Während Xiaomi auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona seine bisher aggressivste Hardware-Strategie präsentiert, braut sich in Indien juristisches Ungemach zusammen. Der Technologiekonzern meldet Rekordumsätze und eine profitable Elektroauto-Sparte, muss sich jedoch gleichzeitig vor dem Obersten Gericht in Neu-Delhi gegen massive Steuerforderungen verteidigen. Reicht die technologische Expansion aus, um die geopolitischen Risiken und einen schwächelnden Gesamtmarkt zu kompensieren?
MWC-Offensive und starke Zahlen
In Barcelona demonstrierte Xiaomi Stärke. Präsident William Lu bezifferte den Umsatz für das noch nicht offiziell abgerechnete Jahr 2025 auf rund 55 Milliarden Euro und kündigte Investitionen von 24 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung für die kommenden fünf Jahre an. Besonders die neue Xiaomi-17-Serie zielt mit Preisen bis zu 1.699 Euro für das Ultra-Modell direkt auf die Marktanteile von Apple und Samsung im Premium-Segment ab.
Ein wesentlicher Treiber für den Optimismus ist die Elektroauto-Sparte. Diese erzielte im dritten Quartal 2025 erstmals einen operativen Gewinn – ein Meilenstein, an dem viele Konkurrenten scheitern. Mit über 410.000 ausgelieferten Fahrzeugen im Jahr 2025 wurden die internen Ziele übertroffen; für 2026 plant der Konzern eine Steigerung auf 550.000 Einheiten.
Juristischer Gegenwind in Indien
Der Kontrast zur Stimmung in Barcelona könnte kaum schärfer sein. In Indien, einem der wichtigsten Absatzmärkte, eskaliert ein Streit um Importzölle auf Lizenzgebühren. Die Behörden fordern 72 Millionen US-Dollar nach, eine Summe, die durch Strafen auf über 150 Millionen ansteigen könnte. Dies wiegt schwer angesichts eines Jahresgewinns der indischen Tochter von lediglich 31,7 Millionen Dollar.
Noch gravierender ist die operative Einschränkung: Seit 2022 sind rund 610 Millionen Dollar an Bankguthaben der indischen Einheit eingefroren. Der Marktanteil in Indien ist von einst 31 Prozent auf zuletzt 12 Prozent geschrumpft. Ein negatives Urteil des Obersten Gerichts hätte zudem Signalwirkung für die gesamte Fertigungsindustrie im Land.
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Kurs unter Druck trotz Aktienrückkäufen
Die Börse reagiert bisher verhalten auf die Erfolgsmeldungen aus der Hardware-Sparte. Mit einem aktuellen Kurs von 3,71 Euro notiert die Aktie seit Jahresanfang rund 17 Prozent im Minus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 7,07 Euro beträgt mittlerweile fast 48 Prozent, was die Skepsis der Anleger widerspiegelt.
Das Management versucht, durch Aktienrückkäufe gegenzusteuern. Ende Februar erwarb das Unternehmen Klasse-B-Aktien im Wert von rund 200 Millionen HKD. Zudem belasten düstere Marktprognosen die Stimmung: IDC erwartet für 2026 einen Einbruch der weltweiten Smartphone-Auslieferungen um fast 13 Prozent, getrieben durch Chipmangel und steigende Preise.
Fazit: Der März bringt Klarheit
Für Anleger stehen entscheidende Wochen an. Die Diskrepanz zwischen operativer Rekordjagd und fallendem Aktienkurs dürfte sich im März auflösen oder verschärfen. Drei Termine sind dabei maßgeblich: Am 11. März startet die wichtige Xiaomi-17-Serie in Indien, gefolgt vom Earnings-Call am 16. März. Die größte Aufmerksamkeit richtet sich jedoch auf den 24. März: Dann entscheidet der Vorstand über die offiziellen Jahreszahlen 2025 und die mögliche Zahlung einer Schlussdividende.
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