Kapitulation der Euro-Bullen


05.09.08 10:54
Meldung
 
Frankfurt a. M. (derivatecheck.de) - Die Devisenexperten bei der Bremer Landesbank berichten von den letzten Entwicklungen und Veröffentlichungen.


Der Euro habe heute (07:40 Uhr) bei 1,4305 eröffnet, nachdem in Fernost Tiefstkurse bei 1,4213 markiert worden wären. Eindrücke einer Kapitulation der Euro-Bullen würden sich aus Sicht der Marktbeobachter nach dem Einbruch von historischen Höchstkursen bei 1,6038 am 15. Juli 2008 innerhalb kürzester Zeitspanne aufdrängen.

Die EZB habe den Erwartungen entsprechend den Leitzins bei 4,25 % belassen. Der Fokus des Marktes hätte auf der Pressekonferenz gelegen. Nachdem gestern die EZB durch Herrn Trichet dem Finanzmarkt seine Aufwartung gemacht habe, hätte international und Märkte übergreifend eine markante Neubewertung eingesetzt, die auf keinen Fall den Begriff inflationär verdiene. Herr Trichet habe einerseits temporäre Wirtschaftsschwäche für das zweite und dritte Quartal 2008 (Optimismus bleibe erste Zentralbankerpflicht) thematisiert und sehe andererseits mit seinem EZB Rat weiterhin an jeder Ecke Inflationsgefahren.

Die Auftragslage Deutschlands per Juli hätte erneut nachhaltig enttäuscht. Es sei nicht erwartungsgemäß zu einem Anstieg im Monatsvergleich um 0,4 % gekommen, sondern es habe sich ein Einbruch um solide -1,7 % ergeben. Die Revision des Vormonatswerts von -2,9 % auf -2,6 % habe an dem sklerotischen Gesamtbild nichts geändert. Seit Dezember 2007 hätte sich damit der achte Rückgang in Folge ergeben. Das entspreche laut den Marktkennern der schwächsten Phase seit der Wiedervereinigung 1990. Überwiegend wären diese Rückgänge nicht erwartet worden, sondern sie hätten eine markante Überraschung der Marktteilnehmer dargestellt. Die aktuelle Lage in Deutschland verdiene sich sukzessive das Prädikat "prekär".

Die Daten aus den USA sollen gestern mit Ausnahme der Arbeitslosenerstanträge ein unterstützendes Umfeld für den US-Dollar geliefert haben. Der ISM-Dienstleistungsindex habe per August von 49,5 auf 50,6 Punkte zugelegt (Prognose 49,5). Mithin habe sich hier angeblich eine leichte Expansion ergeben. Der Auftragsindex hätte von 47,9 auf 49,7 Punkte zugelegt, dagegen sei der Beschäftigungsindex von 47,1 auf 45,4 Punkte gesunken. Mithin sei der Anstieg des Gesamtindex nicht vollständig überzeugend.

Die
US Produktivität per zweites Quartal 2008 wäre von zuvor 2,2 % auf 4,3 % revidiert worden. Die Arbeitslosenerstanträge seien per 30. August von zuvor revidiert 429.000 auf 444.000 angestiegen. Diese Entwicklung unterstreiche noch einmal die rezessive Lage am US Arbeitsmarkt.

Lesen Sie auch die zugehörige Analyse zu diesem Thema.

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(05.09.2008/dc/n/m)


 
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