Europas größter Softwarekonzern wagt einen fundamentalen Strategiewechsel und verabschiedet sich schrittweise von seinem jahrzehntealten Preismodell. Künftig sollen Kunden nicht mehr pro Nutzer, sondern nach dem tatsächlichen Einsatz von Künstlicher Intelligenz bezahlen. An der Börse stößt diese weitreichende Neuausrichtung der Erlösstruktur zunächst auf spürbare Skepsis.
Abrechnung nach KI-Nutzung
Um die Integration von KI-Funktionen zu beschleunigen, formiert der Konzern eine neue Spezialeinheit mit Hunderten Mitarbeitern. Dieser personelle Aufbau ist direkt mit der neuen Abrechnungslogik verknüpft. Da Unternehmen durch den Einsatz intelligenter Agenten künftig weniger menschliche Software-Nutzer benötigen, wird die klassische Pro-Kopf-Lizenz zunehmend obsolet. Stattdessen berechnet SAP künftig den tatsächlichen Umfang der KI-Nutzung. Das Management um CEO Christian Klein sieht den Konzern dabei durch den direkten Zugriff auf umfangreiche Kundendaten im Vorteil gegenüber reinen Sprachmodell-Anbietern.
Skepsis an der Börse
Die Kapitalmärkte reagieren verhalten auf den Paradigmenwechsel. Die Aktie notiert aktuell bei 160,32 Euro und weitet damit ihr Minus seit Jahresbeginn auf über 20 Prozent aus. Marktbeobachter werten den jüngsten Kursrückgang als Zeichen der Unsicherheit. Investoren zweifeln teilweise daran, ob die nutzungsbasierten KI-Erlöse die wegfallenden Einnahmen aus den traditionellen Sitzplatzlizenzen vollständig kompensieren können. Generell stehen Anbieter von Unternehmenssoftware derzeit unter Beobachtung, da leistungsstarke KI-Modelle traditionelle Programme langfristig infrage stellen könnten.
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Operatives Fundament bleibt stabil
Flankiert wird der Fokus auf Künstliche Intelligenz von einem organisatorischen Umbau. Ab dem 1. April bündelt der Konzern Vertrieb und Service in der neuen „Customer Value Group“ unter der Leitung von Thomas Saueressig. Ungeachtet der aktuellen Kursverluste zeigt sich das Basisgeschäft widerstandsfähig: Der Cloud-Backlog kletterte zuletzt um 22 Prozent auf über 77 Milliarden Euro. Zudem stützt ein bis Ende 2027 laufendes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von zehn Milliarden Euro den Titel.
Konkrete Aufschlüsse über die finanzielle Wirksamkeit des neuen Preismodells liefert der nächste Pflichttermin. Am 23. April präsentiert das Management die Ergebnisse für das erste Quartal und wird erste Zahlen zur Kundenakzeptanz der neuen nutzungsbasierten KI-Tarife vorlegen.
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