Wienerberger stellt die Weichen für die Zukunft neu und setzt verstärkt auf den Renovierungsmarkt. Mit der Mehrheitsübernahme des italienischen Keramikspezialisten Italcer reagiert der Baustoffriese auf die anhaltende Schwäche im Neubausektor. Doch kann dieser strategische Kurswechsel die aktuelle Kursschwäche nachhaltig beenden?
Strategischer Zukauf in Italien
Durch den Erwerb von 50 % plus einer Aktie an der Italcer Group sichert sich Wienerberger den Zugang zum Premium-Segment für hochwertige Keramiklösungen. Das italienische Unternehmen erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von rund 350 Millionen Euro. Mittelfristig soll die Akquisition jährlich mehr als 100 Millionen Euro zum operativen Konzernergebnis (EBITDA) beisteuern.
Bereits für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet das Management mit einem zusätzlichen EBITDA-Beitrag von etwa 50 Millionen Euro, sofern die Transaktion wie geplant im zweiten Quartal abgeschlossen wird. Finanziert wird der Deal aus bestehenden Barmitteln und Bankkrediten, was die operative Handlungsfähigkeit des Konzerns unterstreicht.
Starke Bilanz trifft auf verhaltenen Ausblick
Trotz des herausfordernden Umfelds verdoppelte Wienerberger den Gewinn nach Steuern im Jahr 2025 auf 168 Millionen Euro. Der Free Cashflow erreichte mit 474 Millionen Euro zudem den zweithöchsten Wert der Unternehmensgeschichte. Für das Jahr 2026 prognostiziert der Konzern inklusive der Italcer-Übernahme ein operatives EBITDA von insgesamt rund 810 Millionen Euro.
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Die Prognose berücksichtigt jedoch auch deutliche Belastungen: Erwartete zusätzliche Energiepreiskosten dürften das Ergebnis mit etwa 30 Millionen Euro drücken. Während eine strukturelle Erholung im Wohnungsneubau vorerst ausbleibt, setzt das Unternehmen auf eine spürbare Marktbelebung ab dem Sommer 2026.
Vertrauensbeweis der Führungsebene
Während die Aktie zuletzt unter Druck geriet und auf Wochensicht rund 9,3 % einbüßte, nutzen Mitglieder der Führungsebene das Kursniveau für Zukäufe. Sowohl der Vorstandsvorsitzende Heimo Scheuch als auch Aufsichtsratsmitglied Peter Steiner erwarben am 25. Februar eigene Anteile am Unternehmen.
Der Titel notiert aktuell bei 27,66 Euro und liegt damit rund 25 % unter seinem 52-Wochen-Hoch vom März vergangenen Jahres. Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 45,1 hat sich die technische Lage nach dem jüngsten Rücksetzer stabilisiert. Weitere Details zur Strategie und die finalen geprüften Zahlen für 2025 werden mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts am 25. März 2026 erwartet.
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