Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte konnten am Dienstag mit Aufschlägen aus dem Handel gehen. Der
DAX gewann 0,17 Prozent auf 5.885,89 Punkte, während der MDAX um 0,23 Prozent auf 7.826,63 Zähler abgeben musste.
Der SDAX tendierte 0,18 Prozent im Plus bei 3.770,23 Zählern, wobei beim TecDAX ein Aufschlag von 0,20 Prozent auf 829,79 Punkte zu verzeichnen war. Beim Bund-Future war ein Minus von 0,98 Prozent auf 122,79 Punkte auszumachen.
Nachdem die US-Börsen zu Wochenbeginn relativ uneinheitlich geschlossen hatten, signalisierten die US-Futures einen schwächeren Start in den neuen Handelstag. Nach der Eröffnungsglocke verzeichnete der Dow Jones ein Minus von 0,14 Prozent, während der NASDAQ Composite ein Minus von 0,25 Prozent vorzuweisen hatte. Im weiteren Verlauf tendierte die Wall Street uneinheitlich, zumal am heutigen Handelstag keine relevanten Konjunkturdaten zur Veröffentlichung anstehen. Auch die Unternehmensnachrichten waren eher dünn gesät. Zum Xetra-Schluss waren an den US-Märkten leichte Aufschläge auszumachen. So notierte der Dow Jones um 0,17 Prozent fester, während der NASDAQ Composite 0,44 Prozent zulegen konnte. Am morgigen Mittwoch stehen in Japan die Daten zur Entwicklung beim Auftragseingang im Maschinenbau zur Veröffentlichung an. In den USA werden am Nachmittag unter anderem die wöchentlichen Hypothekenanträge, die Lagerbestandsdaten im Großhandel sowie der US-Ölmarktbericht veröffentlicht. Auf der Unternehmensseite dürften die Quartalszahlen der Münchener Rück sowie die Geschäftszahlen des Energieversorgers E.ON für Spannung sorgen. Außerdem legen unter anderem Schoeller-Bleckmann, Pirelli, Standard Life, Syngenta, Axel Springer und Fortis ihre Quartalsberichte vor.
Auf der Unternehmensseite standen die Anteilsscheine der Deutschen Post (
ISIN DE0005552004 /
WKN 555200 ) im Rampenlicht, nachdem der Logistikkonzern am Morgen seine Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr vorgelegt hatte. Dabei konnte man mit einem EBIT vor Einmaleffekten von 1,47 Mrd. Euro die im November 2009 erhöhte Prognose von 1,35 Mrd. Euro übertreffen. Zusätzlich zu den operativen Verbesserungen hätten positive Auswirkungen aus dem Postbank-Verkauf sowie geringere Steuern zu einem Anstieg des Konzerngewinns auf 644 Mio. Euro (Vorjahr: -1,7 Mrd. Euro) beigetragen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Konzern eine moderate Erholung der weltweiten Transportmengen. Das bereinigte EBIT solle zwischen 1,6 und 1,9 Mrd. Euro liegen, während der Konzerngewinn gegenüber dem Vorjahr ebenfalls zulegen soll. Trotz der deutlichen Ergebnisverbesserung waren bei der Deutschen Post über weite Strecken Abschläge von mehr als 1 Prozent auszumachen. Am Ende gelang der "Aktie Gelb" der Sprung in die Pluszone und konnte dank positiver
Analystenkommentare sogar an die Spitze vorrücken.
Mit an der DAX-Spitze waren über weite Strecken Anteilsscheine von RWE zu finden, die in einem schwierigen Gesamtmarkt mehr als 1,3 Prozent fester tendierten. Auch die Fresenius-Familie hielt sich über den gesamten Tagesverlauf in der Pluszone. Daneben waren MAN, Bayer und Linde gefragt
Leichter tendierte über weite Strecken auch die Deutsche Lufthansa (
ISIN DE0008232125 /
WKN 823212 ), die für den Monat Februar auf Konzernebene ein Passagierplus von 19,6 Prozent auf 5.605 Millionen Fluggäste ausgewiesen hatte. Bei der Lufthansa Passage wurde im Berichtsmonat jedoch aufgrund der Auswirkungen des Pilotenstreiks ein Passagierminus von 7,2 Prozent auf 3,513 Millionen Fluggäste ausgewiesen. Am Ende konnte sich die Aktie der Kranichlinie nach volatilem Verlauf einen Platz in der erweiterten Spitzengruppe des DAX sichern.
Beim Autobauer BMW (
ISIN DE0005190003 /
WKN 519000 ) waren anfänglich ebenfalls Abschläge von zeitweise 0,8 Prozent zu beklagen. Zuvor hatte der Münchener Autohersteller für Februar ein deutliches Absatzplus von 14,0 Prozent auf 91.758 Modelle ausgewiesen. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres wurden weltweit insgesamt 173.911 Modelle verkauft, was einem Plus von 15,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 150.893 Modellen entspricht. Nach wechselvollem Verlauf waren aber auch bei BMW am Ende deutlichere Pluszeichen auszumachen.
Behauptet präsentierte sich auch die Deutsche Telekom (
ISIN DE0005557508 /
WKN 555750 ). Einem Medienbericht zufolge will sich der Telekommunikationsanbieter den Internet-Bezahldienstleister Clickandbuy vollständig einverleiben.
Am unteren Ende des DAX waren nach Gewinnmitnahmen die Anteilsscheine von Volkswagen zu finden. Auch die Münchener Rück tendierte vor der Morgen anstehenden Bekanntgabe der Geschäftszahlen deutlich leichter und gab zeitweilig rund 1 Prozent ab. .
