Der US Supreme Court hat einen zentralen Zollhebel der US-Regierung ausgebremst – und das trifft BMW an einer empfindlichen Stelle: den Kosten in Nordamerika. Die Richter erklärten die über ein Notstandsgesetz verhängten Importaufschläge für verfassungswidrig. Für den Autobauer ist das kurzfristig eine Entlastung, politisch ist das Thema aber noch längst nicht vom Tisch.
Supreme Court stoppt 10%-Aufschlag
Das Gericht kippte die zehnprozentigen Importzölle mit 6:3 Stimmen. Begründung: Die Nutzung des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA, 1977) als Basis für weitreichende globale Zölle überschreite die präsidialen Befugnisse.
Für BMW bedeutet das: Der 10%-Aufschlag auf den Einfuhrwert entfällt unmittelbar – sowohl für in Deutschland gefertigte und in die USA exportierte Modelle (genannt werden 3er, 4er, 5er, 7er sowie i4 und i7) als auch für betroffene Zulieferteile. Branchenrechnungen zufolge sinkt damit die rechnerische Kostenbasis bei einem Importwert von 50.000 US-Dollar um 5.000 US-Dollar.
Entlastung auch für Spartanburg
Wichtig ist das Urteil auch für das Werk in Spartanburg (South Carolina), wo SUV-Modelle wie X3, X4, X5, X6 und X7 gefertigt werden. Denn zentrale Komponenten – etwa Motoren, Getriebe und Elektronik – kommen aus europäischen Werken. Diese Teile fallen nun ebenfalls nicht mehr unter die gekippte IEEPA-Zollregelung.
Unterm Strich verbessert das die Kosteneffizienz entlang der Lieferketten – ein Punkt, der in der Automobilindustrie bei hohen Stückzahlen schnell spürbar wird.
Politisches Risiko bleibt – trotz Urteil
So klar das juristische Signal ausfällt: Handelspolitisch bleibt es unruhig. Die US-Regierung kündigte am Samstag an, alternative gesetzliche Wege zu prüfen, um globale Zölle von bis zu 15% durchzusetzen. Kann aus der aktuellen Entlastung also schnell wieder neue Unsicherheit werden? Zumindest ist die Richtung klar: Das Zollthema bleibt politisch verhandelbar – und damit potenziell volatil.
Parallel schaut Europa auf die neue Lage. Die EU-Kommission analysiert die Konsequenzen, im Europaparlament steht in dieser Woche eine Abstimmung im Handelsausschuss über einen zuvor ausgehandelten Zoll-Kompromiss an – nun unter dem Eindruck der Entwicklungen in Washington.
Am Aktienmarkt wirkt die Gemengelage entsprechend zweischneidig: Die BMW-Aktie notiert heute bei 89,54 Euro (-1,04%). Auf 12-Monats-Sicht steht dennoch ein Plus von 7,65% zu Buche, seit Jahresbeginn liegt der Titel allerdings 6,65% im Minus.
Konkret dürfte in den kommenden Tagen vor allem zählen, ob und wie schnell Washington tatsächlich eine alternative Zollgrundlage aufsetzt – und wie Europa darauf reagiert. Diese politische Taktung wird damit zum entscheidenden Taktgeber für die neu gewonnene Kostenentlastung in Nordamerika.
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