Reform zur Investmentsteuer: Gutachten weist Mängel auf - Publikumsfonds im Fokus


19.12.14 15:00
Meldung
 
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Das für die geplante Investmentsteuerreform erstellte Gutachten, das vom Bundesfinanzministerium in Auftrag gegeben wurde, um die Vorschläge einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zu evaluieren, ist nach Ansicht des deutschen Fondsverbands BVI nicht geeignet, die tatsächlichen Auswirkungen des Reformkonzepts zu erfassen, so die Experten vom BVI.


Die Gutachter würden zu dem Ergebnis kommen, dass die Reformvorschläge lediglich minimale Folgen für Kapitalmärkte, Finanzsektor und deutsche Renten haben würden. Nach Ansicht des BVI weise das Gutachten jedoch Mängel auf.

Generell würden die Gutachter nicht berücksichtigen, dass im Zuge der Reform die Anrechnung ausländischer Quellensteuern verloren gehen würde. Da deutsche Anleger auch bei ausländischen Fonds ausländische Quellensteuer anrechnen könnten, seien neben deutschen Publikumsfonds entsprechend auch die ausländischen Publikumsfonds einzubeziehen. Der Kreis der betroffenen Publikumsfonds sei nach Ansicht des BVI also viel weiter zu fassen als im Gutachten. Außerdem würden die Gutachter davon ausgehen, dass alle Privatanleger auf Kapitalerträge Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag zahlen würden. Doch das sei nicht der Fall: Die überwiegende Mehrheit erziele Erträge unterhalb des Sparerpauschbetrags und zahlt de facto gar keine Steuern.

Auch einige Annahmen zu den Branchenzahlen könne der BVI nicht nachvollziehen. Die Gutachter würden davon ausgehen, dass Versicherungsunternehmen rund 630 Milliarden Euro an Vermögenswerten verwalten würden. Tatsächlich verwalte die Versicherungswirtschaft ein Anlagevolumen von rund 1.400 Milliarden Euro.

Ein weiterer Kritikpunkt sei die Vorgehensweise selbst: Während die Gutachter die Auswirkungen lediglich modellhaft durchspielen würden, plädiere der BVI dafür, die Auswirkungen exemplarisch anhand historischer Daten einzelner großer Publikumsfonds zu prüfen, um die Auswirkungen in der Praxis nachzuvollziehen. Außerdem halte der BVI die Kriterien in den Rechenmodellen für realitätsfern:

- So sei bei den Vergleichsrechnungen die Tatsache nicht berücksichtigt worden, dass die Fondskosten nicht mehr bei laufender Besteuerung, sondern erst beim Anteilsverkauf berücksichtigt werden sollten. Dadurch seien die Steuern während der Haltezeit des Fonds für Anleger aber höher.

- Auch die zugrunde liegenden Renditen für verschiedene Assetklassen würden nicht der Wirklichkeit entsprechen. Festverzinsliche Anlagen würden auch mittelfristig kaum 3 bis 5 Prozent Rendite jährlich vor Kosten und Steuern erzielen. Auch eine Rendite von durchschnittlich 8 bis 10 Prozent bei Immobilieninvestments sei nicht in Sicht.

"Von einer Investmentsteuerreform sind Millionen von Fondsanlegern und deren Altersvorsorge betroffen. Sämtliche Maßnahmen sollten daher sorgfältig auf ihre Wirkungsweise hin überprüft werden. Wir begrüßen ausdrücklich, dass das BMF dazu den Rat externer Experten eingeholt hat. Anleger dürfen angesichts des Niedrigzinsumfelds und den Herausforderungen, vor denen sie in der Altersvorsorge stehen, auf keinen Fall stärker als bislang belastet werden. Es kann aber nicht sein, dass eine weitreichende Reform wie die des Investmentsteuerrechts auf einer mangelhaften Grundlage gestartet wird", sage Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI. (19.12.2014/fc/n/s)


 
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