Noch schwächer präsentierte sich zeitweise die Aktie von Daimler (
ISIN DE0007100000 /
WKN 710000 ). Zuvor hatte der Autobauer erklärt, dass man sich von der Beteiligung an dem indischen Fahrzeughersteller Tata Motors Ltd. (
ISIN US8765685024 /
WKN A0DJ9M ) getrennt hat. Im Zuge der Transaktion habe man einen erheblichen Kapitalzufluss von ungefähr 300 Mio. Euro erzielt, wobei sich dies im ersten Quartal 2010 beim EBIT mit ungefähr 265 Mio. Euro auswirken werde. Das anfängliche Minus von mehr als 1,6 Prozent konnte im weiteren Verlauf deutlich reduziert werden. Der Sprung in die Pluszone blieb der Aktie jedoch versagt. Daneben waren unter anderem auch bei Henkel, Merck KGaA und METRO Abschläge auszumachen.
Im MDAX richteten sich die Blicke der Investoren vor allem auf den Luft- und Raumfahrtkonzern European Aeronautic Defence and Space Co. EADS N.V. (
ISIN NL0000235190 /
WKN 938914 ). Nach hohen Rückstellungen für den Militärtransporter A400M sowie das Langstreckenflugzeug A380 musste der Konzern einen deutlichen Verlust in Höhe von -763 Mio. (2008: 1,57 Mrd.) Euro für das abgelaufene Fiskaljahr ausweisen. Außerdem wird der Wert durch den ebenfalls bekanntgegebenen Rückzug aus dem Bieterrennen um den milliardenschweren Tankflugzeugauftrag der US-Luftstreitkräfte belastet. Nachdem der Wert zu Beginn mehr als 5 Prozent leichter tendierte, konnte das Minus im weiteren Verlauf deutlich verringert werden. Daneben waren auch bei ProSieben, Pfleiderer und TUI deutlichere Abschläge zu verzeichnen.
Tiefrote Zahlen standen auch beim Stahl- und Metalldistributeur Klöckner & Co SE (
ISIN DE000KC01000 /
WKN KC0100 ) zu Buche. So wurde für das abgelaufene Fiskaljahr unter Berücksichtigung eines positiven Steuereffekts ein Konzernverlust von -186 Mio. Euro (Vorjahr: Konzerngewinn +384 Mio. Euro) ausgewiesen Beim Umsatz wurde ein Rückgang von 42,8 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro verzeichnet. Für das laufende Fiskaljahr erwartet man zwar eine Nachfrageverbesserung sowie ein deutlich positives operatives Ergebnis (EBITDA). Den Ansprüchen des Unternehmens, eine operative Marge von mindestens 6 Prozent zu erzielen, wird das Ergebnis aber noch nicht genügen, so der Konzern. Bei den Anlegern stieß das Zahlenwerk zunächst auf keine positive Resonanz, wobei der Wert teilweise deutlich im negativen Terrain rangierte. Am Ende konnte die Aktie ihre anfänglichen Abschläge von bis zu 3 Prozent jedoch deutlich reduzieren und schließlich sogar in die Gewinnzone vorrücken. Am Ende standen Aufschläge von knapp 1 Prozent zu Buche.
Auf Erholungskurs befand sich nach den deutlichen Verlusten der vergangenen Wochen die Aktie des Baukonzerns Bilfinger Berger, die mehr als 3 Prozent fester tendierte. Höhere Zugewinne waren im MDAX nur bei Sky Deutschland und bei BAUER auszumachen.
Im TecDAX standen über den gesamten Tagesverlauf hinweg Anteilsscheine von Phoenix Solar AG (
ISIN DE000A0BVU93 /
WKN A0BVU9 ) im Mittelpunkt: Der Solartechnikkonzern konnte im abgelaufenen Fiskaljahr nach vorläufigen Berechnungen einen Gewinn von 8,6 Mio. Euro, nach 23,7 Mio. Euro im Vorjahr ausweisen. Beim Umsatz wurde hingegen ein Plus von 17,5 Prozent 473,0 Mio. Euro verbucht. Vor dem Hintergrund des deutlichen Ergebnisrückgangs werde man eine Dividende von 20 Cent (Vorjahr: 30 Cent) je Aktie vorschlagen. Der Ausblick für das Gesamtjahr fiel hingegen recht überzeugend aus: So erwartet der Vorstand ein stark wachsendes Absatzvolumen, steigende Umsätze sowie eine verbesserte Ertragslage mit deutlich höherem Auslandsanteil. Die Aktie war über den gesamten Tagesverlauf hinweg in der Spitzengruppe zu finden und tendierte bis zu 6 Prozent fester. Am Ende reichte es allerdings nicht für einen Platz unter den ersten Drei, nachdem sich der Biotechnologiewert MorphoSys dank positiver Analystenkommentare an die Spitze vorschieben konnte.
SMARTRAC N.V. (
ISIN NL0000186633 /
WKN A0JEHN ) sicherte sich am Ende mit Aufschlägen von knapp 5 Prozent den zweiten Rang, nachdem der Konzern am Vorabend mit De La Rue Identity Systems ein Rahmenabkommen für die Bereitstellung von eCover Produkten, einem wesentlichen Bestandteil von biometrischen Pässen, für bestimmte laufende Projekte geschlossen hat.
Auf Platz drei waren Rofin-Sinar mit Zugewinnen von 4 Prozent zu finden.
Gefragt waren außerdem Dialog Semi, Roth & Rau sowie Drägerwerk.
Am unteren Ende des TecDAX waren unter anderem JENOPTIK, Manz, Nordex und SMA Solar zu finden.
DAX: 5.885,89 (+0,17 Prozent) MDAX: 7.826,63 (-0,23 Prozent) SDAX: 3.770,23 (+0,18 Prozent) TecDAX: 829,79 (+0,20 Prozent) (09.03.2010/ac/n/m)