Bayer liefert gleich zwei Botschaften: klinischer Fortschritt bei einem wichtigen Radiologie-Projekt – und gleichzeitig ein 2026er-Ausblick, der wegen Rechtskosten und Cashflow die Stimmung dämpft. Genau dieser Mix erklärt, warum Anleger trotz operativ solider 2025er-Zahlen zögerlich bleiben. Was wiegt kurzfristig schwerer: Pipeline-News oder der finanzielle Gegenwind?
Jahreszahlen 2025: Ziele erreicht, Verlust bleibt
Der Konzern hat 2025 die zuvor angehobenen Ziele für Umsatz und Ergebnis (währungsbereinigt) erreicht. Der Umsatz sank dennoch um 2,2% auf 45,58 Mrd. Euro, vor allem durch Wechselkurseffekte. Organisch stand ein Plus von 1,1% zu Buche.
Beim Ergebnis zeigte sich ebenfalls Druck: Das bereinigte EBITDA ging um 4,5% auf 9,67 Mrd. Euro zurück und lag damit leicht über den mittleren Analystenschätzungen. Unter dem Strich rutschte Bayer jedoch tiefer ins Minus. Der Nettoverlust stieg auf rund 3,6 Mrd. Euro – maßgeblich wegen Aufwendungen für US-Rechtsstreitigkeiten.
In der Agrarsparte gab es Licht und Schatten. Crop Science wuchs währungsbereinigt um 1,1%, getragen von Corn Seed & Traits (+13,2%) und einer Lizenzeinigung mit Corteva. Dagegen litten Soja- und Baumwollsaatgut unter dem Wegfall der Dicamba-basierten Zulassung in den USA.
Ausblick 2026: Negativer Cashflow als Belastungsfaktor
Für 2026 stellt Bayer bewusst Stabilität statt Dynamik in Aussicht. Erwartet werden Umsätze von 45 bis 47 Mrd. Euro sowie ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 9,6 bis 10,1 Mrd. Euro. Als Gegenwind nennt der Konzern generische Konkurrenz für einen Blockbuster-Blutverdünner sowie die anhaltende Unsicherheit rund um die Roundup-Klagen.
Der Knackpunkt: Bayer rechnet 2026 mit einem freien Cashflow von minus 2,5 bis minus 1,5 Mrd. Euro. Darin enthalten sind Auszahlungen für Rechtsstreitigkeiten von rund 5 Mrd. Euro. Entsprechend soll die Nettofinanzverschuldung bis Jahresende auf 32 bis 33 Mrd. Euro steigen, nach 29,84 Mrd. Euro zum Ende 2025.
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Am Markt spiegelt sich die angespannte kurzfristige Lage in der jüngsten Kursentwicklung: Auf Wochensicht liegt die Aktie rund 10% im Minus, bei einem Kurs von 37,69 Euro.
ECR 2026: Gadoquatrane liefert Phase-III-Signal
Parallel zu den Zahlen setzt Bayer heute auf dem Europäischen Radiologiekongress (ECR) in Wien Akzente im Radiologie-Portfolio – mit Fokus auf Gadoquatrane, einem investigativen niedrig dosierten makrozyklischen gadolinium-basierten Kontrastmittel für die MRT.
Vorgestellt werden mehrere Phase-III-Subgruppenanalysen zur Wirksamkeit und Sicherheit, unter anderem in Abdominal- und Kardio-MRT, Magnetresonanzangiographie sowie zusätzliche Analysen aus Phase-II- und Phase-III-Studien in der ZNS-Bildgebung und pharmakokinetische Daten. Eine aktualisierte Phase-III-Subgruppenanalyse in der kardialen MRT (Subgruppe aus QUANTI OBR) zeigt dabei eine vergleichbare Wirksamkeit und Sicherheit gegenüber Vergleichspräparaten – bei 60% geringerer Gadolinium-Dosis.
Zudem hat Bayer nach eigenen Angaben Zulassungsanträge in mehreren großen Märkten eingereicht, darunter Japan, USA, EU und China.
Zum Terminplan: Am 24. April 2026 steht die Hauptversammlung an. Vorgeschlagen ist erneut eine Dividende von 0,11 Euro je Aktie für 2025.
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