielen Windows-Systemen standardmäßig aktiviert ist und Daten eigentlich unzugänglich machen soll.
Das Problem liegt im System selbst. BitLocker speichert Wiederherstellungsschlüssel automatisch in Microsofts Cloud, sofern Nutzer nicht aktiv widersprechen. Diese Architektur ermöglicht es dem Konzern, auf richterliche Anordnung hin die Schlüssel herauszugeben. Gerichtsdokumente belegen: Die Behörden sicherten sich Monate nach der Beschlagnahme einen Durchsuchungsbeschluss und forderten die Keys von Microsoft an.
Der Tech-Riese betont, nur wenige solcher Anfragen pro Jahr zu erhalten und ausschließlich bei rechtlicher Verpflichtung zu kooperieren. Doch diese Rechtfertigung überzeugt Kritiker nicht.
Zentrales Schlüssellager als Sicherheitsrisiko?
Sicherheitsexperten schlagen Alarm. Die zentrale Speicherung unzähliger Wiederherstellungsschlüssel in der Cloud schaffe ein attraktives Angriffsziel für Hacker – insbesondere angesichts vergangener Datenlecks bei großen Technologieplattformen. Zwar reichen gestohlene Schlüssel allein nicht aus, um ohne physischen Zugriff auf das Gerät an Daten zu gelangen. Dennoch sehen Fachleute darin eine unnötige Schwachstelle.
Forscher kritisieren, dass die Problematik der Schlüsselverwahrung seit Jahren bekannt sei. Warum stärkere Schutzmaßnahmen oder alternative Konzepte nicht längst Standard sind, bleibt ungeklärt.
Aktie zeigt sich unbeeindruckt
An der Börse hinterließ die Kontroverse am Freitag kaum Spuren. Die Microsoft-Aktie schloss bei 465,95 Dollar mit einem Plus von 3,35 Prozent – getragen von der allgemein positiven Stimmung im Tech-Sektor. Im nachbörslichen Handel gab der Titel lediglich 0,06 Prozent nach auf 465,69 Dollar.
Die Magnificent 7, zu denen Microsoft zählt, legten insgesamt zu. Während der Dow Jones mit minus 0,58 Prozent ins Wochenende ging, profitierte der Nasdaq 100 von der Tech-Stärke und gewann 0,34 Prozent.
KeyBanc Capital Markets bekräftigte unterdessen sein Overweight-Rating mit Kursziel 630 Dollar – fast 40 Prozent Aufwärtspotenzial. Die Analysten sehen steigende Nachfrage nach Microsofts Azure-Cloud und erwarten für das Geschäftsjahr 2026 ein Wachstum von 16 Prozent.
Ob die Datenschutz-Debatte langfristig am Image des Konzerns kratzt, bleibt abzuwarten. Für Anleger zählt vorerst das Cloud-Geschäft.
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