Die Valneva-Aktie gibt am Donnerstag 3,7 Prozent nach und schließt bei 4,27 Euro. Der Rücksetzer beendet eine mehrtägige Aufwärtsbewegung – und kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt: An der US-Börse NASDAQ schnellt das Handelsvolumen um 46 Prozent nach oben. Offenbar positionieren sich Investoren neu, nachdem das Management auf der J.P. Morgan Healthcare Conference die Pipeline-Katalysatoren für 2026 präsentiert hat.
Die wichtigsten Fakten:
- Technische Lage: RSI bei 83 signalisiert Überhitzung, Konsolidierung fällig
- Borreliose-Impfstoff VLA15: Phase-3-Daten im ersten Halbjahr 2026 erwartet
- Spitzenumsatzpotenzial: Analysten kalkulieren mit bis zu 1,9 Milliarden Euro jährlich
- Kursziel: Stifel hebt auf 10 Euro an, Analystenkonsens bei 6,45 Euro (+50%)
Phase-3-Daten als entscheidender Katalysator
Der eigentliche Kurstreiber ist VLA15, der einzige Borreliose-Impfstoffkandidat in fortgeschrittener klinischer Entwicklung. Valneva entwickelt ihn gemeinsam mit Pfizer. Die pivotalen Phase-3-Ergebnisse stehen in den kommenden Monaten an. Stifel-Analysten rechnen mit einer Wirksamkeit zwischen 70 und 80 Prozent – ein Niveau, das vom Markt positiv aufgenommen würde.
Das medizinische Potenzial ist erheblich: Allein in den USA werden jährlich rund 476.000 Neuinfektionen mit Lyme-Borreliose registriert, in Europa etwa 130.000 Fälle. Die Zeckenpopulation breitet sich aus, die Prävalenz steigt. Ein zugelassener Impfstoff könnte diesen Markt erschließen.
Strategiewechsel bei Chikungunya belastet Kasse
Ende Dezember beendete Valneva die Lizenzvereinbarung mit dem Serum Institute of India für den Chikungunya-Impfstoff IXCHIQ. Das Unternehmen übernimmt damit die direkte Vermarktung in endemischen Ländern selbst. Die Kehrseite: höherer Kapitalbedarf für den Marktzugang, während die Profitabilität weiter unter Druck bleibt.
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Die Zahlen der ersten neun Monate 2025 zeigen die Herausforderung: Zwar stieg der Umsatz um 8,9 Prozent auf 127 Millionen Euro, doch im dritten Quartal verfehlte Valneva die Erwartungen deutlich. Der Verlust je Aktie lag bei 0,61 Dollar statt erwarteter 0,30 Dollar. Die Nettomarge von -57,81 Prozent spiegelt die hohen F&E-Investitionen wider – typisch für Biotech-Unternehmen kurz vor möglichen Zulassungen.
Technische Konsolidierung nach Überhitzung
Die Korrektur ist aus charttechnischer Sicht überfällig. Mit einem RSI von 83 hatte sich die Aktie in den überkauften Bereich vorgewagt. Die 50-Tage-Linie bei 3,85 Euro fungiert nun als Unterstützung, der Aufwärtstrend bleibt intakt. Institutionelle Investoren wie Frazier Life Sciences Management haben zuletzt Positionen aufgebaut – Frazier erwarb im zweiten Quartal Anteile im Wert von 8,24 Millionen Dollar.
Vier Kaufempfehlungen stehen einer Halteempfehlung gegenüber, Verkaufsempfehlungen gibt es keine. Der Blick richtet sich jetzt auf die Phase-3-Daten zu VLA15. Je nach Wirksamkeitsnachweis könnte der Impfstoff zum kommerziellen Durchbruch für Valneva werden – oder die Hoffnungen dämpfen.
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