Aschheim (www.fondscheck.de) - Fondsberater in Deutschland haben im zweiten Quartal die alte Börsenweisheit "Sell in May and go away" beherzigt, so die ebase GmbH.
Nachdem die Handelsaktivität der Berater im Mai mit 100,2 Punkten ihren diesjährigen Höchststand erreicht habe, sei der Wert im Juni auf 81,8 Punkte gefallen. Das zeige das heute veröffentlichte Fondsbarometer von ebase, einer der führenden B2B Direktbanken in Deutschland. Die Kennzahl spiegele die Handelsaktivität von 50.000 Fondsberatern wider.
Wie im Vorquartal hätten Fondsberater auch im zweiten Quartal des Jahres Mittel aus Aktien- und Dachfonds abgezogen. Mit einem Kaufquotienten von 0,79 beziehungsweise 0,43 hätten diese Fondstypen im Berichtszeitraum ein negatives Mittelaufkommen aufgewiesen. Weiterhin hoch in der Gunst von Beratern stünden hingegen Mischfonds (Kaufquotient: 1,22) und Rentenfonds (Kaufquotient: 1,13), die das höchste Mittelaufkommen verzeichnet hätten. "Der Trend zu eher sicherheitsorientierten Fondstypen verfestigt sich seit Beginn der weltweiten Börsentalfahrten im April dieses Jahres. Angesichts dieser Entwicklung ziehen sich viele Fondsberater aus Aktienfonds zurück", sage Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung der ebase.
Ein Sondereffekt lasse sich bei den offenen Immobilienfonds feststellen: Aufgrund der Teilliquidation von offenen Immobilienfonds sei es hier zu massiven Rückflüssen gekommen. Der Kaufquotient sei im Berichtszeitraum auf 0,25 gesunken (erstes Quartal: 0,76).
Bevorzugte Anlageregion der Fondsberater sei im zweiten Quartal die Region Asien/Pazifik (Kaufquotient: 2,01) gewesen, gefolgt von den Emerging Markets (Kaufquotient: 1,12). Fonds mit Fokus auf diesen beiden Regionen hätten mehr Zuflüsse als Abflüsse aufgewiesen. Ein negatives Mittelaufkommen hätten hingegen Fonds mit Anlageschwerpunkt Europa (Kaufquotient: 0,86) und Welt (Kaufquotient: 0,77) verzeichnet.
"Die Wahlen in Griechenland, die Bankenkrise in Spanien oder die Flucht Zyperns unter den Rettungsschirm - die Diskussionen um den Euro reißen nicht ab. Das schwächt das Vertrauen der Anleger in die europäischen Märkte", sage Rudolf Geyer. "Gemeinsam mit den eher schwachen US-Konjunkturdaten wirkt sich das auch auf Fonds mit Anlageschwerpunkt Welt aus. Einzig die aufstrebenden asiatischen Märkte oder weitere Schwellenländer mit ihren positiven Fundamentaldaten scheinen vielen Fondsberatern derzeit gute Renditechancen für ihre Anleger zu bieten", so Rudolf Geyer. (12.07.2012/fc/n/s)