Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat den gestrigen Handel gestützt auf positive Vorgaben der Wall Street und rückläufige Ölpreisnotierungen mit deutlichen Gewinnen beendet.
Für den
DAX ging es bis Sitzungsende um 1,51 Prozent nach oben auf 6.518,47 Punkte (XDAX: 6.455,54 Punkte; +0,64 Prozent). Das Tageshoch bei 6.553 Zählern konnte damit allerdings nicht verteidigt werden. Der MDAX gewann daneben 1,21 Prozent auf 8.745,92 Zähler. Ein Barrel Crude Oil kostete an der NYMEX zuletzt weniger als 110 Dollar. Hintergrund des Einbruchs sind Sorgen vor einer globalen Konjunkturschwäche. Außerdem hat Hurrikan "Gustav" nicht die befürchteten Schäden im Golf von Mexiko angerichtet. Davon konnte auch die Wall Street profitieren. Zum Xetra-Schluss lag der Dow Jones mit 1,6 Prozent im Plus.
Die Aktie der Deutschen Börse gewann an der DAX-Spitze 6,6 Prozent, obwohl der Börsenbetreiber im August einen kräftigen Rückgang bei den Xetra-Geschäften verzeichnet hat. Einem Pressebericht zufolge wollen die beiden an dem Börsenbetreiber beteiligten Hedgefonds TCI und Atticus künftig mit vereinten Kräften ihre Interessen durchsetzen. Fluggesellschaften waren angesichts der jüngsten Entspannung am Ölmarkt europaweit gesucht. Anteilsscheine der Deutschen Lufthansa zogen um 4,2 Prozent an. Im SDAX schlossen Air Berlin mit 7,4 Prozent im Plus.
Der schwache Euro verhalf der Aktie von Daimler zu einem Aufschlag von 4,9 Prozent. Ähnlich deutliche Kursgewinne waren gestern bei Infineon (+5,9 Prozent) auszumachen. Daneben rückten BMW um 3,4 Prozent vor. Volkswagen blieben angesichts einer negativen
Analystenstudie mit +1,2 Prozent etwas hinter dem Gesamtmarkt zurück.
Die Aktie der Commerzbank (-1,3 Prozent) stand indes deutlich unter Druck. Nachdem am Wochenende bekannt wurde, dass das Finanzhaus die Allianz-Tochter Dresdner Bank für 9,8 Mrd. Euro übernimmt, haben mehrere Analysten ihre Einschätzung für die Commerzbank-Aktie zurückgenommen. Titel der Allianz gewannen 1,8 Prozent. Am Indexende rangierten ThyssenKrupp mit -3,3 Prozent.
Im MDAX sprangen gestern Arcandor um 7,5 Prozent. Hier stand ein Pressebericht im Blick, demzufolge der Stellenabbau bei der Arcandor-Tochter Karstadt die Mitarbeiter härter als bislang bekannt trifft. Dagegen brachen IVG um mehr als 12 Prozent ein. Der Konzern gab bekannt, dass er 70 Kavernen an einen selbst gemanagten Fonds verkaufen wird. Allerdings erhält der Konzern die Kaufsumme von über 1,7 Mrd. Euro in mehreren Tranchen.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. L&S rechnet zu Handelsbeginn mit 6.457 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Kanada steht heute das Sitzungsergebnis der Notenbank zur Veröffentlichung an. Ferner werden in der EU die Einzelhandelsdaten und das BIP bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Hypothekenanträge, der ADP-Arbeitsmarktbericht, die Industrieaufträge, der Ölmarktbericht und das Beige Book gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Global Crossing Ltd., H&R Block Inc., Staples Inc., United Natural Foods Inc. und IKB Deutsche Industriebank AG an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Dienstag mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 11.516,92 Punkten um 0,23 Prozent abnahm, ging die NASDAQ um 0,77 Prozent auf 2.349,24 Zähler zurück. Die Futures notieren derzeit im Minus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.851 Punkten (0,0 Prozent) und der S&P Future bei 1.275 Zählern (-0,1 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Brent Oil: 108,68 Dollar; Euro: 1,4431 Dollar; Gold: 800,68 Dollar
Wichtige Meldungen:
Die amerikanische Deere & Co. (
ISIN US2441991054 /
WKN 850866 ) kündigte am Mittwoch die Schließung seines Werks in Welland im kanadischen Bundesstaat Ontario an.
Der Betriebsrat der zur Allianz SE (
ISIN DE0008404005 /
WKN 840400 ) zählenden Dresdner Bank erwartet, dass durch die Übernahme durch die Commerzbank AG (
ISIN DE0008032004 /
WKN 803200 ) allein in Frankfurt in den beiden Häusern 4.700 Arbeitsplätze bedroht sind. Dies berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".
Unter den Händlern an der Frankfurter Börse kursieren Gerüchte, die Deutsche Lufthansa AG (
ISIN DE0008232125 /
WKN 823212 ) könnte für die Übernahme der österreichischen Fluglinie Austrian Airlines AG (
ISIN AT0000620158 /
WKN 875224 ) einen Preis von 8 Euro je Aktie bieten. Dies berichtet die österreichische Zeitung "Der Standard" auf ihrer Internetseite.
Der Immobilienkonzern Colonia Real Estate AG (
ISIN DE0006338007 /
WKN 633800 ) hat zwei neue Mitglieder in seinen Vorstand berufen.
Die Fresenius SE (
ISIN DE0005785638 /
WKN 578563 ) hat von den zuständigen US-Behörden die Freigabe zur Übernahme von APP Pharmaceuticals erhalten. (03.09.2008/ac/n/m)