Gold: Niedergeschlagene Stimmung!

Trotz geopolitischer Spannungen notiert Gold deutlich unter seinem Höchststand. Steigende Zinserwartungen und ein starker Dollar drücken den Preis, während institutionelle Anleger massiv aus ETFs abziehen.

Eduard Altmann ·
Gold Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Gold notiert 19 Prozent unter Jahreshoch
  • Starke Abflüsse aus größtem Gold-ETF
  • Zinserwartungen belasten renditeloses Edelmetall
  • Zentralbankkäufe bieten strukturelle Stütze

Der Iran-Krieg sollte Gold beflügeln. Stattdessen notiert das Edelmetall rund 19 Prozent unter seinem Januar-Hoch von 5.450 US-Dollar — und die Abflüsse aus dem weltgrößten Gold-ETF erreichten den höchsten Stand seit 13 Jahren. Das Paradoxon hat eine klare Erklärung.

Warum der Krieg Gold belastet statt stützt

Der Mechanismus ist indirekt, aber wirkungsmächtig: Steigende Ölpreise — Brent kletterte zuletzt auf 104,56 US-Dollar je Barrel — schüren Inflationsängste. Diese Inflationsängste binden der US-Notenbank die Hände. Am 18. März ließ die Fed ihren Leitzins erneut unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent und projiziert für 2026 bestenfalls einen einzigen Zinssenkungsschritt. Sieben der 19 Notenbanker votierten sogar für unveränderte Zinsen bis Jahresende.

Der Anleihemarkt zog die Konsequenzen schnell: Mitte März preiste er laut CME FedWatch für 2026 keine einzige Senkung mehr ein. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung liegt mittlerweile bei 24,4 Prozent — höher als die Chance auf eine Senkung mit 7,8 Prozent. Für Gold, das selbst keine Rendite abwirft, ist das ein schwieriges Umfeld. Hinzu kommt ein erstarkter US-Dollar, der Gold als Dollar-denominiertes Gut zusätzlich unter Druck setzt.

In dieser Gemengelage nutzten institutionelle Anleger den liquiden SPDR Gold Shares ETF als Cash-Quelle: Bis zum 20. März flossen allein in diesem Monat rund 44 Tonnen ab, der Marktwert sank um knapp 30 Milliarden auf 155 Milliarden Dollar.

Zentralbanken kaufen — aber weniger als zuvor

Ein strukturelles Gegengewicht liefern die Zentralbanken. Laut World Gold Council erwarben sie 2025 insgesamt 863 Tonnen Gold — deutlich weniger als in den drei Vorjahren, die jeweils die 1.000-Tonnen-Marke überschritten hatten, aber noch immer weit über dem Jahresdurchschnitt der Dekade bis 2021. Allein Polen kaufte 102 Tonnen und hält nun 550 Tonnen in seinen Reserven. 95 Prozent der befragten Zentralbanken erwarten, dass die globalen Goldreserven in den nächsten zwölf Monaten weiter steigen.

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Diese strukturelle Nachfrage stützt den Markt — reicht aber nicht aus, um die kurzfristigen Abflüsse zu kompensieren.

Analysten uneins über Jahresende

Nach einem außergewöhnlichen Jahr 2025, in dem Gold mehr als 50 neue Allzeithochs markierte und bis November über 60 Prozent zulegte, ist die Korrektur seit dem Januar-Hoch erheblich. Eine Financial-Times-Umfrage unter elf Analysten ergibt für Jahresende 2026 einen Mittelwert von rund 4.610 US-Dollar — bei einer Spanne von 3.500 bis 5.400 US-Dollar. Die Bandbreite zeigt, wie stark das Bild von politischen und geldpolitischen Variablen abhängt, die sich kurzfristig kaum einschätzen lassen.

Kurzfristig richten sich die Blicke auf die US-Einkaufsmanagerindizes und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die noch diese Woche veröffentlicht werden. Solange Öl, Dollar und Zinspfad das Bild dominieren, bleibt Gold weniger sicherer Hafen als vielmehr Spielball der Inflationsdebatte.

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